Öffentliche BKA-Fahndung: Kind schwer sexuell missbraucht – Gesuchte mit auffälligen Tätowierungen in U-Haft

Im Fall eines missbrauchten Kindes wurde nach kurzer Öffentlichkeitsfahndung eine Verdächtige festgenommen.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaSchneller Ermittlungserfolg dank mehrerer auffälliger Tätowierungen an den Händen in einem Fall von schweren sexuellen Missbrauch: Am Donnerstagabend (5.10.) ist in Hessen eine 46 Jahre alte Frau festgenommen worden. Sie steht im Verdacht, ein kleines Mädchen mehrere Jahre lang sexuell missbraucht zu haben. Bei dem zur Tatzeit fünf Jahre alten Kind handele es sich vermutlich um die Tochter der Frau, sagte ein Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag. Nach Angabern des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) besteht kein Zweifel daran, dass es sich bei der Beschuldigten um die Frau handelt, deren Tattoos auf den Videos zu sehen waren.
Sexueller Missbrauch eines Kindes: Fahndung nach zwei Tagen erfolgreich
Die ZIT und das Bundeskriminalamt hatten am 4. Oktober einen Fahndungsaufruf veröffentlicht. Die bis dahin unbekannte Frau stehe im Verdacht, von 2016 an ein Kind sexuell missbraucht, Aufnahmen davon hergestellt und diese an Dritte weitergegeben zu haben, hieß es darin. Auf Dateien, die den Ermittlern vorlagen, waren die Gesichter von Täterin und Opfer nicht zu erkennen, wohl aber auffällige Tätowierungen an den Händen und Armen der Frau, darunter ein Stern mit mutmaßlichem Totenkopf.
Der Fahndungsaufruf war unter anderem auch auf Plakaten an Bahnhöfen und in S-Bahn-Stationen zu sehen. Der entscheidende Hinweis sei nicht aus dem Umfeld der Verdächtigen, sondern von einem jungen Mann gekommen, der die Frau nicht persönlich kenne.
Wohnung der Verdächtigen durchsucht: Beweismittel gefunden
Bei der Durchsuchung der Wohnung der Frau seien tatrelevante Beweismittel gesichert worden, die nun ausgewertet würden. Die Beschuldigte wurde einer Haftrichterin vorgeführt und sitze nun in Untersuchungshaft. Die Frau habe noch einen Sohn und eine Tochter. Hinweise, ob auch die anderen Kinder möglicherweise Opfer sexueller Gewalt geworden sind, gebe es bisher nicht.