• Wer unter 30 Jahren ist, soll laut Empfehlung der Stiko nur noch mit Biontech gegen Corona geimpft werden
  • Das gilt sowohl für die Erst- als auch für Zweit- und Auffrischungimpfungen
  • Auch Schwangere sollen nur mit Biontech gimpft werden
  • Was die Stiko noch schreibt:
In einer Empfehlung vom 10. November schreibt die Ständige Impfkommission: „Auf Grundlage neuer Sicherheitsdaten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und weiterer internationaler Daten hat die STIKO ihre COVID-19-Impfempfehlung aktualisiert.“ Entsprechend sollten alle Menschen unter 30 Jahren nur noch den Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer geimpft bekommen.

Biontech Impfung für Kinder und Jugendliche

Grund für die Änderung der Empfehlung ist, dass bei jüngeren Menschen mit anderen Impfstoffen in seltenen Fällen Herzbeutelentzündungen auftreten können. Diese werden beim Impfstoff Moderna häufiger beobachtet als bei Biontech. „Für Menschen ab 30 Jahren besteht nach der Impfung mit Spikevax (Moderna) kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung,“ so die Stiko weiter.
Erst vor wenigen Wochen war ein Junge nach einer Corona-Impfung an einer solchen Herzmuskelentzündung gestorben. Ob mit dem Fall ein Zusammenhang mit der neusten Empfehlung hergestellt werden kann, war zunächst nicht klar.
„Nach den bisher vorliegenden Sicherheitsberichten ist der akute Verlauf von impfstoffbedingten Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen überwiegend mild“, so die Empfehlung weiter. Das PEI beobachte die Datenlage weiterhin. Wie das PEI in seinem Sicherheitsbericht angibt, traten die Entzündungen insbesondere nach der zweiten Impfung auf. Erste Beschwerden würden typischerweise innerhalb weniger Tage nach dem Piks bemerkt.

Stiko-Empfehlung: Für Schwangere nur noch Biontech

Unabhängig des Alters sollen nach Ansicht der Stiko auch Schwangere nur noch mit Biontech geimpft werden. Dies wird empfohlen, auch wenn es keine Daten gibt, die auf ein erhöhtes Risiko bei Impfungen mit Moderna für Schwangere hindeuten. Es ist also eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Biontech und Moderna: Was ist der Unterschied?

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Hersteller Moderna ähneln sich in einigen Punkten: Es sind beides mRNA-Impfstoffe, für die Grundimmunisierung werden zwei Dosen verabreicht. Seit der Einführung beider Präparate sei bekannt, dass sie „in seltenen Fällen“ Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündungen bei jüngeren Menschen zur Folge haben können, schreibt die Stiko. Der Vorsitzende Thomas Mertens sagte der dpa am Mittwoch, die Hypothese sei, dass die häufiger erfassten Fälle beim Moderna-Impfstoff mit dessen vergleichsweise höherer mRNA-Dosierung zusammenhängen könnten.
Im PEI-Sicherheitsbericht sind 136 Meldungen von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei mit Moderna geimpften Menschen zwischen 18 und 29 Jahren verzeichnet. Zwei Meldungen betreffen 12- bis 17-Jährige. Pro 100 000 Moderna-Impfungen ist von einer Berichtsrate von 11,41 beziehungsweise 11,71 für die beiden Altersgruppen die Rede.
Auch Frankreichs oberste Gesundheitsbehörde rät Menschen unter 30 aus den gleichen Gründen von Moderna ab, wie aus einer Empfehlung der Behörde vom Montagabend hervorging. Moderna hatte am Dienstag mitgeteilt, bei der Europäischen Arzneimittelagentur Ema die Zulassung auch für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren beantragt zu haben. Noch gibt es in Europa keinen zugelassenen Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren.

PEI: Was ist das Paul-Ehrlich-Institut?

Das Paul-Ehrlich-Institut ist dafür zuständig, in Deutschland die Sicherheit von Impfstoffen und Arzneimitteln zu überwachen. Jede Person kann über ein Meldeportal Nebenwirkungen von Impfstoffen oder Medikamenten anzeigen, die das PEI dann auswertet. Auf seiner Webseite führt das PEI zu jedem Impfstoff gegen Corona die aktuellen Ergebnisse der Forschung und die Bewertungen auf.