Bettwanzen
: Wie man die Schädlinge erkennt und gegen sie tun kann

Frankreich kämpft aktuell mit einem zunehmenden Vorkommen von Bettwanzen. Wie erkennt man die Schädlinge? Und was kann man gegen sie tun?
Von
Daniel Steiger
Berlin
Jetzt in der App anhören

Eine Bettwanze in einer Glasröhre. Wo kommen die Schädlinge vor, wie lassen sie sich entdecken und was hilft gegen den Befall?

Sina Schuldt/dpa

„Wenn Sie Bettwanzen haben, ist das die Hölle.“ Dieser Satz stammt nicht von einem geschäftstüchtigen Kammerjäger, sondern aktuell vom französischen Gesundheitsminister Aurélien Rousseau. Denn: Frankreich hat derzeit ein massives Bettwanzenproblem. Und nur wenige Monate vor den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris und Millionen erwarteten Besuchern ist das keine gute Werbung.

Wie erkennt man Bettwanzen? Wo und wie leben sie? Und was kann man gegen die Schädlinge tun? Hier gibt es die Antworten:

Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen sind blutsaugende Insekten. Hauptwirte der Schädlinge sind Menschen, aber auch Haustiere, Fledermäuse und Vögel können ihnen als Blutquelle dienen. Bettwanzen können unter geeigneten Bedingungen über mehrere Monate hinweg hungern und sind damit äußerst widerstandsfähig.

Wie erkennt man sie?

Bettwanzen haben keine Flügel und ihr Körper ist stark abgeplattet. Die ausgewachsenen Tiere sind rötlichbraun gefärbt. Die Weibchen erreichen laut einer Broschüre des Umweltbundesamtes (hier als PDF) eine Größe von 4,5 bis 8,5 Millimeter, während die Männchen mit etwa 4 bis 6,5 Millimetern kleiner sind. Die Tiere haben eine Lebenserwartung von etwa sechs Monaten. Ein Weibchen produziert im Laufe seines Lebens bis zu 150 Eier, die etwa 0,5 mm lang, milchig-weiß und leicht gebogen sind. Aus den Eiern schlüpfen die etwa 1 mm großen Wanzen, die sich im Verlauf ihrer weiteren Entwicklung zum erwachsenen Tier fünfmal häuten. Vor jeder Häutung müssen die Tiere Blut saugen. Zu diesem Zweck verlassen sie vorwiegend nachts ihre Verstecke.

Wo leben Bettwanzen?

Bettwanzen gibt es nicht nur in Frankreich. Sie treten weltweit auf und leben vor allem in bewohnten Innenräumen. Laut Umweltbundesamt sind aber nicht nur Privatwohnungen von Bettwanzenbefall gefährdet, sondern insbesondere Orte mit hoher Personenfluktuation wie Hotels, Hostels, Wohnheime oder andere Gemeinschaftseinrichtungen aller Art, aber auch Gesundheitseinrichtungen und Transportmittel wie Flugzeuge und Bahnen von Bettwanzenbefall.

Wie erkennt man den Befall durch Bettwanzen?

Bettwanzen stechen, um sich vom Blut eines Wirtes zu ernähren. Häufig wird der Einstich der Bettwanzen an sich nicht wahrgenommen. Die anschließende Hautreaktion kann von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen. Oft äußert sie sich in Form von juckenden und geröteten Pusteln, deren Durchmesser wenige Millimeter bis einige Zentimeter betragen kann. Das Auftreten von Stichen insbesondere zu Jahreszeiten, in denen keine Mückenstiche zu erwarten sind, kann ein Hinweis auf einen Befall mit Bettwanzen sein. Bettwanzen, die auf Nahrungssuche sind, können frei herumlaufend, beispielsweise auf dem Bett oder an der Wand, gesehen werden. Andernfalls halten sie sich in Verstecken auf. Sie sind häufig im Bett (z.B. im Lattenrost) oder Schlafsofa und anderen Möbelstücken, in und hinter Bilderrahmen, hinter Lichtschaltern, Tapeten, Scheuerleisten usw. zu finden, wo sie Kotspuren in Form von schwarzen Punkten hinterlassen.

Wie kann man Bettwanzen bekämpfen?

Das Umweltbundesamt rät dazu, die Bekämpfung von Bettwanzen nicht selbst vorzunehmen. Eine vollständige Beseitigung der Schädlinge sei demnach äußerst unwahrscheinlich. Hier könne nur ein professioneller Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden, der nach einer Feststellung des Bettwanzenbefalls den Einsatz beispielsweise spezieller Insektizide oder die Wärmebehandlungen befallener Möbelstücke vornehmen kann.

Wie schädlich sind Bettwanzen?

Bettwanzen sind blutsaugende Insekten und können laut Umweltbundesamt damit theoretisch auch Krankheitserreger übertragen. Im natürlichen Umfeld konnte eine Erregerübertragung durch Bettwanzen aber bislang nicht nachgewiesen werden, und es gibt auch keine Berichte über Krankheitsausbrüche, die mit Bettwanzen in Verbindung gebracht werden können.