Beginn der Sommerferien
: Staugefahr am Wochenende – Welche Strecken sind betroffen?

Ferien in NRW: Wenn das bevölkerungsreichste Bundesland am Wochenende in die Sommerferien startet, beginnt generell eine staureiche Zeit. Auf welchen Strecken wird es jetzt voll und droht sogar ein Stauchaos?
Von
Philipp Staedele
Berlin
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Der Start in die Sommerferien kann kommendes Wochenende für viele Urlauber im Stau enden. Welche Strecken besonders betroffen sind im Überblick.

Marius Becker/dpa

Sommer, Ferien und Stau – diese Wörter werden oft in einem Satz verwendet. Auch der Auto Club Europa (ACE) prognostiziert einen staureichen Beginn der sommerlichen Reisesaison für das kommende Wochenende (23. bis 25. Juni). Dieser Zeitraum markiert den Beginn der Sommerferien im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, was zu einem hohen Verkehrsaufkommen und erhöhter Staugefahr führen wird.

Das Wochenende im Überblick

Freitag: Das Wochenende beginnt bereits am frühen Mittag mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen, insbesondere im Rhein-Ruhr-Gebiet aufgrund des Ferienstarts in Nordrhein-Westfalen. Dies betrifft vor allem die Ballungsräume und Autobahnen. Der ACE erwartet teilweise lange Staus bis in den Abend hinein.

Samstag: Ab dem frühen Vormittag wird es sehr voll, vornehmlich im Rhein-Ruhr-Raum und auf den typischen Urlaubsstrecken in Richtung Süden. Auch die Routen zu den niederländischen und belgischen Küsten sowie zu den deutschen Nord- und Ostseeregionen füllen sich zunehmend.

Behinderungen und Staus sind insbesondere in der Nähe von Baustellen bis in den Nachmittag hinein zu erwarten. Der ACE rechnet erst ab dem späten Nachmittag mit einer Entspannung der Verkehrssituation.

Sonntag: Auch am Sonntag werden voraussichtlich viele Reisende, hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen, für einen belebten Verkehr sorgen, wie der ACE berichtet. Allerdings wird die Lage voraussichtlich entspannter sein als an den Vortagen, vorwiegend aufgrund des fehlenden Schwerverkehrs.

Reisende, die flexibel sind, könnten entspannter vorankommen. Es ist jedoch möglich, dass es am Nachmittag auf den Rückreiserouten, speziell in Süddeutschland, zu leichten Verzögerungen kommt. Hinzu kommt, dass bei schönem Wetter auch der Ausflugsverkehr eine Rolle spielen kann.

Am Wochenende droht auf vielen Strecken in Deutschland Staugefahr.

Julian Stratenschulte/dpa

Staugefahr am Wochenende: Welche Strecken sind jetzt besonders betroffen?

Zusammengefasst wird von den Verkehrsclubs mit Verzögerungen in den Großräumen Rhein-Ruhr, Hamburg, Rhein-Main, Stuttgart und München gerechnet. Zudem sind auch auf den Fernstraßen, die zur Nord- und Ostsee führen, sowie auf den folgenden Routen (oft in beiden Richtungen) Staus zu erwarten:

  • A 1 Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg - Lübeck
  • A 1/A 3/ A 4 Kölner Ring
  • A 2 Hannover - Dortmund
  • A 3 Passau - Nürnberg - Würzburg Frankfurt/Main - Köln - Oberhausen
  • A 5 Basel - Karlsruhe - Frankfurt/Main - Hattenbacher Dreieck
  • A 6 Nürnberg - Heilbronn - Mannheim - Kaiserslautern
  • A 7 Füssen - Ulm - Würzburg - Hannover - Hamburg - Flensburg
  • A 8 Salzburg - München - Stuttgart - Karlsruhe
  • A 9 München - Nürnberg - Halle/Leipzig - Berlin
  • A 10 Berliner Ring
  • A 11 Berliner Ring - Dreieck Uckermark
  • A 20 Lübeck - Rostock
  • A 23 Hamburg - Heide
  • A 24 Hamburg - Berlin
  • A 31 Bottrop - Emden
  • A 40 Essen - Duisburg - Venlo
  • A 61 Ludwigshafen - Koblenz - Mönchengladbach
  • A 81 Singen - Stuttgart - Heilbronn
  • A 93 Kiefersfelden - Dreieck Inntal
  • A 96 Kreuz Memmingen
  • A 95/B2 Garmisch-Partenkirchen - München
  • A 99 Umfahrung München

Wird es jetzt ein Stau-Chaos geben?

Der ADAC erwartet zum Start keine „Stau-Chaos“-Situation. Allerdings prognostiziert der Club langfristig einen Sommer voller Staus, da das Reiseinteresse der Deutschen nach den Jahren der Corona-Beschränkungen wieder voll erblüht ist.

Wie sieht es auf den Straßen in der Schweiz und in Österreich aus?

In Österreich und in der Schweiz verzeichnen die traditionellen Reise- und Transitstrecken ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Laut dem ADAC gelten unter anderem die Tauern-, Inntal-, Rheintal-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route als problematische Abschnitte. Auf der Gotthard-Route wird bereits ab Freitagabend mit ersten Staus gerechnet, während am Samstag den ganzen Tag über Staus und möglicherweise sogar Blockabfertigungen auftreten können, wie der ACE warnt. Um längere Wartezeiten vor dem Gotthardtunnel zu vermeiden, empfiehlt der Club die Ausweichroute A 13 (San Bernardino Chur - Bellinzona).

Während der gesamten Reisesaison bleibt der Arlbergtunnel in Österreich gesperrt. Als alternative Strecke wird der Arlbergpass empfohlen, der laut ACE die Reisezeit um mindestens 30 Minuten verlängert. Es ist wahrscheinlich, dass es zu längeren Staus zu Stoßzeiten kommt, weshalb der ACE Fernverkehrsteilnehmern eine großräumige Umfahrung empfiehlt.

In Tirol sind zudem laut ADAC an allen Wochenenden bis Mitte September die Ausweichrouten entlang der Inntalautobahn in den Bereichen Kufstein und Innsbruck für den Durchgangsverkehr gesperrt. Reisende, die nach Italien möchten oder von dort kommen, müssen daher auch im Falle von Staus auf der Autobahn bleiben.

Wartezeiten an den Grenzen sind möglich, aber laut ADAC derzeit noch relativ gering. Voraussichtlich werden sie nicht mehr als 30 Minuten betragen. Informationen darüber, wie lange man an der deutsch-österreichischen Grenze an den Übergängen Walserberg (Salzburg - Bad Reichenhall), Kiefersfelden (Kufstein Süd - Kiefersfelden) und Suben (Ort i. Innkreis - Pocking) warten muss, finden sich online bei der österreichischen Infrastrukturgesellschaft Asfinag.