Sommerferien Verkehr NRW: Hier drohen Staus und Verspätungen zum Ferienstart in Nordrhein-Westfalen

Wo drohen im Sommer 2023 Staus auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen? Welche Bahnstrecken in NRW sind besonders von Verspätungen und Zugausfällen betroffen? Ein Überblick.
Oliver Berg/dpaIn Nordrhein-Westfalen beginnen am 22. Juni 2023 die Sommerferien. Viele Menschen nutzen diese Zeit, um mit dem Auto oder dem Zug in den Urlaub zu fahren. Dabei kommt es immer wieder zu hohen Verkehrsaufkommen, Staus und Bahnchaos. Wo ist die Stau- und Verspätungsgefahr im Sommer 2023 in NRW besonders hoch?
NRW: Hier drohen Staus im Sommer 2023
Anfang des Jahres prognostizierte der ADAC, dass 2023 vor allem der Neubau maroder Brücken einen Einfluss auf den Verkehr in NRW haben werde. Zwölf Autobahnabschnitte seien dabei besonders staugefährdet:
- A1 zwischen Burscheid und dem Kreuz Köln-Nord: Die Ursache für die erhöhte Staugefahr ist der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke. Der ADAC gab hier ein sehr hohes Staupotenzial an. Durch die Umleitung von LKWs und Baumaßnahmen auf dem Kölner Ring könne es zu Beeinträchtigungen auf der A1 zwischen Burscheid und dem Kreuz Köln-Nord im beidseitigen Zulauf auf die Rheinbrücke kommen.
- A1 zwischen Wuppertal-Nord und Münster-Süd: Hier führen laut ADAC der sechsstreifige Ausbau der A1 zwischen Münster und Kamen sowie die Erneuerung mehrerer Bauwerke zu einem hohen Staupotenzial.
- A2 zwischen dem Autobahndreieck Bottrop und dem Autobahnkreuz Oberhausen: In dem Abschnitt zwischen Bottrop und Oberhausen soll die gesamte Fahrbahn erneuert werden, weshalb hier ein sehr hohes Staupotenzial droht. Der Stau werde phasenweise bis auf die A31 zurückreichen, prognostiziert der ADAC.
- A3 Autobahndreieck Köln-Heumar: Bis 2029 müssen auf der A3 bei Köln-Heumar alle Brücken erneuert werden. Alle vier Fahrstreifen wurden im Dreieck Heumar dabei auf die Fahrbahn der Fahrtrichtung Frankfurt umgelegt. Diese Verkehrsführung bleibt laut ADAC mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Ende 2023 bestehen. Die Prognose: Sehr hohes Staupotenzial.
- A3 zwischen den Autobahnkreuzen Breitscheid und Oberhausen: Im Kreuz Kaiserberg werden alle Strecken, Brücken und Rampen erneuert. Außerdem bekommen beide Autobahnen im Kreuz jeweils pro Fahrtrichtung eine zusätzliche Fahrspur. Der ADAC prognostiziert ein sehr hohes Staupotenzial.
- A40 zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Häfen und Duisburg-Rheinhausen: Hier wird die Rheinbrücke Neuenkamp gebaut, was ein hohes Staupotenzial mit sich bringt.
- A43 zwischen den Anschlussstellen Recklinghausen und Bochum-Riemke: Die A43 wird auf insgesamt sechs Fahrstreifen ausgebaut, auch Brücken und ein Tunnel müssen in diesem Zuge neu gebaut werden. Im Kreuz Herne ist die Verbindung von der A43 aus Münster kommend auf die A42 in Fahrtrichtung Dortmund gesperrt. Auch die Verbindung von der A2 im Kreuz Recklinghausen aus beiden Richtungen auf die A43 in Richtung Wuppertal ist von einer Sperrung betroffen. Der ADAC prognostiziert eine sehr hohe Staugefahr.
- A45 zwischen Dortmund und Gießen: Aufgrund von Bauarbeiten an den Talbrücken besteht ein sehr hohes Staupotenzial.
- A46 zwischen den Anschlussstellen Haan-Ost und Wuppertal-Oberbarmen: Im Bereich der A46 von AS Haan-Ost bis Wuppertal-Oberbarmen müssen mehrere Brücken und Fahrbahnen saniert werden, weshalb laut ADAC ein hohes Staupotenzial besteht.
Reisen mit der Bahn in NRW: Hier drohen Verspätungen und Ausfälle
Die Deutsche Bahn kündigte eine Sanierung des Streckennetzes an, um die Infrastruktur in NRW zu verbessern. Der Schwerpunkt liege dabei auf dem Ausbau der Gleise für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) von Köln über Düsseldorf nach Dortmund. Daneben werden derzeit noch weitere Bauarbeiten am nordrhein-westfälischen Streckennetz durchgeführt, die Ausfälle und Verspätungen bewirken können. Ein Überblick:
- Tunnelarbeiten vom 24.06.23 bis zum 30.07.23 zwischen Düsseldorf Hbf und Essen Hbf: Die S-Bahnen der Linie S 6 fallen aufgrund von Tunnelarbeiten vom 24.06.2023 (6:00 Uhr) bis zum 30.07.2023 (24:00 Uhr) zwischen Düsseldorf Hbf und Essen Hbf aus. Als Ersatz werden von der Deutschen Bahn folgende Verbindungen empfohlen: Zwischen Düsseldorf Hbf und Düsseldorf Unterrath die S-Bahnen der Linien S 1 (Solingen - Dortmund) und S 11 (Düsseldorf Flughafen Terminal - Bergisch Gladbach) sowie zwischen Düsseldorf-Unterrath und Essen Hbf die Busse. Alternativ: Zwischen Düsseldorf Hbf und Essen Hbf die Verbindungen der Linien RE 1, RE 2, RE 6 und RE 11.
- Sperrungen im Juni und Juli zwischen Euskirchen und Kall (Eifelstrecke): Die Eifelstrecke wird nach Angaben der Deutschen Bahn wieder aufgebaut und auf elektronische Stellwerkstechnik umgerüstet. In den Zeiträumen: 2. Juni (20.30 Uhr) durchgehend bis 12. Juni (0.30 Uhr), 22. Juni (20.30 Uhr) durchgehend bis 24. Juli (21.30 Uhr) und 28. Juli (20.30 Uhr) durchgehend bis 31. Juli (0.30 Uhr), kommt es zu Zugausfällen und Ersatzverkehr auf den Linien RE22 und RB24. Für den Spätsommer/Frühherbst (13. September bis 09. Oktober) ist eine weitere Sperrung geplant.
- Baustellenbedingte Einschränkungen zwischen Wanne-Eickel Hbf und Duisburg Hbf: Wegen Arbeiten an Lärmschutzanlagen, Weichen und Bahnsteigen kommt es im Zeitraum vom 30.06.2023 bis zum 13.08.2023 bei den Linien RE 3, RB 32 und RB 35 zu Fahrplanänderungen zwischen Wanne-Eickel Hbf und Duisburg Hbf.
- Gleiserneuerungen vom 30.06.2023 bis zum 26.07.2023: Aufgrund von Gleiserneuerungen kommt es vom 30.06.2023 (23:00 Uhr) bis zum 26.07.2023 (05:00 Uhr) bei den Linien RE 6 (RRX), RE 16 und RB 40 zu Fahrplanänderungen im Raum Essen Hbf und Bochum Hbf / Dortmund Hbf / Hagen Hbf.
- Bauarbeiten zwischen Rheine und Osnabrück Hbf vom 23.06.2023 bis 05.08.2023: Aufgrund von Bauarbeiten werden die Züge der Linien RB 61 und RE 60 vom 23.06.2023 bis 05.08.2023 zwischen Rheine und Osnabrück Hbf ausfallen. Ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ist eingerichtet.
