Antrag der AfD
: Wird Donald Trump Ehrenbürger von Bad Dürkheim?

Die AfD sorgt in der Pfalz für Aufsehen: Sie will US-Präsident Donald Trump wegen seiner angeblichen Friedensbemühungen und pfälzischen Wurzeln zum Ehrenbürger des Landkreises Bad Dürkheim ernennen – doch der Widerstand ist groß.
Von
Judith Müller
Bad Dürkheim
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DONALD TRUMP begrüßt WOLODYMYR SELENSKYJ im Weissen Haus: President Donald Trump just after ushering the President of Ukraine into the White House in Washington, D.C. (Photo by Michael Brochstein/Sipa USA)

US-Präsident Donald Trump könnte bald Ehrenbürger von Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) werden.

SIPA USA/Michael Brochstein/actionpress

Ein Vorstoß der AfD sorgt derzeit in der Pfalz für politische Diskussionen: Nach dem Willen der Kreistagsfraktion soll US-Präsident Donald Trump zum Ehrenbürger des Landkreises Bad Dürkheim ernannt werden. Begründet wird der Antrag mit Trumps angeblicher Rolle im Friedensprozess zwischen Israel und der Hamas – und seiner familiären Verbindung in die Region.

AfD will Donald Trump für Friedensbemühungen auszeichnen

Wie die AfD-Kreistagsfraktion mitteilt, habe sich Donald Trump um die Befriedung des Nahostkonflikts verdient gemacht. Laut Fraktionschef Thomas Stephan habe Trump durch seine Vermittlungsbemühungen zur Freilassung mehrerer Geiseln beigetragen – darunter auch acht Deutsche. Dies sei Anlass genug, ihm die Ehrenbürgerwürde des Landkreises zu verleihen.

Der Antrag soll am 29. Oktober im Kreistag von Bad Dürkheim behandelt werden. Der Landkreis bestätigte, dass das Thema offiziell auf der Tagesordnung steht. Ob der Antrag allerdings eine Mehrheit findet, ist fraglich.

Landrat Ihlenfeld skeptisch: „Kann mir keine Mehrheit vorstellen“

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) äußerte sich zurückhaltend zu dem Vorstoß. Zwar wolle er der Entscheidung des Kreistags nicht vorgreifen, doch er könne sich „nicht vorstellen, dass die Anträge der AfD-Fraktion eine Mehrheit finden“.
Eine Ehrenbürgerwürde auf Kreisebene sei ohnehin eher unüblich. Die AfD habe deshalb eigens eine Ehrenbürgersatzung ausgearbeitet, um die Grundlage für den Antrag zu schaffen.

Pfälzische Wurzeln: Trumps Familie stammt aus Kallstadt

Donald Trumps familiäre Wurzeln führen tatsächlich in die Pfalz: Sein Großvater Friedrich Trumpf wurde im Ort Kallstadt geboren, heute Teil des Landkreises Bad Dürkheim. Nach einer Frisörlehre wanderte er 1885 in die USA aus, wo er mit Restaurants und Immobilien erfolgreich wurde.
Auch Trumps Großmutter Elisabeth, geborene Christ, stammte aus Kallstadt. Das Paar heiratete 1902 in Ludwigshafen.

Zuletzt rückte die pfälzische Herkunft des US-Präsidenten wieder in den Fokus, als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ihm bei einem Besuch in Washington eine gerahmte Geburtsurkunde seines Vorfahren überreichte – verbunden mit einer Einladung in die Pfalz.

Kallstadt: ARCHIV - 18.09.2025, Rheinland-Pfalz, Kallstadt: Blick auf das Ortsschild von Kallstadt. Kallstadt war der Wohnort der Großeltern väterlicherseits von US-Präsident Donald Trump. (zu dpa: «AfD will Trump zum Ehrenbürger von Bad Dürkheim machen») Foto: Lando Hass/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

AfD will Trump zum Ehrenbürger von Bad Dürkheim machen.

Lando Hass/dpa

Kritik aus Kallstadt: „Wir verwehren uns gegen Einmischung“

In Kallstadt selbst stößt der AfD-Vorstoß auf deutliche Kritik. Bürgermeister Thomas Jaworek (CDU) sagte, die AfD sei im Ortsgemeinderat nicht vertreten und habe daher keinen Einfluss auf lokale Entscheidungen.
„Wir verwehren uns gegen den Versuch der Einmischung einzelner Fraktionen auf höheren kommunalen Ebenen“, so Jaworek. Der Ort stehe für kommunale Selbstverwaltung – und wolle nicht politisch instrumentalisiert werden.

Bereits 2017 war ein ähnlicher Versuch gescheitert: Damals hatte die Partei „Die Republikaner“ vorgeschlagen, Trump zum Ehrenbürger von Kallstadt zu ernennen. Auch dieser Antrag fand keine Mehrheit.

Entscheidung Ende Oktober

Ob Donald Trump tatsächlich Ehrenbürger des Landkreises Bad Dürkheim wird, entscheidet sich am 29. Oktober. Während die AfD den Antrag als „Zeichen der Anerkennung für Friedensarbeit und Heimatverbundenheit“ versteht, sehen Kritiker darin vor allem einen politischen PR-Versuch.
Eine Mehrheit im Kreistag gilt als unwahrscheinlich, doch die Diskussion zeigt: Trumps Name polarisiert – selbst in der Pfalz.