Alpen Schnee: Lawinengefahr: Österreich versinkt im Wetterchaos – auch Italien und die Schweiz betroffen

Große Neuschneemengen haben in Teilen der Alpen zu erheblichen Verkehrsproblemen und höchster Lawinengefahr geführt. In Osttirol in Österreich wurde die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen.
Bernd März- Am Wochenende kam es in den Alpen zu einem Wintereinbruch mit großen Mengen Neuschnee.
- In Osttirol wurde die höchste Lawinenstufe ausgerufen.
- Ein Schneebrett hat in Österreich vier Häuser beschädigt.
- Mehrere Wintersport-Events wurden verlegt.
Wetter-Chaos in den Alpen: Große Mengen an Neuschnee haben in Teilen des Hochgebirges zu erheblichen Verkehrsproblemen und höchster Lawinengefahr geführt. Es war von „den stärksten Schneefällen seit Jahren“ die Rede. Betroffen war unter anderem der Brenner-Pass zwischen Österreich und Italien. Dort waren am Wochenende Zugverbindungen unterbrochen und auch die Autobahn teilweise gesperrt. In ganz Südtirol gebe es viele Stromausfälle, teilte der Zivilschutz in Bozen mit. Rund 1400 Feuerwehrleute seien seit Sonntagfrüh im Einsatz.
Wetter-Chaos in den Alpen: Höchste Lawinenwarnstufe in Osttirol
In Osttirol in Österreich wurde die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Es sei mit spontanen Lawinen, „vereinzelt auch extrem großen“ zu rechnen, so die Behörden. Auch in der Schweiz waren Zugverkehr und Straßenverkehr beeinträchtigt.
In Prägraten am Großvenediger in Österreich ging am Samstag ein Schneebrett ab, wie die Polizei berichtete. Vier Häuser und ein Fahrzeug wurden beschädigt. Niemand wurde verletzt. Etwa 100 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Schneemassen brachen auch in einen Schafstall und türmten sich in einem Gasthaus. Die Menschen wurden aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. In Tirol waren am Sonntag rund 3500 Haushalte ohne Strom, nachdem Bäume auf Stromleitungen gefallen waren.
Neuschnee: Viele Straßen in Österreich gesperrt
Generell waren in Österreich viele Bergstraßen nur mit Schneeketten befahrbar oder komplett gesperrt, darunter der Plöckenpass oder die Zufahrt ins Lesachtal in Kärnten. Die Lage sollte sich nur langsam entspannen. Auch am Sonntag wurde regional mehr als ein Meter Neuschnee erwartet.
In der Schweiz machte der viele Schnee unter anderem der Matterhorn-Gotthard-Bahn zu schaffen. Die Bahn meldete am Sonntag auf Twitter eine Streckenunterbrechung zwischen Andermatt und Sedrun. Für Skitouren, Freeriden und Schneeschuhwanderungen abseits gesicherter Pisten seien die Verhältnisse kritisch. In einigen Regionen kam es zu Überschwemmungen durch geschmolzenen Schnee.
Wintersport-Events wurden wegen Wetter-Chaos verlegt
Wegen der Witterung wurde der für Sonntag angesetzte zweite Weltcup-Riesenslalom der Herren im italienischen Santa Caterina Valfurva auf Montag verlegt. Das teilte der Ski-Weltverband Fis mit. Bei den Damen waren an diesem Wochenende beide Super-G-Rennen in St. Moritz wegen hoher Lawinengefahr nach starken Schneefällen in der Region abgesagt worden. Die Speedfahrerinnen werden nun erst in zwei Wochen in Val d'Isere in ihre Weltcup-Saison starten können.
In der norditalienischen Region Venetien war die Feuerwehr rund um die Uhr im Einsatz und rückte mehr als 400 Mal aus. In der Dolomiten-Gegend um Belluno türmte sich der Schnee meterhoch, Stromtrassen wurden beschädigt.
Schnee-Chaos in den Alpen: Das ist der Grund
Grund für die starken Niederschläge sind gleich mehrere Tiefs, die feuchte Luft von Italien gegen die Alpen drücken. Wie ein Schwamm wird die Luft an den Bergen „ausgewrungen“. Dadurch regnet oder schneit es in den immer gleichen Gebieten südlich des Alpenhauptkamms anhaltend und intensiv.
Meteorologen warnen vor glatten Straßen in Deutschland
Der Süden Deutschlands bleibt im Augenblick von derartigen Schneemengen momentan noch verschont. Weil es allerdings immer wieder zu Schneeregen oder gefrierendem Regen kommt raten die Meteorologen dazu, in den kommenden Tagen vorsichtig zu fahren.
