In Deutschland gibt es immer mehr Fälle von Affenpocken. Die Infektionskrankheit breitet sich aus, die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Ausbruch weltweit als Notlage eingestuft. Anfang August hat es den ersten Fall eines infizierten Kindes gegeben: Ein vierjähriges Mädchen hat sich angesteckt. In den USA hatte es schon mehrere Fälle bei Kindern gegeben.
Hier wollen wir ein Bild der aktuellen Lage geben:
  • Wie steckt man sich mit den Affenpocken an?
  • Kann man an MPX sterben? Wie ist der Krankheitsverlauf?
  • Welche Impfung gibt es und wie bekomme ich einen Termin?
  • Infektionszahlen aktuell: Wie viele Menschen sind infiziert?

Infektionszahlen von Affenpocken aktuell

Mit Stand vom Montag, den 8. August 2022 sind insgesamt 2916 Affenpockenfälle an das RKI übermittelt worden. In fast allen Fällen handlt es sich um Männer, nur sieben Infizierte sind weiblich. Bisher sind zwei Fälle bei Jugendlichen bekannt, nun auch noch ein Fall eines Kleinkinds.
Derzeitigen Erkenntnissen zufolge werde das Virus in diesem Ausbruch in erster Linie bei sexuellen Aktivitäten insbesondere zwischen Männern übertragen, teilte das RKI mit. Die meisten Betroffenen erkrankten nicht schwer.
Es erscheine weiter möglich, "den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen, wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden". Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung werde weiter als gering eingeschätzt.

Wie steckt man sich mit den Affenpocken an? Was sind Symptome?

Die Affenpocken werden durch engen Körper- bzw. Hautkontakt übertragen. Im Frühstadium kann sich das Virus über Tröpfchen in der Ausatemluft verbreiten. Im späteren Stadium wird das Virus über Kontakt mit den unten beschriebenen Hautveränderungen verbreitet. In Pustel- und Schorfmaterial ist das Virus noch lange überlebensfähig und kann so auch über kontaminierte Materialien und Oberflächen wie beispielsweise Kleidung, Bettzeug und andere persönliche Gegenstände übertragen werden.
Im Gegensatz zu Corona wird das Affenpockenvirus nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Infektion erfordert in der Regel einen sehr engen Kontakt mit infizierten Menschen, Tieren oder kontaminierten Gegenständen. Manche Menschen bleiben relativ symptomfrei, weshalb eine Übertragung so passieren kann.
Folgende Symptome werden bei Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben, beobachtet:
  • Fieber
  • Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • Stark juckender, fleckiger Ausschlag meist im Gesicht beginnend und sich dann auf andere Körperteile, einschließlich der Genitalien, ausbreitend
  • Hautveränderungen mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die eitern und aufplatzen können
Die Inkubationszeit der Affenpocken beträgt in der Regel 6 bis 13 Tage, kann aber auch zwischen 5 und 21 Tagen liegen. Die Krankheit heilt typischerweise von selbst, wobei die Symptome in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen abklingen.

Kann man an Affenpocken sterben?

Es ist möglich, an dem Virus zu sterben. Allerdings ist die Gefahr sehr niedrig. In Europa hat es bereits einige wenige Todesfälle durch MPX gegeben, auch in Indien und Brasilien sind Menschen gestorben. In Spanien sind zwei Männer gestorben, nachdem sie durch die Krankheit Gehirnentzündungen bekamen. Die Männer hatten Vorerkrankungen.

Impfung gegen Affenpocken: Pockenimpfung schützt

Bei einer Infektion werden in erster Linie Symptome behandelt. Ein zur Therapie von sogenannten Orthopocken entwickeltes Arzneimittel wurde kürzlich in der EU auch für Affenpocken zugelassen.
Zur Verbeugung hat sich die allgemeine Pockenimpfung gegen die Affenpocken zu 85 Prozent als wirksam erwiesen. Allerdings wird seit längerem nicht mehr gegen die Pocken geimpft, da die Krankheit seit über 40 Jahren ausgerottet ist.
In Deutschland ist für bestimmte Risikogruppen wie Männer, die Sex mit Männern haben mit häufig wechselnden Partnern eine Impfung mit dem seit 2013 in der EU ab 18 Jahren zugelassenen Pockenimpfstoff Imvanex empfohlen, der besser verträglich ist als ältere Pockenimpfstoffe. Nach RKI-Schätzungen haben etwa 130.000 Menschen in Deutschland eine Indikation für eine Impfung gegen Affenpocken. Allerdings mangelt es am Impfstoff. Vor allem in Berlin, wo es viele Fälle gibt, hat es Forderungen nach mehr Impfstoff gegeben. Der soll jetzt auch kommen: Etwa 1900 Dosen werden in der Hauptstadt demnächst erwartet. Bisher hatte Berlin schon 9500 Dosen erhalten. Die Impfung ist kostenfrei.

Termin für die MPX-Impfung: Wo gibt es sie?

Da es nur wenig Impfstoff gibt, wird die MPX-Impfung nicht überall angeboten. In vielen Bundesländern und Städten – z.B. in Berlin und in Hamburg – wird in den Schwerpunktpraxen für sexuelle Gesundheit geimpft. Das heißt in der Regel impfen HIV-Spezialisten auch gegen MPX. Die Deutsche Aidshilfe informiert hier auf dieser Webseite, wo es in den einzelnen Bundesländern Termine für die Affenpocken-Impfung gibt.