Die Blätter fallen von den Bäumen, es wird wieder früher dunkel und später hell: Der Herbst ist da und damit auch das Herbstwetter. Früher oder später geht mit dem Wechsel der Jahreszeiten auch ein Temperaturumschwung einher. Angesichts der steigenden Energiepreise überlegen allerdings viele Menschen aktuell, wie lange sie noch darauf verzichten können, die Heizung anzumachen. In diesem Artikel klären wir alle Fragen rund um das Heizen im Herbst und Winter 2022.
  • Ab wann sollte man heizen?
  • Und ab wann muss der Vermieter die Heizung anmachen?
  • Gibt es eine „Heizpflicht“ für Mieter?

Außentemperatur: Ab wann sollte man heizen?

Wie warm sollte es in der Wohnung grundsätzlich sein? Ab welcher Außentemperatur man die Heizung anschalten sollte, wird durch die sogenannte „Heizgrenze“ definiert. Es gibt bestimmte Richtwerte für die Lufttemperatur verschiedener Räume. Für Schlafzimmer werden hier beispielsweise 16 bis 18 Grad Celsius angegeben, während die Richttemperatur für Wohnzimmer zwischen 20 und 22 Grad Celsius und für Badezimmer zwischen 24 und 26 Grad Celsius liegt. Reichen die Sonneneinstrahlung und die Wärmeabgabe von Personen und Gegenständen nicht mehr aus, um diese Temperaturen zu halten, wird die Heizgrenze unterschritten. Dieser Zeitpunkt markiert den Beginn der persönlichen Heizsaison.

Schäden durch zu niedrige Raumtemperaturen

Angesichts der sinkenden Energiepreise sprechen sich viele Menschen dafür aus, im Herbst und Winter 2022 weniger heizen zu wollen. Hier muss allerdings beachtet werden, dass bei zu niedrigen Innentemperaturen Schäden entstehen können, deren Behebung wiederum ins Geld gehen kann.
Ist ein Gebäude unbeheizt und die Außentemperaturen sinken unter den Gefrierpunkt, können Frostschäden an den Wasserleitungen auftreten. Im schlimmsten Fall platzen Teile der Rohre, was kostspielige Reparaturen erforderlich macht.
Außerdem nimmt bei Raumtemperaturen unter 17 Grad Celsius die Gefahr für Schimmelbildung stark zu. Das liegt daran, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kältere. Wenn warme Luft abkühlt kommt es daher zur Kondensation des Wasserdampfes aus der Luft. Die Feuchtigkeit sammelt sich daher an den kälteren Flächen, oft handelt es sich dabei um Fenster oder die Innenflächen von Außenmauern - es entsteht Schimmel.

Offizielle Heizperiode: Ab wann muss der Vermieter die Heizung anmachen?

Während Besitzerinnen und Besitzer eines Eigenheims eigenverantwortlich entscheiden können, ob und ab wann sie heizen, ist dies bei Vermieterinnen und Vermietern nicht der Fall. Denn diese haben die Pflicht, die Wohnung das ganze Jahr über in einem bewohnbaren Zustand zu halten. Daher muss die Zentralheizung angeschaltet werden, um den Mieterinnen und Mietern die Möglichkeit zu geben, die Wohnung ausreichend zu heizen. Zwei Werte sind hier vorgegeben. Den Mietern muss es möglich sein, die Wohnung tagsüber in einer angemessenen Zeit auf 20 bis 22 Grad Celsius zu heizen. Nachts darf die Temperatur nicht unter 16 bis 18 Grad Celsius sinken. Allerdings wurden diese Grenzen für die aktuelle Heizsaison gelockert, damit Mieter auch weniger heizen können, wenn sie das wollen. Hier geht es zum Artikel über die Energieeinsparverordnung.

Gibt es eine „Heizpflicht“ für Mieterinnen und Mieter?

Es besteht keine Pflicht für Mieterinnen und Mieter, in ihrer Wohnung so zu heizen, dass sie eine bestimmte Temperatur erreichen. Die einzige Vorgabe ist, dass eine Mindesttemperatur aufrechterhalten wird um zu verhindern, dass Schäden an der Wohnung entstehen.

Energiesparen leicht gemacht - Wichtige Tipps oder Fragen zum Thema

Weitere Infos und wichtige Tipps zum Thema Energiesparen finden Sie unter swp.de/energiesparen. Haben Sie Fragen rund um das Thema, dann schreiben Sie uns gerne an energiesparen@swp.de.