Am 11. September 2021 ist der nächste Jahrestag der tragischen Terrorangriffe auf das World Trade Center (WTC). Auch 20 Jahre nach den Anschlägen des 11. September 2001 haben die Bilder nichts von ihrem Schrecken verloren und werden in New York wieder allgegenwärtig sein. Mit vier entführten Verkehrsflugzeugen setzten Terroristen die Welt in Furcht. Mehr als 3000 Menschen starben bei dem Unglück. Die Hintergründe zum Ereignis, sowie zur Berichterstattung, Wochentag und Buch im Überblick.

20 Jahre nach 9/11: Biden zieht US-Truppen aus Afghanistan ab

US-Präsident Joe Biden will 20 Jahre nach den Anschlägen von 11. September seine Truppen aus Afghanistan abziehen. Beginnen soll es am 1. Mai. Bei der Verkündung, erklärte der US-Präsident, die ursprüngliche Mission des Einsatzes sei „erfüllt“. „Es ist Zeit, Amerikas längsten Krieg zu beenden. Es ist Zeit für die amerikanischen Truppen, nach Hause zu kommen.“ Er hatte zuvor betont, „die ewigen Kriege in Afghanistan und im Nahen Osten zu beenden“.
Experten warnen jedoch, dass Afghanistan bei einem verfrühten Abzug wieder in einen Bürgerkrieg abgleiten könnte. Das Ziel, dass Afghanistan Terroristen nicht mehr als Zufluchtsort diene, sei erreicht worden, so die US-Regierung. Von ausländischen Soldaten könnten die internen Konflikte Afghanistans nicht gelöst werden.
Das bedeutet auch das Aus für den Afghanistan-Einsatz der Nato. Ohne die USA sind Deutschland und die anderen Alliierten und Partnerstaaten nicht bereit das Engagement ohne die USA fortzuführen. Biden betonte, der Abzug werde in Sicherheit und koordiniert mit den Verbündeten stattfinden.
Die Truppen sollen bis zum 11. September 2021 abziehen: Die Terroranschläge von New York und Washington jähren sich dann zum 20. Mal. Sie waren Auslöser des US-geführten Militäreinsatzes in Afghanistan und dem Terrornetz Al-Qaida zugeschrieben. Der Krieg begann im Oktober 2001. Bald darauf stürzte das Taliban-Regime.

11. September 2001: Wochentag und Chronologie der Ereignisse

Am Dienstag, den 11. September 2001 hatten 19 Al-Qaida-Terroristen fast gleichzeitig vier Passagier-Flugzeuge entführt und auf Ziele in den USA zugesteuert:
  • Um 08:45 Uhr Ortszeit stürzt das erste der Flugzeuge in den nördlichen Turm des World Trade Centers in New York. Die Ursache ist zunächst unklar, Presse und Sicherheitsbehörden vermuten zu diesem Zeitpunkt noch einen Unfall.
  • Um 09:05 Uhr rast ein zweites Flugzeug in den Südturm des Gebäudes. Von da an wurde klar: Es handelt sich um einen terroristischen Anschlag. Beide 417 Meter hohen Türme an der Südspitze von Manhattan stehen in Flammen und Rauchwolken verhüllen das ganze Viertel.
  • US-Präsident George W. Bush spricht vor der Presse von einer „nationalen Tragödie“ und einem „offensichtlichen terroristischen Anschlag“.
  • Bereits um 09:43 Uhr Ortszeit, stürzt das dritte entführte Flugzeug auf das Pentagon und zerstört Teile des US-Verteidigungsministeriums. Anschließend wird das Weiße Haus evakuiert. Auch der Luftraum über den USA wird gesperrt und zivile Flugzeuge dürfen nicht mehr starten.
  • Um 10:07 Uhr kollabiert der Südturm des World Trade Centers. Etwa zwanzig Minuten später stürzt auch der Nordturm in sich zusammen.
  • Um 10:42 Uhr stürzt eine vierte Maschine in der Nähe der Stadt Pittsburgh ab. Ihr Ziel war offenbar das Weiße Haus in Washington. Passagiere konnten jedoch den Anschlag vereiteln.
Insgesamt starben bei den Anschlägen vom 11. September mehr als 3.000 Menschen, doppelt so viele wurden verletzt. Nach den Anschlägen proklamierte US-Präsident George W. Bush einen „War on Terror“. Darunter wurden politische, juristische und militärische Schritte gegen den internationalen Terrorismus nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zusammengefasst.
Der ehemalige Präsident Barack Obama bekräftigte anstelle dieses Schlagworts „beharrliche Anstrengungen gegen Netzwerke von Extremisten“, die Amerika bedrohen, zu unternehmen. Im „Krieg gegen den Terror“ wurden laut einer Studie des IPPNW weit über eine Million Menschen getötet.

11. September: Wer steckte hinter den Anschlägen?

Unmittelbar nach den Einschlägen der Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers stand Osama bin Laden und die von ihm gegründete radikal-islamische Terrororganisation Al-Qaida als Attentäter unter Verdacht.
Insgesamt 19 Entführer wurden nach den Anschlägen vom FBI ermittelt. Sie stammten aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Ägypten und dem Libanon. Ihre Motive waren der Glaube an eine jüdische Weltverschwörung, das Bild eines imperialistischen Westens, welcher die islamische Welt kolonisiere und demütige sowie der Hass auf die von der Globalisierung erzeugte weltweite soziale Ungerechtigkeit. Dieser galt insbesondere den, in ihren Augen, „ungläubigen“ Nationen: die USA.
Osama bin Laden gehörte jahrelang zu den meistgesuchten Zielpersonen des FBI. Erst in der Nacht zum 2. Mai 2011 erschossen US-Soldaten in Bin Laden bei der von US-Präsident Barack Obama befohlenen Erstürmung seines Anwesens in Pakistan.

Jahrestag 9/11: Gedenken an die Opfer

Jährlich am 11. September finden Gedenkfeiern zu Ehren der Opfer der Anschläge statt. In New York werden üblicherweise die Namen der 2791 Menschen, die dort bei dem Anschlag ums Leben kamen, durch deren Angehörige in alphabetischer Reihenfolge verlesen.
An der Stelle des World Trade Centers befindet sich mittlerweile eine Gedenkstätte – das National September 11 Memorial and Museum (auch bekannt als 9/11 Memorial oder 9/11 Memorial Museum).
Das Mahnmal erinnert an die rund 3000 Opfer der Terroranschläge 2001 und des Bombenanschlags von 1993 auf das World Trade Center. Das Gelände des ehemaligen World Trade Centers wurde nach den Anschlägen als Ground Zero bekannt. Am 12. September wurde das Gedenkpavillon eröffnet. Das Museum wurde schließlich am 15. Mai 2014 unter Anwesenheit von Präsident Barack Obama eingeweiht. Seit dem 21. Mai 2014 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.

11. September 2001: Berichterstattung

Die Anschläge vom 11. September war ein beispielloses Verbrechen. Die Berichterstattung der Tragödie war für die Medien eine bis dahin noch nicht dagewesene Herausforderung. Auf tagesschau.de wird in Auszügen dokumentiert, wie die Berichterstattung am 11. September 2001 ablief. Auf YouTube gibt es außerdem eine Zusammenfassung darüber, wie die Tagesschau über das Unglück berichtete.
Youtube

Youtube 20 Uhr Tagesschau 11.09.2001

11. September 2001: Bücher

Rund um das traurige Ereignis gibt es auch zahlreiche Literatur zu den Hintergründen und Folgen sowie Romane mit fiktiven Protagonisten. Das sind einige der bekanntesten Werke:

Literatur

  • Cordt Schnibben, Stefan Aust (2003): 11. September: Geschichte eines Terrorangriffs
  • Bernd Greiner (2011): 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen
  • Michael Butter, Birte Christ, Patrick Keller (2011.): 9/11. Kein Tag, der die Welt veränderte.
  • Till Karmann, Simon Wendt et al. (2016.): Zeitenwende 9/11? Eine transatlantische Bilanz.
  • Michael Bothe (2003): Der 11. September – Ursachen und Folgen
  • Christoph Kucklick (2001): 11. September 2001. Der Tag, der die Welt verändert hat. Die Planung, der Ablauf, die Folgen. Alle Hintergründe der Katastrophe.

Romane

  • Don DeLillo (2007): Falling Man
  • Frédéric Beigbeder (2003): Windows on the World
  • Jonathan Safran Foer (2005): Extrem laut und unglaublich nah
  • Katharina Hacker (2006): Die Habenichtse
  • Nell Zink (2020): Das Hohe Lied