Wohnen in der Region
: Wie viele Menschen wegen zu teurem Wohnraum unterstützt werden müssen

Auch im Alb-Donau-Kreis und im Kreis Neu-Ulm sind die Mieten hoch, einige Menschen können sich diese nicht leisten. Was das den Staat kostet.
Von
Janina Hirsch
Ulm/Neu-Ulm
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Wohnen wird immer teurer. Wer sich das nicht leisten kann, bekommt Unterstützung vom Staat. (Symbolfoto)

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In ganz Deutschland fehlt es an sozialem Wohnraum. Auch im Alb-Donau-Kreis und im Kreis Neu-Ulm ist bezahlbares Wohnen ein Problem. Eine Folge davon: Der Staat ist gezwungen, weiter steigende Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt zu akzeptieren und so Miete zu bezahlen, die deutlich über den ortsüblichen Vergleichsmieten liegt, wie eine Studie des Pestel-Instituts aus Hannover im Januar schlussfolgerte. Laut einer Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit Sitz in Augsburg unterstützte der Staat rund 1.900 Haushalte mit 3.300 Menschen im Landkreis Neu-Ulm im vergangenen Oktober bei den Kosten der Unterkunft. Bei diesen gehe es demnach um die Mietzahlungen vom Job-Center für Bürgergeld-Empfänger. Für den Monat Oktober ergebe das Zahlungen für die Kaltmiete der Unterkunft von mehr als 904.000 Euro an die Vermieterinnen und Vermieter.

Michael Jäger: „Noch besser sind aber Sozialwohnungen.“

Im Alb-Donau-Kreis seien es rund 2.200 Haushalte mit insgesamt 4.700 Menschen, die der Staat bei den Kosten der Unterkunft unterstützte. Für die Kaltmiete waren das mehr als 1,1 Millionen Euro, die der Staat an die Vermieterinnen und Vermieter entrichtete. Die Zahlen der IG Bau stammen aus einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

„Dazu kommt Monat für Monat noch einmal eine stattliche Summe fürs Wohngeld“, heißt es seitens der IG Bau Schwaben. Ebenso übernehme der Staat über die Job-Center-Zahlungen hinaus die Kosten der Unterkunft für viele weitere Menschen, die darauf angewiesen sind, darunter ältere Menschen mit knapper Rente. Unterm Strich gebe der Staat damit im Kreis Neu-Ulm und im Alb-Donau-Kreis viel Geld für Miete aus, um Menschen das Wohnen überhaupt ermöglichen zu können.

„Um es klar zu sagen: Es ist richtig und wichtig, dass der Staat Wohngeld zahlt und dass er die Kosten der Unterkunft übernimmt“, sagt Michael Jäger von der IG Bau Schwaben. „Noch besser sind aber Sozialwohnungen.“ Diese würden den Staat unabhängig von jeder Miet-Preistreiberei auf dem Wohnungsmarkt machen und seien auf Dauer eine günstigere Lösung für die Staatskasse. „Außerdem sind Sozialwohnungen die beste Mietpreis-Bremse für den Wohnungsmarkt“, sagt Jäger und verweist darauf, wie viele Sozialwohnungen in Bayern und Baden-Württemberg fehlen: Bis 2030 müsste der Bestand an Sozialwohnungen in Bayern um mehr als 195.000 steigen, in Baden-Württemberg um mehr als 205.000. Der Staat müsse also in diese investieren.