Versuchter Mord in Wiblingen?
: Lehrer wird auf offener Straße niedergeschlagen

Mitten am Tag ist ein Lehrer in Wiblingen von einem Unbekannten niedergeschlagen worden. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes. Die Stadt sagt deshalb eine Infoveranstaltung zur Flüchtlingsunterbringung ab.
Von
Ulrike Schleicher
Ulm
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  • Die Sägefeld-Halle: Dort hätte die Infoveranstaltung der Stadt stattgefunden.

    Die Sägefeld-Halle: Dort hätte die Infoveranstaltung der Stadt stattgefunden.

    C.Marz
  • Vor der Sägefeldschule waren am Dienstag noch Spuren der Attacke zu sehen.

    Vor der Sägefeldschule waren am Dienstag noch Spuren der Attacke zu sehen.

    Ralf Zwiebler
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Im Ulmer Stadtteil Wiblingen ist am Montagnachmittag (26.2.) ein Lehrer der Sägefeld–Grundschule auf offener Straße niedergeschlagen und verletzt worden. Laut einer Polizeimeldung wurde der Mann gegen 16 Uhr im Benediktinerweg, unweit der Schule, mit einem Gegenstand attackiert. Dann sei der Täter geflüchtet.

Der Lehrer wurde nach Polizeiangaben verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei fahndet nach dem unbekannten Täter und ermittelt inzwischen wegen versuchten Mordes. Darüber hinaus gab die Polizei nichts zu den Ermittlungen bekannt. Sie hat eine Sonderkommission „Säge“ eingerichtet.

Dass das Opfer an der Schule unterrichtet, bestätigte der Leiter der Abteilung Bildung und Sport, Gerhard Semler, gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Der Lehrer sei von einer „vermummten Person“ niedergeschlagen worden, wie er von der Polizei Ulm erfahren habe. Der Täter sei seines Wissens nach immer noch flüchtig.

Alle Schulen und Kindergärten in der Stadt informiert

Er habe am Morgen alle Schulen und alle Kindergärten in Ulm über den Vorfall informiert. Für Semler wichtig: „Das war kein Amoklauf, sondern eine Einzeltat. Insofern besteht keine Gefahr.“ Gerade über die sozialen Netzwerke würden schnell solche Dinge verbreitet: „Das wollen wir nicht.“

Am Dienstag sei der Schulbetrieb in der Sägefeld–Grundschule in Wiblingen weiter gelaufen. Allerdings: „Wir haben den schulpsychologischen Beratungsdienst vor Ort geschickt und auch in die benachbarte Wilhelm–Busch–Schule“, sagt Semler. Die Rektorin der Sägefeldschule, Cornelia Euchner, schreibe einen Elternbrief, in dem sie über die Situation informiere. Eine Streife der Polizei sei den Tag über vor der Schule gewesen, teilte Semler weiter mit

In Zusammenhang mit dem Vorfall wird eine geplante Infoveranstaltung der Stadt am Mittwochabend (28.2) zum Thema Unterkunft für 250 Geflüchtete in Wiblingen abgesagt. Die Veranstaltung war wegen des großen Interesses der Bevölkerung extra in die Turnhalle der Sägefeld–Grundschule gelegt worden. Wie berichtet, will die Stadt Container aufstellen, die Standorte sind nach erregten Diskussionen noch offen.

Infoveranstaltung abgesagt: Neuer Termin gesucht

Wie die Sprecherin der Stadt am frühen Abend mitteilt, „steht die Turnhalle nach einem gravierenden Vorfall gestern (26.2) in der Nähe der Sägefeldschule derzeit nicht zur Verfügung“. Die dort für Mittwoch geplante zweite Infoveranstaltung zur Unterbringung Geflüchteter in Wiblingen müsse daher abgesagt werden, weil kurzfristig kein Ersatzort zur Verfügung stehe.

Die Stadtverwaltung suche nun nach einem neuen Termin, heißt es weiter. Gemeinderäte und RPG Wiblingen sind informiert. „Durch die Terminverschiebung wird sich voraussichtlich auch der Zeitpunkt der Beschlussfassung im Gemeinderat in den April verschieben, da alle Fraktionen signalisiert haben, dass sie ohne zweite Bürgeranhörung nicht über Standorte entscheiden werden.“

Erst vergangene Woche (22.2) hatte die RPG in das Bürgerzentrum eingeladen und neun mögliche Standorte vorgestellt. Diese waren in einer Arbeitsgruppe mit der RPG und Stadträten erarbeitet worden.