Verfolgungsjagd auf B30
: Raser entkommt Polizei in Ulm nach lebensgefährlicher Flucht

Ein schwarzer BMW mit geklauten Kennzeichen raste mitten in der Nacht ohne Licht auf dem Standstreifen mit Tempo 200 und mehr der Polizei davon.
Von
Christian Wille
Ulm
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Auto auf Autobahn: ARCHIV - 14.10.2016, NA, Frankfurt/Main: Zu Lichtspuren verwischt sind die Fahrzeuge auf einer Autobahn. Die Aufnahme entstand mitgezogen aus freier Hand bei einer Belichtungszeit von einer fünftel Sekunde. (zu dpa: «Raser bedrängt Polizeistreife - Ermittlungen») Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mit mehr als 200 km/h im nicht zugelassenen Auto, mit gestohlenen Kennzeichen, ohne Licht oder Führerschein gelingt einem Raser die waghalsige Flucht vor der Polizei.

Frank Rumpenhorst/dpa
  • Ein schwarzer BMW mit gestohlenen Kennzeichen flüchtete in Ulm mit über 200 km/h vor der Polizei.
  • Der Fahrer schaltete das Licht aus und raste auf dem Standstreifen der B30.
  • Nach einem Unfall setzte der Fahrer die Flucht fort und entkam der Polizei.
  • Das Auto wurde im Stadtteil Wiblingen verlassen aufgefunden.
  • Die Polizei sucht Zeugen und vermutet einen polizeibekannten 27-Jährigen als Täter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist kurz nach 2 Uhr in der Nacht auf Dienstag (14.01.2025) und das Thermometer zeigt minus sechs Grad an, als der Fahrer das Gaspedal des schwarzen BMWs durchdrückt und so stark beschleunigt, dass die Tachonadel erst weit über 200 zu steigen aufhört. Nur kurz zuvor hatte er das Licht des Autos ausgeschaltet und für seine Flucht vor einer Zivilstreife der Polizei auf den Standstreifen der Bundesstraße gewechselt. Dort rauscht er rechts an mehreren Fahrzeugen vorbei, bis er schließlich eine Abfahrt nimmt und ein Wohngebiet ansteuert, um die Polizei abzuschütteln. Obwohl er mit dem Fluchtauto gegen einen Fahrbahnteiler kracht, kann er die Verfolgungsjagd fortsetzen und den Polizeibeamten entkommen. Diese finden kurz darauf nur noch den beschädigten BMW 320 mit WN-Kennzeichen verlassen im Wohngebiet vor. Doch die Beamten haben bereits einen Tatverdächtigen und suchen nach ihm.

Was sich wie eine Szene aus einem Actionfilm liest, ist tatsächlich genauso passiert. Und zwar auf den Bundesstraßen B10 und B30 in und bei Ulm sowie im Stadtteil Wiblingen. Doch alles der Reihe nach – was ist passiert?

BMW rast an Zivilpolizei vorbei und flüchtet

Am frühen Dienstagmorgen (14.01.2025) um kurz nach 2 Uhr raste der BMW auf der B10 beim Hindenburgring in Ulm an einer Zivilstreife vorbei. Die Streife fuhr dem schwarzen BMW 320 mit WN-Kennzeichen in Richtung Laupheim hinterher, um eine Kontrolle durchzuführen. Doch ohne Erfolg: Die deutlichen Anhaltesignale mit Blaulicht ignorierte der Flüchtige einfach und verließ kurz darauf die B30 an der Anschlussstelle Laupheim-Nord. Er drehte um und flüchtete weiter auf der B30 in Richtung Ulm zurück.

Dabei schaltete er sein Abblendlicht aus und raste mit hoher Geschwindigkeit auf dem Standstreifen an Fahrzeugen vorbei. Der Fahrer soll zeitweise mit deutlich über 200 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Als er bei Ulm-Wiblingen die Bundesstraße verließ, kam er zu weit nach links und kollidierte mit einem Fahrbahnteiler. Fremdschaden entstand dabei nicht, doch das Fahrzeug wurde beschädigt, wie sich später herausstellte.

War der Raser ein polizeibekannter 27-Jähriger?

Anschließend setzte er seine riskante Fahrt auf dem Wiblinger Ring in Richtung Illerkirchberg fort. Er entkam schließlich den Beamten. Kurz darauf stellte die Polizei das unfallbeschädigte Fahrzeug im Wohngebiet von Wiblingen fest. Vom Fahrer fehlte jedoch jede Spur.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll es sich bei dem Fahrer wohl um einen polizeibekannten 27-Jährigen aus Ulm handeln. Der Mann steht im Verdacht, mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug, falschen Kennzeichen und ohne Führerschein unterwegs gewesen zu sein.

Polizei sucht Zeugen nach Verfolgungsjagd

Die Verkehrspolizei Laupheim hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Insbesondere gefährdete Verkehrsteilnehmer sollen sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 07392 96 30 320 melden.