Unwetter im Alb-Donau-Kreis: Zweite Gewitterzelle zieht vorbei – Feuerwehr in der Region im Großeinsatz

Unwetter fegten am 14. August über den Alb-Donau-Kreis und hinterließen mancherorts große Schäden.
Oliver Heider, Matthias StelzerAm Mittwochabend (14.08.2024) sind, wie vom DWD angekündigt, heftige Unwetter über Baden-Württemberg hinweggezogen– auch über den Alb-Donau-Kreis fegten Unwetter mit Starkregen und haben manchenorts eine weiße Schicht hinterlassen: Hagel, der ganze Straßen und Felder bedeckt. Die Feuerwehr in Blaustein hielt sich bereits früh in Alarmbereitschaft, wie sie auf Anfrage mitteilte. Sie rechnete im Lauf des Abends mit einigen weiteren Einsätzen. Und so kam es auch – und zwar geballt.
Das komplette Ausmaß war auch gegen 22 Uhr bei weitem noch nicht absehbar. Vermutlich wird erst im Laufe des Donnerstags, wenn die Feuerwehren und Rettungskräfte der Region Bilanz gezogen haben, ein genaueres Bild der Lage im Alb-Donau-Kreis möglich sein. Doch schon am Mittwochabend steht fest: Das Unwetter hat teils extrem heftig gewütet und...
- ganze Bäume entwurzelt
- Baumstämme abgebrochen
- Autos zerstört
- Stromleitungen abgerissen
- Keller unter Wasser gesetzt
- Straßen mit Hagel überflutet
...und damit für reichlich Chaos und Verzweiflung in der Region gesorgt.
In einer Facebook-Gruppe beklagten sich bereits am frühen Abend gegen 19.30 Uhr einige Anwohner über Stromausfälle in der Stadt Blaustein, beispielsweise in den Stadtteilen Klingenstein und Herrlingen.
Hagel verwandelt Langenau in Winterlandschaft
In Langenau fuhr die Feuerwehr „einige Einsätze“, wie sie auf Anfrage mitteilte. Es kam am Mittwochabend zu heftigen Regenfällen und Hagel. Die aktuellen Bilder von vor Ort vermitteln einen Eindruck über die Hinterlassenschaften des Unwetters und die anschließenden gefährlichen Straßenverhältnisse.

Winterliche Verhältnisse nach einem Unwetter mit Hagel bei Langenau.
Oliver HeiderLangenau hat es richtig übel getroffen, mit (Stand 21 Uhr) mehr als 70 Einsätzen, vor allem mit Wasser vollgelaufene Keller. Auch ein großer Ast, der abzubrechen drohte, beschäftigte die Einsatzkräfte. Das THW war hier unterstützend im Einsatz. Noch 14 Stunden nach dem Unwetter liegen auf dem Gehweg jede Menge Hagelkörner im Kleingestrüpp und Laub, dass er teils extrem starke Wind dort hin gefegt hat.

Am Rand der Lange Straße in Langenau liegen auch noch 14 Stunden nach dem extremen Unwetter Hägelkörner auf dem Gehweg.
Oliver HeiderEbenfalls stark erwischt: Blaubeuren/Seißen und Dornstadt. Führungshäuser in Blaubeuren, Dornstadt und Langenau wurden besetzt, um die Rettungs- und Leitstelle zu entlasten, weil am Abend extrem viele Notrufe eingingen.
Die Gewitterzelle fegte auch direkt über Blaustein hinweg. Genaue Infos zu den Schäden werden sicher erst im Laufe des Donnerstags bekannt. Die Feuerwehr- und Rettungskräfte waren jedenfalls im Dauereinsatz.
Ulm und Neu-Ulm größtenteils verschont
In der Ulmer Innenstadt und Neu-Ulm entspannte sich die Lage nach einem heftigen Regenschauer und kurzen Sturmböen schnell wieder. Ein richtiges Unwetter blieb aus. Von kurzen, heftigen Regenfällen waren mehrere Ortschaften in der Region betroffen. Doch danach blinzelte auch immer wieder die Sonne raus, wie hier in Schelklingen:

Nach dem Unwetter bildete sich über dem Schelklinger Stadtteil Hausen ob Urspring ein großer Regenbogen.
Kurt SchmukerUnwetterwarnung für ganz Baden-Württemberg
Seit dem frühen Abend musste sich ganz Baden-Württemberg erneut auf teils heftige Gewitter und Starkregen einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab eine neue Unwetterwarnung für den gesamten Südwesten aus. Bis Mitternacht bestand lokal die Gefahr von Starkregen mit Mengen bis zu 50 Litern pro Quadratmeter binnen einer Stunde, Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter und schweren Sturmböen um die 90 Kilometer pro Stunde. Mit örtlichen Überflutungen und erheblichen Verkehrsbehinderungen war zu rechnen.


















