Tag des Lokaljournalismus
: Dafür sind wir da!

Infos und Service, Nachrichten und Klartext, Recherche und Live-Ticker: Die Redakteurinnen und Redakteure der Lokal- und Regionalredaktion der SÜDWEST PRESSE sind vor Ort und nah dran. Beim Bombenfund und am Wahltag, im Stadion und auf der Donau.
Von
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
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Wir liefern Nachrichten, Infos, Service, Meinung und Unterhaltung: auf allen Kanälen, an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr.

Illustration: Beniamino Raiola
  • Lokal- und Regionalredaktion informiert vor Ort: Nachrichten, Service, Analyse und Live-Ticker.
  • Bombenfund in Ulm 2024: Evakuierung von 2800 Personen, Entschärfung um 0.48 Uhr – Ticker in Echtzeit.
  • Digitaler „historischer Ticker“ zum 8. Mai 1945 machte Zeitzeugenberichte und Archivfunde erlebbar.
  • Wahlen 2026: Foren, Porträts, Hintergrund und Live-Ergebnisse boten Orientierung und Service.
  • Verkehr in Ulm: Redaktion liefert zu Baustellen Ticker, Karten, Umleitungen; Sport- und Schwörmontag-Coverage.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vorsicht, Plattitüde: Im Journalismus ist nichts so stetig wie der Wandel. Aber es stimmt halt. Neue Medien und digitale Plattformen haben publizistische Möglichkeiten und Aufgaben rasant verändert und erweitert. Doch unser Auftrag ist im Kern gleich geblieben: Menschen mit Nachrichten und Service zu versorgen, ihnen Einordnung, Analyse und Meinungen anzubieten, sie zu informieren und auch zu unterhalten. Doch das nun eben von der Zeitung, die nach wie vor morgens zuverlässig im Briefkasten liegt, bis zu Echtzeit-News im Live-Ticker - und allem dazwischen.

Im Lokal- und Regionaljournalismus sind die Redakteurinnen und Redakteure besonders nah dran an den Themen - und vor allem an den Menschen. In einer dynamischen, immer unübersichtlicheren, auch verwirrenden Welt sind sie damit immer wichtiger. Im Folgenden ein paar Beispiele, die zeigen: Dafür sind wir da!

Mitten drin beim Bombenfund

„Am Montagabend wurde auf einer Baustelle in der Neutorstraße eine Bombe gefunden. In unserem Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.“ So nüchtern begannen in Ulm am 25. November 2024 um 17.46 Uhr sieben nervenaufreibende Stunden.

Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hielt die Stadt den ganzen Abend in Atem. Polizei und Kampfmittelräumdienst wurden alarmiert, ein Großeinsatz in der Ulmer Neustadt lief an. 2800 Menschen im Umkreis von rund 300 Metern um die Fundstelle mussten ihre Wohnungen verlassen. Für Anwohner, die nicht zu Freunden oder Verwandten konnten, wurde in der Kepler-Turnhalle eine Sammelstelle eingerichtet. Gegen 23 Uhr war die Evakuierung des Areals abgeschlossen. Dann hieß es erneut warten. Um 0.48 Uhr gab es Entwarnung: Der Kampfmittelräumdienst hatte den Blindgänger entschärft.

Fliegerbombe Ulm Entschärfung

Sie sorgte für Aufregung - und für einen Live-Ticker mit hunderttausenden Klicks: einer Fliegerbombe, die auf einer Ulmer Baustelle gefunden wurde.

Matthias Stelzer

Unsere Leserinnen und Leser waren dank des Live-Tickers minutiös im Bilde, was geschah. Durch unsere Reporter, die in der Stadt unterwegs waren und engen Kontakt den Behörden hielten, waren die User quasi live dabei.

News, Infos und Service, und nicht nur bei Bombenfunden: Immer häufiger gehen unsere Ticker an den Start, um nahezu in Echtzeit seriös zu informieren, bei Einsätzen der Polizei (etwa bei der Geiselnahme im Starbucks), bei Hochwasser und anderen Gefahrenlagen, aber auch bei Großereignissen wie der Sprengung der Türme des Kernkraftwerks Gundremmingen.

Digitale Kommunikationskanäle machen es möglich, dass wir sofort unser Netzwerk aus Reportern und Fotografen nutzen können, um die Menschen in der Region an ihren Smartphones, Tablets und Computern mit Nachrichten, Bilder und Videos zu versorgen.

Geschichte lebendig gemacht

Der 8. Mai 1945 ist ein markantes Datum in den Geschichtsbüchern. Der Tag, als Deutschland kapitulierte und der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ging. Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat ihn in seiner großen Rede vom 8. Mai 1985 unwiderruflich zum „Tag der Befreiung“ erklärt. Eine historische Zäsur.

Doch wie haben die Menschen diesen Tag seinerzeit im elenden, zerbombten, besetzten, von zwölf Jahren Faschismus gezeichneten Land erlebt? Was haben die Deutschen getan, gesehen und gefühlt an diesem Tag? Wie war der Alltag zu einer Zeit, in der so gar nichts alltäglich sein konnte? Wie soll man sich das heute – ein Menschenleben später – überhaupt noch vorstellen?

Diesen Fragen haben sich die Redakteurinnen und Redakteure der SÜDWEST PRESSE und ihrer Partnerzeitungen in einem besonderen Format genähert: einem digitalen „historischen Ticker“, der über die Online-Kanäle unserer Medienhäuser ausgespielt wurde. Eine multimediale Zeitreise. Ein „Als ob“ in Echtzeit.

Ulm nach der Zerstörung, Luftbild: Ulm in Trümmern. Blick vom Münster auf das Gebiet nord-westlich des Münsters - ganz rechts: Platzgasse, Mitte: Rebengasse, links Mitte: Pfauengasse, ganz links: Walfischgasse, oben: Stern-/ Dreikönigsgasse. Unzerstörte Häuser Ecke Rebengasse/ Platzgasse.

Ulm, 1945: eine Stadt in Trümmern. Unser „historischer Ticker“ widmete sich dem 8. Mai 1945.

Archiv - Raff Günter

Anhand Begegnungen mit Zeitzeugen, Recherchen in Archiven, der Lektüre von Biografien und dem Durchstöbern historischer Fotografien wurde dieser Tag 80 Jahre später zu Leben erweckt. Fast 50 Ticker-Meldungen - Nachrichten, Notizen, Porträts, Bilder - von den frühen Morgenstunden bis in die späte Nacht ließen Geschichte und Geschichten dynamisch lebendig und erlebbar machen.

Zusätzlich wurden in den beteiligten Lokal- und Regionalredaktionen dutzende dieser Ticker-Storys vertieft und ausführlich erzählt. Geschichten von Tod und Trümmern, von Hunger, Not und Elend, von Schuld und Verdrängung, aber auch von Neuanfang, Anpacken und Hoffnung. Längst Vergessenes wurde ausgegraben, Unvergessenes unter neuem Licht betrachtet. Gedanken und Gefühle von einst wurden verständlich und spürbar.

Die Resonanz, gleichermaßen in Klicks und Leserreaktionen, war enorm: Der „historische Ticker“ hat Erinnerungen plastisch werden lassen, Emotionen geweckt und zum Nachdenken angeregt. Er hat uns den 8. Mai 1945, diesen längst so fernen Tag, greifbar und näher gebracht: weil die Menschen von damals so den Menschen von heute erzählt haben.

Alles rund um die Wahl

Das Kreuz mit dem Kreuzchen. Vor Wahlen umfassend zu informieren, das gehört zum demokratischen Auftrag von Medien. Am 8. März 2026 fanden die Landtagswahl in Baden-Württemberg und die Kommunalwahl in Bayern statt. Solch ein Doppelwahltag ist für die Redaktion mit Ergebnissen aus zahlreichen Orten, mit Berichten, Reaktionen und natürlich Tabellen (wehe, eine Prozentzahl stimmt nicht) eine Herausforderung – zumal es am nächsten Tag mit Interviews und Analysen weitergeht. Doch war das nur das Finale einer umfassenden Berichterstattung, die Wochen und Monate zuvor ablief.

Ergebnispräsentation Landtagswahl, Rathaus, Mario Schneider, Michael Joukov

Wahltag - wie hier bei der Landtagswahl 2026 im Ulmer Rathaus - bedeutet in der Redaktion Großeinsatz, egal ob es um den Ticker, um Ergebnisse und Kommentare, Stimmen und Bilder geht.

Samuel Tschaffon

Orientierung im Politik-Dschungel: Auf drei gut besuchten Wahlforen (in Ulm, Neu-Ulm und Ehingen) erlebten Zuhörer Kandidatinnen und Kandidaten live, wie sie sich den Fragen der Redaktion stellten. Auf sieben schachbrettartigen Zeitungsseiten hat Politiker und Parteien die Möglichkeit, ihre Positionen zu Schwerpunktthemen auszuführen. Hinzu kamen insgesamt 13 große Porträts zur Neu-Ulmer OB-Wahl und zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Aber auch das war noch nicht alles: Es gab einen BaWü-Check zu Landtagswahl, Interviews, Einordnungen von Umfragen sowie viele Info-Texte und Hintergrund zu Wahlrecht, Briefwahl, Stimmauszählung – mit zusätzlichen Angeboten auf Social Media, auch für jüngere User. Die Reaktionen unserer Leser und die Klickzahlen zeigen, dass dieser Service auf großes Interesse stößt und wertgeschätzt wird.

Bewegung trotz Stau

Ulm steht. Nicht immer und überall, aber doch oft und an vielen Ecken und Enden der Stadt. Denn Ulm ist eine Baustellen-Metropole: ob Brücken saniert oder Tunnel gegraben, die B10 monatelang in eine Richtung gesperrt oder der Bahnhof erneuert wird, Riesenkräne aufgestellt oder Busse umgeleitet werden – der Verkehr und damit die Menschen, Stadtbewohner und Pendler, bekommen es zu spüren.

ulm Abbruch der Wallstraßenbrücke

Stau lass nach! Über Baustellen zu berichten, gehört für Ulmer Lokaljournalisten zum Alltag.

Matthias Kessler

Um diese Ulmer Baustellenjahre für die Verkehrsteilnehmer aller Art nicht noch ätzender und anstrengender zu machen, bietet die Redaktion unserer Zeitung umfassenden Service: Ticker und Karten, Zeitpläne und Infos über aktuelle Umleitungen. Dabei wird das große Ganze im Auge behalten, aber auch der tagtägliche Wahnwitz: Wo staut es sich gerade und wo fließt es? Damit man sagen kann: Ulm steht, aber trotzdem geht was.

Ob Sieg oder Niederlage, immer auf Ballhöhe

Von der Regionalliga in die 2. Bundesliga und retour. Oder: Aufstieg, Aufstieg, Abstieg, Abstieg. Der SSV Ulm 1846 Fußball sorgt bei den Menschen in Stadt und Umland für eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Jubel und Trauer, Lachen und Tränen – in den vergangenen Jahren boten die Spatzen ihren Fans und Sympathisanten alles von Euphorie bis Trübsinn.

Podcast–Aufnahme mit Johannes Reichert: Der Kapitän des SSV Ulm 1846 Fußball ist in der neuen Folge von Spatzenfunk, dem Fußball–Podcast der SÜDWEST PRESSE, zu Gast. Ausgerechnet im Spitzenspiel gegen Dynamo Dresden am Sonntag im Donaustadion fehlt der 32–Jährige.

Ulm, Podcastfolge SSV Ulm 1846 mit Jo Reichert in der SWP

Auch mit dem Podcast „Spatzenfunk“ ist die Sportredaktion am Ball.

Lars Schwerdtfeger

Tag für Tag werden die Ulmer Kicker dabei begleitet von unserer Sportredaktion. Die ist nah dran, um stets zu wissen, was sich in der Friedrichsau abspielt, um über Tore und Eigentore auf und neben dem Platz zu berichten – aber trotz allem Ulmer Lokalpatriotismus auch in kritischer Distanz, um analysieren und bewerten zu können, was nicht rund läuft.

Dank Spielberichten und Livetickern, bei Heimspielen und auf Auswärtsfahrten, durch Hintergrundstücke und Interviews, Statistiken und Analysen sind unsere Leserinnen und Leser immer auf Ballhöhe. Egal, in welcher Liga.

Von früh bis spät im Einsatz am Ulmer Feiertag

Schwörmontag, das bedeutet in Ulm Ausnahmezustand. Natürlich auch für die Redaktion der SÜDWEST PRESSE. Von den Vorbereitungen am Morgen und der feierlichen Schwörrede des Oberbürgermeisters über das turbulente Nabada am Nachmittag bis zu den wilden Partys am Abend sind alle im Einsatz – auf dem Weinhof, an und auch mal auf der Donau, auf den Plätzen und in den Gassen der Stadt.

Schwörmontag bedeutet vollen Einsatz, auch für die Volontärinnen.

Schwörmontag bedeutet vollen Einsatz, nicht zuletzt für die jüngeren Kolleginnen und Kollegen.

SWP

Mit einem Liveticker, Videos und vielen Artikeln wird dieser Ulmer Feiertag in all seinen lebendigen Facetten abgebildet, unterhaltsam und informativ. Und unser journalistischer Nachwuchs, die Volontärinnen und Volontäre, beweisen bei einer Schwörmontags-Challenge, dass sie nicht nur unserem Beruf gewachsen sind.

Der Montag ist zwar der Höhepunkt, aber die ganze Schwörwoche ist eine journalistische Festzeit, inklusive Lichterserenade, Schwörkonzert und Open-Air auf dem Münsterplatz – überall ist die Redaktion mittendrin statt nur dabei. Denn die Aufgabe besteht gleichermaßen darin, Höhepunkte und Events in Stadt und Umland abzubilden, als auch den Alltag der Menschen zu begleiten. Denn nur darum geht es uns letztlich: um die Menschen.

Besuchen Sie uns in der Redaktion!

Wir möchten wissen, was Sie als Leserinnen und Leser bewegt und interessiert. Daher laden wir sieben Frauen und Männer für einen Nachmittag zu uns in die Redaktion in unserem neuen Ulmer Medienhaus an der Olgastraße ein. Wir freuen uns auf Kritik und Anregungen und darauf, gemeinsam mit Ihnen Themenideen zu entwickeln. Der Termin: 23. Juli 2026.

Wenn Sie darauf Lust haben, schreiben Sie uns bitte bis Donnerstagabend (7. Mai) an redaktionsbesuch@swp.de in einigen Sätzen, warum Sie mitmachen möchten und ob Sie die gedruckte Ausgabe, das E-Paper oder SWPplus lesen. Zum Abschluss des Redaktionsbesuchs lädt die Chefredaktion die Besuchergruppe zum Abendessen ein.