Straßennamen in Merklingen
: Endlich ein Frauenname!

Straßenserie: In Merklingen wird auch einer berühmten Frau mit einem Straßennamen gedacht. Dort wohnt man unter anderem im Hasengarten und im Ohnreineweg. Was es damit auf sich hat.
Von
Karin Mitschang
Merklingen
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Schöne Adresse in Merklingen: Die Straße Hasengarten.

Schöne Adresse in Merklingen: die Straße Hasengarten.

Montage: Beniamino Raiola/Foto: Karin Mitschang
  • In Merklingen gibt es viele Straßen, die nach Pflanzen, Tieren oder Persönlichkeiten benannt sind.
  • Seit 2015 gibt es die Bertha-Benz-Straße, benannt nach der Frau von Carl Benz.
  • Der Johannes-Lohrmann-Weg erinnert an einen ehemaligen Bürgermeister.
  • Der Hasengarten wird von der Jugend zum Rodeln genutzt.
  • Die Rippmannstraße und das Steinfurthgässle ehren bedeutende lokale Persönlichkeiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die meisten Straßennamen in Merklingen sind nach Gewannen, Pflanzen, Ortsnamen, Tieren oder Persönlichkeiten benannt. Seit 2015 gibt es freilich mit der Bertha-Benz-Straße auch einen Frauennamen. Bürgermeister Sven Kneipp hatte der Gemeinderätin Brigitte Burghardt versprochen, nach einem weiteren Männernamen im Baugebiet „Anbindung Lindenstraße“, wo die Straßen nach Erfindern benannt sind, in der nächsten Runde einen Frauennamen vorzuschlagen. Der Gemeinderat beschloss dies dann auch.

Die Frau des berühmten Automobilpioniers Carl Benz hatte diesem durch ihre Mitgift die Weiterführung seines Betriebes ermöglicht. Und sie hatte dann, ohne sein Wissen, mit ihren Söhnen im Teenageralter die erste erfolgreiche Fernfahrt mit einem Automobil absolviert, welche wesentlich dazu beitrug, die noch bestehenden Vorbehalte der Menschen gegen das Fahrzeug zu zerstreuen.

Der Johannes-Lohrmann-Weg geht auf den einstigen Bürgermeister der Albgemeinde zurück. „Er hatte im Krieg einen Fuß verloren“, weiß Jakob Salzmann von der Interessengemeinschaft für Geschichte und Brauchtum Merklingen. „Er war nicht Mitglied in der NSDAP und wurde dann Bürgermeister.“

Hex für die Mutigen

Zum Ohnreineweg an der Wacholderweide weiß Salzmann nur, dass dies ein Wochenendgebiet mit Wochenendhäusern war, aber nichts zum Namensursprung. Der Hasengarten liegt nahe am Ortsrand. „Vielleicht ein Tummelplatz für Hasen“, meint der Geschichtsbegeisterte. Der Hang sei jedenfalls sehr begehrt bei der Jugend zum Rodeln. „Das steile Stück wurde Hex genannt und war für Mutige.“ Die Bettelgasse sei der Weg der armen Leute im Dorf gewesen.

Die Rippmannstraße ist nach dem örtlichen Pfarrer Ludwig Rippmann – von 1907 bis 1921 in Merklingen tätig – benannt. Der 1921 zum Ehrenbürger Ernannte war handwerklich sehr begabt und legte sich einen aufwendigen Garten mit Wasserbrunnen und Terrassen an, weiß der Lokalhistoriker. Rippmann forschte in der Merklinger Geschichte und entdeckte den Römischen Gutshof, dessen Reste noch heute im Bannholz zu sehen sind und der von 260, als die Römer das Gebiet der Alb verließen, bis zum 15. Jahrhundert nicht mehr bewohnt war. Das Steinfurthgässle wurde schließlich zu Ehren eines sehr verdienten Bürgers namens Heinz Steinfurth benannt, dem Gründer des Sporthallenfördervereins. „Sehr engagiert in der Vereinsgemeinschaft des Dorfes. Gute Ideen“, kommentiert Salzmann.