Sirenenalarm in Ulm
: Handy vibriert und Sirenen heulen los: So läuft der Bundesweite Warntag

Am Donnerstag, 14.09., werden bundesweit Katastrophen-Warnsysteme getestet. Und zwar online, per Handy und im Rundfunk – im Raum Ulm auch mit lauten Sirenen.
Von
Daniel Wydra
Neu-Ulm
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Am 14. September 2023 findet wieder der bundesweite Warntag statt. Die Bevölkerung wird überall auf digitalen Kanälen über den Probealarm informiert. Teilweise werden zusätzlich Sirenen eingesetzt.

Collage: Oliver Berg, Thomas Frey und Fabian Sommer (alle dpa)

Plötzlich heulen draußen auf der Straße in Ulm laute Sirenen – und zeitgleich vibriert das Handy so lange und so stark, dass sich einige verwundert umblicken und sofort wissen wollen, was los ist. Doch nach wenigen Minuten ist alles vorbei und der Alltag geht genauso hektisch oder entspannt weiter, wie er begonnen hat. Wer jetzt trotzdem an eine Katastrophe denkt, sollte besser auf sein Handy schauen, statt panisch zu werden. Auf dem Display ploppt eine Nachricht auf: Probealarm, bundesweiter Warntag.

Wann genau ist der Warntag mit Sirenen und Handy-Alarm?

Am Donnerstag, den 14. September 2023, um 11 Uhr ist es wieder so weit. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) testet alle Systeme, mit denen die Bevölkerung vor Katastrophen gewarnt werden kann. Das BBK sendet die Testmeldung an alle Multiplikatoren, die an ihr Modulares Warnsystem (MoWas) angeschlossen sind. Die Multiplikatoren geben die Warnung an ihr Kunden oder die Öffentlichkeit weiter. Zu den Übermittlern zählen:

  • die Warn-App Nina und andere gleichwertige Apps
  • Radio- und Fernsehsender
  • die Behörden-Website warnung.bund.de
  • digitale Info- und Werbetafeln
  • Fahrgast-Informationssysteme an Bahnhöfen

Warum in Ulm und Neu-Ulm die Sirenen am Warntag heulen

Zusätzlich wird die Warnung an Millionen von Handys in Deutschland versendet, über den sogenannten „Cell Broadcast“. An diesem Warnkanal haben die Katastrophenschutzbehörden gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern gearbeitet. Warnmeldungen werden gleichzeitig an alle Handys gesendet, die den Kanal empfangen können. Einige ältere Modelle können das nicht. Weitere Einschränkung: Ob die Warnung als Push-Mitteilung aufploppt, hängt davon ab, wie die Nutzer ihr Smartphone einstellen.

Laut dem BBK können Länder und Kommunen am Warntag selbst entscheiden und weitere, mobile Systeme einsetzen. Dazu zählen Lautsprecherwagen und fest installierte Sirenen. Die Landkreise Alb-Donau und Neu-Ulm und die Stadt Ulm setzen letztere ein, wie sie in Mitteilungen bekannt gaben.

Was tun, wenn im Raum Ulm die Sirenen heulen?

„Ertönt etwa eine Minute lang ein andauernd auf- und abschwellender Heulton, soll er die Bevölkerung dazu veranlassen, auf Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen zu achten und gegebenenfalls auch andere Personen, die sich nicht selbst helfen können, nach Möglichkeit unterstützen“, schreibt Jürgen Bigelmayr, Sprecher des Landkreises Neu-Ulm. Zusätzlich gebe es vier mobile Lautsprecheranlagen, die bei verschiedenen Feuerwehren stationiert sind. Ob sie am bundesweiten Warntag eingesetzt werden, ist nicht bekannt.

Am Warntag werden „nicht nur die Geräte auf ihre Funktionsfähigkeit getestet, sondern auch die Bevölkerung über die Abläufe und die unterschiedlichen Warnmittel informiert“, schreibt Katrin Frauenlob, Sprecherin des Alb-Donau-Kreises. Kinder, ältere Menschen und Flüchtlinge sollten vorab unbedingt aufgeklärt werden, dass es sich nur um einen Probealarm handelt.

Bundesweiter Warntag 2023: Die Alarmsignale in der Übersicht.

Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Hinweis zu Sirenen-Alarm auf Infotafeln und Haltestellen in Ulm

Auch die Stadt Ulm überprüft am Warntag ihre Sirenen. Laut einer Mitteilung der laute Heulton die Bevölkerung außerdem dafür sensibilisieren, sich schnellstmöglich per Handy, Radio oder Fernsehen über den Probealarm zu informieren. Bevor der Test beginnt, wird im Ulmer Stadtgebiet „über die elektronischen Stadtinformationstafeln sowie über die Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs und das Haltestelleninformationssystem“ darauf hingewiesen.

Gibt es eine Entwarnung nach dem Sirenen-Alarm in Ulm?

Am 14. September um 11.45 Uhr wird das BBK nach eigenen Angaben eine „Entwarnung„ verschicken. In Warn-Apps und anderen digitalen Endgeräten werden entsprechende Hinweise eingeblendet. Im Alb-Donau-Kreis erzeugen die Sirenen einen einminütigen Dauerton. Doch die Handys bleiben stumm: Eine Entwarnung über „Cell Broadcast“ ist technisch noch nicht möglich, schreibt das BBK.

Sirene in Ulm nicht gehört? Stadt bittet um Anruf

Achtung: Haben Sie die Ulmer Sirenen am 14.09. um 11 Uhr nicht gehört? Dann bittet Sie der Katastrophenschutz der Stadt Ulm um einen Anruf. „Wer bemerkt, dass die Sirenensignale um 11 Uhr (Beginn) und 11:45 Uhr („Entwarnung“) nicht richtig ablaufen oder sonstige Störungen auftreten, meldet dies unter (0731) 161 71 51.“