Weltweite Sicherheitslücke
: PHP-Schwachstelle legt auch Websites im Raum Ulm lahm

Eine Sicherheitslücke in der weltweit gängigen Programmiersprache PHP macht sich auch im Raum Ulm bemerkbar. Mehrere Behörden und Stadtverwaltungen sind offline.
Von
Tanja Wolter,
Ulrike Schleicher,
Niko Dirner
Ulm/Neu-Ulm/Alb-Donau-Kreis
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Landratsamt Alb Donau Kreis Ulm: Landratsamt Alb Donau Kreis Ulm

Das Landratsamt Alb Donau Kreis und weitere öffentliche Einrichtungen schalteten aus Sicherheitsgründen ihre Internetdienste großenteils ab.

Volkmar Könneke
  • Kritische PHP-Lücke legt Websites in Ulm und Region lahm – mehrere Auftritte offline.
  • Landratsamt Alb-Donau-Kreis und Dienste wie i-Kfz nicht erreichbar, Termine per Direktlink.
  • Stadtverwaltungen Blaubeuren, Langenau und Erbach schalteten Seiten für Sicherheitsupdates ab.
  • Universität Ulm nahm Systeme präventiv vom Netz, Web, Moodle und CloudStore nach Stunden wieder online.
  • Innenministerium: Weltweit zahlreiche Systeme betroffen, auch viele der Landesverwaltung Baden-Württemberg.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Seit Mittwoch haben zahlreiche öffentliche Einrichtungen und Behörden ihre Internetseiten wegen einer massiven Sicherheitslücke vorübergehend abgeschaltet. Auch in Ulm und der Region sind die Auswirkungen zu spüren. So war am Donnerstag – Stand 11 Uhr – der Webauftritt des Landratsamts Alb-Donau-Kreis weiterhin nicht erreichbar. Auch die Seiten der Stadtverwaltungen Blaubeuren und Langenau konnten nicht aufgerufen werden. Die Universität Ulm konnte dagegen ihr Internetangebot nach einem mehrstündigen Ausfall am Mittwoch wieder freigeben.

Grund für die Probleme ist eine am Mittwoch bekannt gewordene kritische Sicherheitslücke in der Programmierumgebung PHP. Die kritische Sicherheitslücke betreffe „weltweit zahlreiche Webserver und IT-Systeme, darunter auch eine größere Anzahl von Systemen der Landesverwaltung Baden-Württemberg“, teilte das Innenministerium Baden-Württemberg mit.

Online-Terminvergabe im Landratsamt funktioniert

Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis teilte am Donnerstag mit, dass neben der Website der Behörde auch verschiedene Online-Dienstleistungen derzeit nicht erreichbar sind, darunter externe Angebote wie die internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz) des Bundes. Die Seite der Gemeinsamen Zulassungsstelle der Stadt Ulm und des Alb-Donau-Kreises ist dagegen weiterhin wie gewohnt erreichbar, hieß es. Und wer Online-Termine im Landratsamt vereinbaren will, kann über einen Direktlink des Landratsamtes auf das System zugreifen. Wie lange die Einschränkungen andauern werden, sei noch offen. Dies hänge von Fortschritten beim kommunalen IT-Dienstleister Komm.One ab.

Die Universität Ulm hatte am Mittwochnachmittag vorübergehend präventiv einige Systeme vom Netz genommen. Betroffen waren nach Angaben der Pressestelle neben dem Webserver auch die Lernplattform Moodle sowie der Dienst CloudStore, wie Pressesprecherin Christine Liebhardt mitteilte. Nach wenigen Stunden seien die Systeme um 17 Uhr wieder online gewesen. Auf der Uni-Homepage hieß es am Mittwoch: „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Maßnahme zur Gefahrenabwehr aufgrund eines als sehr hoch eingestuften Risikos handelt und nicht um einen tatsächlich eingetretenen Sicherheitsvorfall.“

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Für die Stadt Ulm teilte Sprecher Daniel Hadrys mit, habe „unmittelbar nach der Warnung des BSI reagiert“ und folge dessen Empfehlungen. „Potenziell betroffene Systeme wurden vorsorglich vom Netz genommen, die Sicherheitsupdates werden eingespielt. Nach derzeitigem Stand liegen keine Hinweise auf einen Angriff vor.“ Bei einzelnen digitalen Angeboten könne es vorübergehend zu Einschränkungen kommen. Die Stadt Neu-Ulm scheint vollumfänglich online erreichbar zu sein. Sprecherin Sandra Lützel: „Wir haben gestern recht schnell das Patch aufgespielt.“

„Sicherheit geht vor“

Auf den abgeschalteten Webauftritten von Blaubeuren und Langenau hieß es am Donnerstag gleichlautend: „Sicherheit geht vor – Kurze Unterbrechung.“ Von notwendigen Sicherheitsupdates und dringenden Wartungsarbeiten war die Rede. Der Online-Auftritt der Stadt Erbach ließ sich am Donnerstagvormittag ebenfalls nicht öffnen.

In der Programmiersprache PHP – Basis für einen Großteil aller weltweiten Webseiten – wurden zwei extrem kritische Schwachstellen entdeckt. Die Fehler könnten es Kriminellen ermöglichen, aus der Ferne Schadcodes auf Server einzuschleusen.