Schädlinge in der Region Ulm: Zahl der Borkenkäfer nimmt wieder zu – was gilt es jetzt zu tun?

Borkenkäfer breiten sich derzeit im Alb-Donau-Kreis aus.
Armin Weigel/dpa- Borkenkäfer breiten sich im Alb-Donau-Kreis aus – das Landratsamt warnt Waldbesitzer.
- Hitze schwächt Fichten, zweite Käfergeneration bohrt sich ein und steht teils vor dem Ausflug.
- Bestände mindestens wöchentlich kontrollieren, da Befall oft trotz grüner Krone vorliegt.
- Hinweise: braunes Bohrmehl, Harztropfen, Spechtspuren, abfallende Rinde, grüne Nadeln am Boden.
- Befallene Bäume schnell fällen und abtransportieren oder entrinden, um Ausbreitung zu stoppen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Borkenkäfer breitet sich im Alb-Donau-Kreis derzeit deutlich aus. Das teilt das Landratsamt mit. Demnach habe sich die zweite Käfergeneration bereits in die Bäume eingebohrt und stehe teilweise kurz vor dem Ausflug. Grund dafür sei die Hitze der vergangenen Wochen, die vor allem Fichten geschwächt hätte. „Weil ihnen Wasser fehlt, können sie weniger Harz bilden und sich dadurch schlechter gegen die Käfer wehren“, schreibt das Landratsamt.
Zwar könnten die kühleren Temperaturen der nächsten Tage und auch Regen für etwas Entlastung sorgen, dennoch sollten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ihre Bestände mindestens einmal pro Woche auf einen möglichen Befall kontrollieren. Ob ein Baum befallen ist, lasse sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Demnach könnten Fichten mit noch grüner Krone bereits stark betroffen sein. „Hinweise sind unter anderem abfallende Rinde oder weit entwickelte Fraßgänge unter der Rinde“, teilt das Landratsamt mit.
So erkennt man einen betroffenen Baum
Weil viele der betroffenen Bäume inzwischen nicht mehr nur an sonnigen oder vorgeschädigten Stellen zu finden seien, sondern teilweise auch mitten im Bestand, sei schnelles Handeln wichtig. Anhand dieser Kriterien lässt sich ein Borkenkäferbefall erkennen:
- Braunes Bohrmehl am Stamm, am Stammfuß, auf Spinnweben oder auf Pflanzen rund um den Baum ist meist ein erstes sicheres Zeichen.
- Harztropfen am Stamm zeigen, dass sich der Baum gegen die Käfer zu wehren versucht. Solche Bäume sollten besonders genau kontrolliert werden.
- Verfärbte Nadeln, grüne Nadeln am Boden, Spechtspuren oder abblätternde Rinde treten meist erst später auf. Dann sollte möglichst schnell gehandelt werden.
Schnelle Ausbreitung verhindern
Und was gilt es zu tun, wenn ein Waldbesitzer einen befallenen Baum findet? Dieser sollte „so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald gebracht werden, bevor die Käfer ausfliegen“, warnt das Landratsamt. Am besten sei es, das Holz direkt ins Sägewerk zu bringen. Ist das nicht möglich, sollte es mit ausreichend Abstand zu den Fichtenbeständen zwischengelagert werden. Ist ein Abtransport nicht möglich, können die Stämme entrindet werden. „Welche Maßnahme im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Situation vor Ort ab“, heißt es in der Mitteilung.
Und warum ist es notwendig, so schnell zu handeln? Ein einzelner übersehener betroffener Baum könne dazu führen, dass 20 weitere Bäume geschädigt werden, teilt das Landratsamt mit. Entsprechend könne eine Früherkennung eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers verhindern und gleichzeitig die Zahl der Käfer, die überwintern und im kommenden Frühjahr Schäden verursachen, verringern.



