Prozess in Bruchsal
: Er wollte Raser-Videos für Social Media filmen – ein 46-Jähriger musste sterben

Ein Video fürs Netz, ein Leben ausgelöscht: Ein 23-Jähriger rast über eine Bundesstraße, filmt sich dabei und fährt einen anderen Menschen tot. Vor Gericht zeigt er Reue.
Von
dpa
Bruchsal
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Prozess um tödlichen Raserunfall: 18.12.2025, Baden-Württemberg, Bruchsal: Der Angeklagte in einem Prozess zu einen tödlichen Raserunfall wartet im Amtsgericht Bruchsal auf den Beginn der Verhandlung. Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bruchsal: Der Angeklagte in einem Prozess zu einen tödlichen Raserunfall wartet im Amtsgericht Bruchsal auf den Beginn der Verhandlung.

Uli Deck/dpa
  • Ein 23-Jähriger tötete bei einem illegalen Autorennen in Bretten einen 46-jährigen Mann.
  • Der Unfallverursacher fuhr ohne Führerschein und unter Drogen mit 154 km/h, erlaubt waren 70.
  • Ziel war, Social-Media-Videos zu erstellen, dabei verlor er die Kontrolle und verursachte den Unfall.
  • Der Verstorbene starb noch am Unfallort, das Gericht verhandelt den Fall in Bruchsal.
  • Seit 2017 sind illegale Autorennen strafbar – weitere Fälle wie in Stuttgart sorgen für Aufsehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für einen möglichen Post auf Social Media setzte er das Leben anderer aufs Spiel – vor dem Amtsgericht Bruchsal hat ein 23 Jahre alter Mann eingeräumt, einen 46 Jahre alten Mann bei einem Autorennen tot gefahren zu haben. Er übernehme die volle Verantwortung und werde der Anklage in keinem Punkt entgegentreten, ließ er über seinen Verteidiger mitteilen. Das Geschehen tue ihm unendlich leid, er empfinde aufrichtige Reue angesichts des durch sein Verhalten zugefügten Leids.

Laut Staatsanwaltschaft war er im Oktober 2024 viel zu schnell über eine Bundesstraße bei Bretten im Landkreis Karlsruhe gefahren – ohne Führerschein und unter Drogen stehend. Dabei soll er sich gefilmt haben, um seinen Beifahrer zu beeindrucken und ausdrucksstarke Videos für Social Media zu erstellen.

46-Jähriger starb noch am Unfallort

Laut Gutachter fuhr der Mann mindestens 154 Kilometer pro Stunde – erlaubt waren 70. In einer Kurve verlor der 23-Jährige dann die Kontrolle über sein Auto, geriet auf die Gegenspur und stieß dort mit dem Wagen des 46-Jährigen zusammen. Der Mann starb noch am Unfallort.

Der Fall wird vor einem sogenannten Schöffengericht verhandelt. Diese entscheiden bei Vergehen oder Straftaten, die mit bis zu vier Jahren Haft bestraft werden können. Wann ein Urteil fällt, ist unklar.

Illegale Autorennen gelten seit 2017 als Straftat, kommen aber immer wieder vor. Neben klassischen Autorennen mit mehreren Beteiligten sind, wie in dem nun in Bruchsal verhandelten Fall, auch sogenannte Allein- beziehungsweise Einzelrennen strafbar.

In Stuttgart stehen zurzeit drei Männer wegen eines ähnlichen Falls vor Gericht: Sie sollen sich in Ludwigsburg ein Autorennen geliefert haben, das in einem schweren Unfall endete – zwei völlig unbeteiligte Frauen starben. Zwei von ihnen stehen wegen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht. Auch hier sollte ein Video des Rennens entstehen.

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