Protest gegen Martin Sellner
: Demo und Polizeieinsatz in Neu-Ulm – Treffen aufgelöst

Das Bündnis Klare Kante gegen Rechts versammelt gut 100 Teilnehmer gegen den Rechtsextremen Martin Sellner. Mutmaßlich tritt Sellner in Neu-Ulm auf, in der Bahnhofstraße läuft ein großer Polizeieinsatz und die Lesung findet nicht statt.
Von
Stefan Czernin
Ulm
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Gegendemo Martin Sellner Bahnhof Ulm

„Nationalismus raus aus den Köpfen!“ Ein bunt gemischter Demozug machte sich vom Hauptbahnhof auf und zog zum Rathaus.

Stefan Czernin
  • Gut 100 Demonstranten protestieren in Ulm gegen den Rechtsextremisten Martin Sellner.
  • Das Bündnis Klare Kante gegen Rechts organisierte den Protest.
  • Oberbürgermeister Martin Ansbacher verhängte ein Aufenthaltsverbot gegen Sellner.
  • Die Demonstranten zogen vom Hauptbahnhof zum Rathaus.
  • Protest verläuft friedlich; "Nationalismus raus aus den Köpfen" war ein oft gerufener Slogan.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Flagge zeigen gegen den Rechtsextremismus im Allgemeinen und gegen den Rechtsextremisten Martin Sellner, den ehemaligen Sprecher der „Identitären Bewegung“ in Österreich, im Besonderen. Das war das Ziel von gut 100 Demonstrantinnen und Demonstranten, die sich am Freitag, 18. Oktober, um 17 Uhr am Ulmer Hauptbahnhof versammelt hatten, um von dort aus skandierend durch die Hirschstraße zum Rathaus zu ziehen.

Das Bündnis Klare Kante gegen Rechts hatte zu der Kundgebung aufgerufen, weil Sellner für Freitagabend einen Aufritt in der Doppelstadt angekündigt hatte. Nachdem bekannt geworden war, dass der Rechtsextremist eine Lesung in Ulm plant, hatte Oberbürgermeister Martin Ansbacher ein Aufenthaltsverbot gegen Sellner ausgesprochen. Dieser reagierte darauf mit einer Ankündigung per E-Mail an die SÜDWEST PRESSE, dass er die Lesung dennoch durchführen werde. Er erklärte, dass er alles tun werde, um die Veranstaltung stattfinden zu lassen, ohne den genauen Ort zu verraten.

Klare Kante gegen Rechts demonstriert

„Keine Bühne den Rechten“ war auf einem Banner zu lesen, „Nationalismus raus aus den Köpfen“ riefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Protestzuges immer wieder. Einer der Demonstranten war Jan Guss aus Ulm. „Es ist wichtig, laut zu sein und Präsenz zu zeigen“, sagte der 20-Jährige. Und den Rechtsruck nicht schweigend hinzunehmen. Guss engagiert sich im Bündnis Klare Kante gegen Rechts, das auch schon gegen den AfD-Landesparteitag in Ulm demonstriert hatte.

Offenbar um das Auftrittsverbot in Ulm zu umgehen, wurde der Auftritt nach Neu-Ulm in ein Clubhaus in der Bahnhofsstraße neben einem Supermarkt verlegt. Dort läuft im Augenblick ein großer Polizeieinsatz, auch Gegendemonstranten sind vor Ort. Um 19.30 Uhr verschaffte sich die Polizei Zutritt zum Clubhaus, wo mutmaßlich die Lesung mit Sellner stattfand. Kurz vor 20 Uhr war die Veranstaltung beendet. Sellner selbst soll nicht vor Ort gewesen sein.

Polizei verschaffte sich wohl Zugang zum Ort

Ein Zeuge, der sich in einem Livestream auf Youtube äußert, soll nach eigenen Aussagen selbst am Veranstaltungsort gewesen sein. Er sagt, die Polizei habe das Tor aufgeschweißt und sei in die Räume eingedrungen und hätte dann die Menschen bei der privaten Veranstaltung dort drin festgesetzt.