Blockaden im Ulmer Verkehr
: Polizei bringt Aktivisten der "Letzten Generation" von den Straßen weg

Am Mittwochnachmittag haben in Ulm einige Personen – auch Kinder – den Verkehr in der Ulmer Innenstadt aufgehalten. Unweit hatten Aktivisten Anfang Juli einen Großeinsatz ausgelöst.
Von
Nico Pannewitz,
Isabelle Jahn
Ulm
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Die Ulmer Polizei hat am Mittwoch Aktivisten von der Fahrbahn zurück auf den Gehweg geleitet.

Die Ulmer Polizei hat am Mittwoch Aktivisten von der Fahrbahn zurück auf den Gehweg geleitet.

Victor Eberle

Wie das Polizeipräsidium Ulm auf Nachfrage bestätigt, hat sich am Mittwoch, 21.08.2024, gegen 17.30 Uhr eine kleine Menschengruppe in der Frauenstraße auf die Fahrbahn gestellt. Laut Polizei handelte es sich dabei insgesamt um acht Aktivisten, darunter auch Kinder. Diese waren zuvor auf der Neuen Straße und am Ulmer Rathaus entlanggezogen.

Aktivisten blockieren Ulmer Straßen: Polizei greift zweimal durch

Nachdem die Polizei die beteiligten Personen von der Frauenstraße zurück auf den Gehweg geleitet hatte, beließen es drei von ihnen nicht dabei und blockierten anschließend, auf der Fahrbahn sitzend, die Bockgasse unweit der Frauenstraße. Wieder brachten Einsatzkräfte die Aktivisten auf den Gehweg, laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm mussten sie wohl getragen werden.

Was anhand der Transparente, Slogans und der Flagge auf dem ersten Foto der Aktion von einem Passanten zu vermuten war, wurde am Donnerstagmorgen bestätigt: Die Aktivisten waren Anhänger der "Letzten Generation". Wie die Ulmer Abteilung der Umweltorganisation mitteilt, handelte es sich dabei um einen "friedlichen Protestmarsch", um gegen die Subventionspolitik fossiler Energien zu demonstrieren.

Demnach hätte die Gruppe ihren Gang auf der Neuen Straße begonnen, bevor sie auf der Frauenstraße von der Ulmer Polizei geteilt worden sei. Einige hätten dann ihren Protest auf dem Gehweg fortgeführt, ein Aktivist sei laut der Organisation aber von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Über die Blockade der Bockgasse schreibt die "Letzte Generation" nichts.

Auf erneute Nachfrage bestätigt ein Polizeisprecher, dass die Beamten eine Person "zur Identitätsfeststellung" mit aufs Revier nahmen. Der Grund: "Die Person hielt sich nicht an die Anweisungen der eingesetzten Polizeikräfte. Von weiteren Personen wurden ebenfalls die Personalien erhoben." Aktuell wird noch geprüft, ob ein versammlungsrechtlicher Verstoß vorliegt.

Grund für die Protestaktion in Ulm waren laut der "Letzten Generation" Subventionen fossiler Energien, besonders im Verkehrssektor.

Grund für die Protestaktion in Ulm waren laut der "Letzten Generation" Subventionen fossiler Energien, besonders im Verkehrssektor.

Letzte Generation Ulm

Klimaaktivisten klettern Anfang Juli aufs Ulmer Münster

Deutlich größer war der Einsatz wegen Klimaaktivisten Anfang Juli auf dem Ulmer Münsterplatz, als diese auf das Münster kletterten. Drei von ihnen nahm die Polizei mit Verstärkung durch das Spezialeinsatzkommando (SEK) fest. Die Überzeugung der Aktivisten: Jesus wäre einer von ihnen gewesen. Münster-Dekan Torsten Krannich bezeichnete die Aktion als „irre“. Wenige Tage zuvor hatte es bereits einen Versuch gegeben, ein Banner mit Botschaften am Münsterturm aufzuhängen – dieser war jedoch gescheitert.