Petitionen in Ulm
: Böhse Onkelz, 1-Liter-Bier und Taubenhäuser: Weitere kuriose Forderungen in der Doppelstadt

Für reichlich Gesprächsstoff haben die Petitionen rund um die Konzerte der Böhsen Onkelz gesorgt. Es war nicht die erste kuriose Unterschriftenaktion in Ulm und Neu-Ulm.
Von
Amelie Schröer
Ulm
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Mehr Geld, mehr Bier und mehr Tierwohl – Neben der Petition gegen und für die Konzerte der „Böhsen Onkelz“ gibt und gab es in Ulm und Neu-Ulm viele andere Unterschriftenaktionen.

dpa, Volkmar Könneke, Lars Schwerdtfeger; Collage: Befunky

Es hat nicht nur in Ulm und Neu-Ulm für viel Aufsehen gesorgt: Mit der Petition „Onkelz raus aus der Stadt“ sorgte die Ulmer Musikerin und Comedienne Ariane Müller Ende vergangener Woche für reichlich Diskussionen. Auf der Plattform openpetition.de können Unterstützerinnen und Unterstützer die Beschwerde unterschreiben, bisher sind es 810 an der Zahl. Zum Vergleich: Für die Gegenpetition „Für die Böhsen Onkelz in Neu-Ulm“ gab es bereits mehr als 5800 Unterschriften. Selten sorgt ein Schlagabtausch wie dieser für so viel Gesprächsstoff, dabei gibt es auf der Plattform zahlreiche weitere skurrile Petitionen in Ulm und Neu-Ulm. Wir geben einen Überblick.

Mehr Geld für’s Orchester Ulm: Förderverein kämpft für bessere Bezahlung

Abseits der Aktionen für und gegen die Konzerte der Böhsen Onkelz in Neu-Ulm läuft die jüngste Petition in der Münsterstadt seit dem 21. September 2023: Der Förderverein des Theaters Ulm setzt sich darin für die Eingruppierung des Philharmonischen Orchesters in die Vergütungsgruppe B ein, „um die künstlerische Qualität des Orchesters und unseres Stadttheaters auch in Zukunft zu halten und weiter auszubauen“, heißt es in dem Schreiben. Eine Erklärung liefert der Förderverein direkt hinterher: Demnach gebe es in Deutschland für die Berufsorchester die Tarifvergütungsgruppen A, B, C und D. Das Ulmer Orchester sei, anders als fast alle anderen Orchester Baden-Württembergs, in Stufe „C“ statt in Stufe „B“ eingestuft. Einige Stadttheater in Bayern gelten sogar als Staatstheater und sind somit Stufe A.

Für das Ulmer Orchester bedeutet das vor allem einen großen Nachteil, wenn es darum geht Musikerinnen und Musiker anzuwerben. Ob die Petition am Ende erfolgreich sein wird, wird sich zeigen. Knapp über 3000 Unterstützer hat sie bisher gewonnen, 1400 sind noch notwendig, um vom Ulmer Oberbürgermeister zu dem Thema eine Stellungnahme anzufordern. Die Petition läuft noch fünf Wochen.

Getränke-Petitionen: Vom 1-Liter-Bier und Almdudler an der Uni

Anfang 2023 startete eine Petition der anderen Art: So fordert ein Hans Maier mit einer Petition vom SSV Ulm 1846 Fußball in Kooperation mit der Brauerei Gold Ochsen das Bier an Heimspieltagen auch im 1-Liter-Becher zu verkaufen.

Ähnlich feucht fröhlich war der Plan von Georg Lang, an der Mensa Uni Ulm einen Almdudler-Flaschenautomaten aufzustellen. „Ich möchte, dass der Außenbereich mit Holzboden der Mensa der Uni Ulm, der bereits sehr stark dem einer Alm ähnelt, noch weitere Elemente der österreichischen Berghüttenrestaurants annimmt“, schreibt er in seiner Begründung. 2018 wurde der Antrag auf der Seite change.org eingereicht, mit 13 Unterschriften hielt sich die Unterstützung hier allerdings in Grenzen.

Petition für Straßennamen für Per Günther und Freddie Mercury

Das Fan-Dasein beziehungsweise die Ehrung für Menschen und Dinge kann sich auch in Form von Straßennamen zeigen: So haben beispielsweise Ulms ehemaliger Basketballer Per Günther, Künstlerin Ulla Willick und Rocksänger Freddie Mercury einige Unterstützerinnen und Unterstützer, die ihnen Straßennamen in Ulm verleihen möchten.

Adenauerbrücke in Ulm: Gegner per Petition nicht erfolgreich

Nicht erfolgreich war die Petition „8-spurigen Ausbau der Adenauerbrücke in Ulm/Neu-Ulm stoppen“, gestartet im Jahr 2020. „Mehr Fahrspuren bedeuten mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Feinstaub“, heißt es in der Begründung, die sich an die Stadtverwaltung Ulm wandte. 1682 Unterstützer fand das Schreiben – Die Stadt reagierte auf den Antrag aber nicht, stattdessen ist der achtspurige Ausbau plus beidseitige Rad- und Gehwege mit Lärmschutzwänden geplant. Von 2025 bis 2028 soll gebaut werden.

Tierische Petitionen für Hunde und Tauben

Auch für Tierliebhaber gab es in der Vergangenheit Petitionen. Seit 2022 läuft unter anderem eine Petition für betreute Taubenhäuser. 770 Unterschriften erhielt die Forderung. Seit Juni 2022 liegt sie OB Gunter Czisch vor, eine Reaktion gab es bisher aber nicht. 2017 startete – und scheiterte – eine Unterschriftenaktion für einen Hundespielplatz in Ulm.