Neues Medienhaus der SWP in Ulm
: „Ein tolles Ausrufezeichen für Qualitätsjournalismus“

Innenminister Manuel Hagel und viel Ulmer Prominenz zeigen sich bei der Einweihung des neuen Medienhauses der Neuen Pressegesellschaft in der Olgastraße beeindruckt.
Von
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
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SWP Neubau Fest

Das neue Medienhaus wurde feierlich eröffnet, mit rund 250 geladenen Gästen.

Matthias Kessler
  • Neues Medienhaus der Neuen Pressegesellschaft in der Ulmer Olgastraße feierlich eröffnet.
  • Innenminister Manuel Hagel lobt „Ausrufezeichen für Qualitätsjournalismus“ und Medienvielfalt.
  • Hagel zeigt sich offen für Debatte über Rundfunkgebühren auch für private Medien.
  • Oberbürgermeister Martin Ansbacher sieht ein Statement für Ulm – ein Gebäude, das die Stadt aufwertet.
  • Architekt und NPG betonen Transparenz, soziale Orte und regionale Medien – Segen und Feier rahmen den Abend.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist ein Ort der Kommunikation. Und genau so präsentierte sich das neue Medienhaus der Neuen Pressegesellschaft (MPG) am Donnerstagabend (23.07.2026): kommunikativ, also mit Austausch und Gesprächen, auch mit ernsten Gedanken und mit einem kurzweiligen Programm. Es wurde geredet und gelacht, gefachsimpelt und gefeiert.

Rund 250 geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft, Sport und Kultur aus der Stadt und der Region waren gekommen. Sie schauten sich beeindruckt in dem fünfstöckigen Gebäude in der Ulmer Olgastraße um, wo die SÜDWEST PRESSE entsteht und all das geschieht, was zu einem modernen Medienhaus gehört. Und das als Investition mitten in Ulm Ausdruck davon ist, dass Journalismus Zukunft hat.

„Als tolles Ausrufezeichen für Qualitätsjournalismus“, lobte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel das neue Haus. Er sei aus drei Gründen dankbar für den Neubau:  Es werde damit ein städtebauliches Signal gesetzt, ein Bekenntnis zum Journalismus abgegeben, und es mache jungen Journalistinnen und Journalisten Mut - denn man brauche eben Qualitätsjournalismus mehr denn je, „nicht nur Algorithmen, die auf Empörung und Gewalt setzen“.

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Der stellvertretende Ministerpräsident Manuel Hagel und der Ulmer Landtagsabgeordnete Mario Schneider bekommen von SWP-Chefredakteur Ulrich Becker den Newsroom erläutert.

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Im Gespräch mit Chefredakteur Ulrich Becker zeigte sich Hagel offen, neu über die Verteilung von Rundfunkgebühren zu diskutieren: sie nicht nur für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verwenden, sondern auch für gute private Medien, „um die Medienvielfalt in der Fläche zu erhalten“.

Für Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher ist der Neubau der NPG ein Statement: „ein starkes Gebäude und ein Bekenntnis zum Wirtschafts-Standort Ulm“. Das Haus in der Olgastraße sei „so geworden, wie wir uns das gemeinsam gewünscht haben“. Ein solches Gebäude „macht etwas mit einer Stadt - es wertet auf“. Es könne ein „Wahrheitszentrum“ sein, das die Demokratie stärkt - in Sinne seiner kürzlich gehaltenen Schwörrede.

„Ein Zeichen für die Zukunft unserer Branche“

NPG-Geschäftsführer Andreas Simmet dankte der Stadt Ulm explizit für die gute Zusammenarbeit. Den Neubau charakterisierte er als „Zeichen für die Zukunft unserer Branche“. Und ebenso als „Bekenntnis zu unserer Aufgabe“ - genau wie die Übernahme der Südwestdeutschen Medienholding durch die NPG und damit der „Stuttgarter Zeitung“, der „Stuttgarter Nachrichten“  und des „Schwarzwälden Boten“. In dem Neubau ist auch Radio 7 mit einem hochmodernen Studio eingezogen.

Simmet, der die Gäste dann doch lieber selbst begrüßte anstelle eines KI-Avatars, betonte die Bedeutung regionaler Medien, die von unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Formaten leben. Im Journalismus werde etwas „von Menschen für Menschen gemacht“ - und dafür brauche es gute Geschichten, brauche es Neugier, Haltung, Persönlichkeit. Simmet freute sich über den Abend der Begegnung, „denn Leben erhält ein solches Haus vor allem durch Menschen“.

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Für guten Journalismus brauche es gute Geschichten, brauche es Neugier, Haltung und Persönlichkeit, betonte NPG-Geschäftsführer Andreas Simmet. Der Neubau fördere das.

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Die Eröffnung war tatsächlich auch eine Einweihung, denn der katholische Dekan Ulrich Kloos und Münsterpfarrer Peter Schaal-Ahlers sprachen ein Gebet und spendeten einen Segen - in der Hoffnung, dass mehr berichtet werden könne über Frieden, Gerechtigkeit, Respekt und Wertschätzung, Toleranz sowie Menschen, die Hoffnung säen. Mit Kurt Tucholskys galligem Gedicht „An das Publikum“ - vor 95 Jahre geschrieben, aber höchst aktuell - setzte Schaal-Ahlers dazu noch einen sehr nachdenklichen Impuls.

Das stattliche, aber transparente Gebäude in der Olgastraße ist ein zeitgemäßer Ort des Journalismus für die Menschen in Ulm und Neu-Ulm und drum herum. Also für all die vielen tausend Menschen, die Nachrichten, Analysen und Meinung haben wollen, die informiert, unterhalten und berührt werden möchten, auf allen Kanälen - sei es durch die Zeitung, online oder in den sozialen Medien.

Aber es ist auch ein zeitgemäßer Ort für die Menschen, die dort arbeiten. Das betonte Markus Allmann, der projektverantwortliche Gründer und Design Director des Büros Allmann Wappner, das das Medienhaus geplant hat. Für ihn ist Architektur gebaute Kommunikation, die Kreativität, Produktivität, Agilität, Dynamik und soziales Miteinander ermöglicht und fördert.

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Der katholische Dekan Ulrich Kloos (links) und Münsterpfarrer Peter Schaal-Ahlers sprachen ein Gebet und spendeten einen Segen.

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Der Neubau der NPG sei gelungen, denn er halte die Balance, einerseits transparent, einladend und offen zu sein, andererseits aber auch denen eine Heimat zu bietet, die dort arbeiten, sagte Allmann. Ein solches Haus sei mehr als ein reiner Arbeits-Platz: Man müsse es als sozialen Ort begreifen - gute Architektur befördere das.

Stefan Häußler, Leiter für Immobilienaufgaben und Projektleiter bei der NPG, erinnerte an die zweijährige Bauzeit in sehr schwierigen Jahren, in denen durchaus „einige harte Brocken auf dem Tisch lagen“. Launig erzählte er von schwitzenden Baggerfahrern und bürokratischen Hürden - da konnte gestaunt, gelacht und geklatscht werden. Und dann wurde gegessen, getrunken, gescherzt, dem wohligen Sound des Knudsen Fessele Streit Trios gelauscht - und einfach gefeiert.