LKA-Aktion in BW: Großrazzia gegen Kinderpornos – Fälle auch in Ulm – Was das LKA sagt

Razzia gegen Verdächtige, die kinderpornographische Inhalte besitzen und verbreiten sollen (Symbolbild): 300 Beamte waren im Einsatz, darunter auch im Raum Ulm.
Hannes P AlbertGroßeinsatz mit rund 300 Polizeibeamten und Beamtinnen im gesamten Südwesten: Wie das Innenministerium in Stuttgart berichtet, liefen im Rahmen eines landesweiten Aktionstages am Mittwoch, 25. Oktober, Razzien gegen Personen, die im Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie stehen. Die Einsätze waren erfolgreich: Bei der umfangreichen Aktion des Landeskriminalamts (LKA) und zwölf regionalen Polizeipräsidien wurden
- 122 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt,
- 139 Tatverdächtige ermittelt,
- 544 Beweismittel sichergestellt.
LKA-Razzia gegen Kinderpornografie: Verdächtige auch im Raum Ulm
Nach Angaben von Nadine vom LKA Stuttgart waren die Ermittler auch im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm gegen mögliche Verbrecher vorgegangen. Demnach seien elf Tatverdächtige bei Durchsuchungen ermittelt worden. Man habe bei den Verdächtigen – laut SWR im Alter zwischen 17 und 59 Jahren – kinderpornographische Filme und Fotos entdeckt. „Insgesamt handelt es sich um 17 digitale Asservate“, sagte Hell. Worum es sich genau handelt, konnte sie nicht sagen. Ebenso blieb unklar, wo genau im Bereich Ulm Durchsuchungen erfolgt waren.
Keine Hinweise auf aktuellen sexuellen Missbrauch in Dateien
Hinweise darauf, dass sich unter den kinderpornographischen Inhalten auch Material befindet, dass auf einen aktuellen sexuellen Kindesmissbrauch von Opfern hinweist, wie zuletzt im Falle einer bundesweiten Fahndung nach einer verdächtigen Frau mit auffallenden Tätowierungen, gibt es aktuell nicht. Das LKA und die zuständigen lokalen Stellen ermitteln weiter.
Das Polizeipräsidium Ulm konnte unterdessen auf Anfrage keine Angaben zu den Ermittlungen gegen Verdächtige in seinem Verantwortungsbereich machen.
In den Verantwortungsbereichen der Polizeipräsidien Aalen und Reutlingen gab es im Zuge des Aktionstages laut LKA keine Verdachtsfälle.
Hinweise von US-Behörden auf Straftaten in Baden-Württemberg
Den Maßnahmen gingen dem Ministerium zufolge umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamts und der Kriminalpolizeidirektionen der regionalen Polizeipräsidien voraus. Viele Ermittlungsansätze gingen auf Hinweise der US-amerikanischen Organisation National Center For Missing And Exploited Children (NCMEC) an die deutschen Behörden zurück.
Insgesamt, hatten laut der Deutschen Presseagentur (dpa) von den am Aktionstag umgesetzten 122 Durchsuchungsbeschlüssen nur 30 keinen Bezug zu US-Informationen gehabt. Die Verdächtigen seien zwischen 14 und 74 Jahre alt. 135 seien männlich, vier weiblich. Niemand sei inhaftiert worden.
LKA bittet Bevölkerung um Mithilfe
Das LKA weist in Sozialen Medien darauf hin, dass der „Action Day gegen Kinderpornografie in Baden-Württemberg“ eine klare Ansage an die Täter sei: „Die Polizei verfolgt jeden einzelnen Fall konsequent.“ Und die Behörde bittet auch die Bevölkerung um Unterstützung im Kampf gegen Verbrechen rund um Kinderpornos und dem sexuellen Missbrauch von Kindern: „Dabei sind wir aber auch auf Eure Mithilfe angewiesen: Meldet uns jedweden Verdacht – denn jede und jeder kann helfen.“
Kriminalstatistik: Fallzahlen bei Kinderpornografie nehmen stark zu
Aufgrund der NCMEC-Meldungen haben die Fallzahlen dem Innenministerium zufolge im Bereich des Besitzes und der Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie in den vergangenen Jahren stark zugenommen.
Im Jahr 2021 erhielt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg 2.825 entsprechende Hinweise von NCMEC, 2022 bereits 7.767. Nicht jeder Verdachtsmeldung lag eine Straftat zugrunde, dennoch ist ein Anstieg der Fälle in der polizeilichen Kriminalstatistik zu verzeichnen. So stiegen die Straftaten aus dem Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften von 1.414 im Jahr 2018 auf 5.639 im Jahr 2022 an.
Aufruf von Minister Strobl: Razzia ist klare Ansage an Täter
„Unser Aktionstag ist eine klare Ansage an die Täter: Wir verfolgen jeden einzelnen Fall konsequent und unnachgiebig – auch bis in den letzten Winkel des Netzes. Wir sind hier aber auch auf Mithilfe der Menschen im Land angewiesen: Melden Sie jedweden Verdacht unserer Polizei – jede und jeder kann etwas tun“, appellierte Innenminister Thomas Strobl abschließend. „Hinter jeder Abbildung steht in den allermeisten Fällen ein tatsächlicher sexueller Missbrauch“.

