Wer vor kurzem Hühnereier in Lonsee gekauft hat, sollte aufpassen: Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis hat am Mittwochabend eine Lebensmittelwarnung herausgegeben: Bei einer „amtlichen Beprobung“ seien Dioxine und polychlorierte Biphenylen (PCB) in Eiern festgestellt worden. Es handele sich um Ware, die vom 19. April bis zum 23. Mai bei einem Betrieb in der Scharenstetter Straße in Lonsee sowie am Automaten in der Halzhauser Straße in Luizhausen/Lonsee (beides Alb-Donau-Kreis) verkauft wurde.
„Sollten Verbraucherinnen und Verbraucher noch im Besitz von Eiern sein, die sie in dem oben genannten Zeitraum bei besagtem Betrieb gekauft haben, werden sie gebeten, diese zu dem Betrieb nach Lonsee zurückzubringen“, teilt der Fachdienst Verbraucherschutz/Veterinärangelegenheit des Landratsamt mit. Vorsorglich sollten auch Eier, die zu einem früheren Zeitpunkt in besagtem Betrieb gekauft wurden, zurückgegeben werden.

Was sind Dioxine und polychlorierte Biphenylen (PCB)?

Laut dem Umweltbundesamt gehören Dioxine und polychlorierte Biphenyle zu den Persistenten Organischen Stoffen. Dioxine entstehen demnach unerwünscht bei allen Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff. Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind ebenfalls chlorierte Kohlenwasserstoffe, schreibt das Umweltbundesamt.
Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis teilt mit, dass Dioxine und polychlorierte Biphenylen (PCB) in Böden in unterschiedlichen Konzentrationen nachzuweisen seien. Da die Verbindungen sehr stabil seien, würden sie im Boden nur sehr langsam abgebaut werden und blieben über Jahrzehnte erhalten.
Der Einsatz von PCB ist laut LRA in Deutschland seit 1989 verboten. Über die Umwelt könnten die Stoffe aber in unsere Nahrung gelangen – beispielsweise durch Nutztiere, die sie zusammen mit Bodenpartikeln aufnehmen. Die Verbindungen reicherten sich dann im Fettgewebe von Tieren und Menschen an. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten die Schadstoffe über fetthaltige tierische Nahrung wie Milch, Fleisch, Eier und Fisch aufnehmen.
Im vorliegenden Fall sei kein Eigenverschulden des Direktvermarkters erkennbar, sagt das Landratsamt. „Die Ursachen für die Kontamination werden untersucht.“

Was passiert, wenn ich Dioxine und PCB zu mir nehme?

Da die gesetzlich zulässigen Höchstwerte in der untersuchten Probe überschritten seien, bestehe für Verbraucherinnen und Verbraucher bei Verzehr der kontaminierten Eier ein gesundheitliches Risiko, teilt das Landratsamt mit.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt, dass in Tierversuchen eine chronische Wirkung durch Dioxine und PCB festgestellt wurde: Dazu zählten Störungen der Reproduktionsfunktionen, des Immunsystems, des Nervensystems und des Hormonhaushalts.
Akute Wirkungen durch hohe Dosen von Dioxin seien beim Menschen bisher nur nach Industrieunfällen, der Aufnahme hoher Konzentrationen am Arbeitsplatz und nach absichtlichen Vergiftungen beschrieben worden, so das BfR. Am häufigsten seien lang anhaltende entzündliche Hautveränderungen aufgetreten. Außerdem gebe es Hinweise auf Leberschädigungen.