Leader-Geld in der Region Ulm: Kleinprojekte stärken die Gemeinschaft

Beispiel eines Leader-Projekts in der Region: Der Wichtelweg Langenau-Göttingen (von links: Stadtgärtner Dominik Wansing, Nadine Maier vom Stadtmarketing, Bürgermeisterin Daria Henning und Martina Schmid von der Leader-Geschäftsstelle Brenzregion).
Stadt Langenau- Leader Brenzregion fördert dieses Jahr 18 Kleinprojekte mit 150.000 Euro.
- Auswahl aus 28 Anträgen: Einige nicht förderfähig, drei zurückgezogen – 18 erhalten Zuschuss.
- Im Jahr 2026 stehen 150.000 Euro bereit, insgesamt genau 166.666,67 Euro mit Kommunen.
- Projekte u. a. in Beimerstetten, Amstetten und Nellingen: Wanderweg, Instrumente, Vita-Stop.
- Ziel ist Stärkung ländlicher Räume und Umsetzung der lokalen Leader-Strategie.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Regionalbudget für Kleinprojekte ist ein zusätzlicher Fördertopf zur Stärkung des ländlichen Raums für alle Leader-Regionen. Mit diesem sollen Kleinprojekte bis maximal 20.000 Euro (netto) Gesamtkosten unterstützt werden, die der Umsetzung der lokalen Leader-Entwicklungsstrategie dienen. Nachdem die Brenzregion am 27. November 2025 potenzielle Projektträger dazu aufgerufen hatte, Anträge für Kleinprojekte zu stellen, konnte das Auswahlgremium schließlich über 28 eingereichte Kleinprojektanträge entscheiden. Nicht alle waren förderfähig oder erfüllten die Mindestanforderungen des Programms – drei Projekte wurden wieder zurückgezogen, heißt es in einer Pressemitteilung. Schließlich sollen 18 Kleinprojekte einen Zuschuss erhalten. Ausgewählt wurden die Projekte mittels einer Bewertungsmatrix und einem daraus resultierenden Ranking.
18 Vorhaben werden gefördert
Im Jahr 2026 stehen der LAG Brenzregion Mittel aus dem Regionalbudget in Höhe von 150.000 Euro zur Verfügung. Zuzüglich korrespondierender kommunaler Mittel können insgesamt genau 166.666,67 Euro vergeben werden. Hiervon stammen 90 Prozent aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und zehn Prozent aus Mitteln der Kommunen im Leader-Gebiet.
Die Projektträger im Raum Ulm, die ihre Projekte bis zum Ende des Jahres 2026 in der Brenzregion abschließen müssen, um gefördert zu werden:
Der Schwäbische Albverein Ortsgruppe Beimerstetten möchte dem Wandernetz der Gemeinde Beimerstetten mit der Schaffung eines Biotop-Wanderwegs einen weiteren interessanten Rundwanderweg hinzufügen. Zudem sollen die bestehenden Rundwege eine neue, einheitliche Beschilderung erhalten sowie digitalisiert werden.
Der Posaunenchor Amstetten möchte für den Aufbau einer Anfängergruppe Blechblasinstrumente verschiedener Register anschaffen. Die Instrumente werden den jungen Vereinsmitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt. Zielgruppe sind Interessierte aus Amstetten und Umgebung, die im Verein entweder ein Blechblasinstrument erlernen oder nach einer längeren Pause wieder mit dem Spiel beginnen wollen.
Die Gemeinde Nellingen legt einen kleinen Rastplatz, den „Vita-Stop“, bei der Festhalle in zentraler Lage an. Unter einem großen Baum wird eine Bank im Schatten installiert, an der Wand der Festhalle eine E-Bike-Ladestation angebracht. Von der Rastmöglichkeit profitieren nicht nur Einheimische, sondern auch Radfahrende und Touristen. Eine Informationstafel mit einer Orientierungskarte ergänzt das Angebot.
Die Ziegler GbR in Beimerstetten möchte in ihrem Familienbetrieb den Verkaufs- und Schulungsbereich neu gestalten. Mit einem Präsentationstisch und Verkaufsregal können die Erzeugnisse ansprechend verkauft werden. Auch Kindern soll spielerisch aufgezeigt werden, wo regionale Lebensmittel herkommen und wie nachhaltiges Wirtschaften funktioniert.
Das Leader-Programm von EU und Ländern
Das LEADER-Programm steht für Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Es ist ein Gemeinschaftsprogramm, finanziert aus dem EU-Agrarfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie durch Kofinanzierung der jeweiligen Bundesländer und Kommunen.
Kernziel ist die Stärkung und nachhaltige Weiterentwicklung von ländlichen Lebens- und Wirtschaftsräumen. Das Kernprinzip lautet Bottom-Up: Strategien und Projekte werden nicht von „oben“ vorgegeben. Die Menschen vor Ort entscheiden selbst, was ihre Region braucht. Zentrale Akteure sind die Lokalen Aktionsgruppen. Sie bestehen aus Akteuren der Kommunen, der lokalen Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Sie erarbeiten das regionale Entwicklungskonzept und wählen förderfähige Projekte aus.
Typische Förderbereiche: Sicherung der Grundversorgung und Dorferneuerung, Förderung von Kleinstunternehmen und Tourismus, Klima-, Natur- und Ressourcerschutz vor Ort sowie kulturelle und soziale Projekte. Kommunen, Vereine, Verbände, Unternehmen sowie Privatpersonen können eine Förderung beantragen, sofern das Projekt im definierten LEADER-Aktionsgebiet liegt und zur regionalen Strategie passt.
„Die Vielzahl an unterschiedlichen Ideen für private, gewerbliche und kommunale Projekte zeigt die Attraktivität und Vielfalt des Leader-Programms insgesamt. Es freut mich, dass viele Bürgerinnen und Bürger von den Projekten profitieren werden“, wird der Vorsitzende des Vereins Regionalentwicklung Brenzregion, Landrat Peter Polta, zitiert.
Jede Förderperiode hat ihre eigenen Themen und Schwerpunkte
Die Handlungsfelder im Regionalen Entwicklungskonzept 2023 bis 2027 des Leader-Programms lauten „Landschaftsschutz und regionale Ernährungssysteme“, „Regionale Wertschöpfung, nachhaltiger Tourismus und Kompetenzausbau“, „Mobilität für alle, Erreichbarkeit und Infrastrukturen“ und „Leben, Wohnen und Ortsentwicklung sozialgerecht und ressourcenschonend“.