Landtagswahl BW 2026: Manuel Hagel im SWP-Forum: Statt schriller Debatten lieber Probleme anpacken

Seine Erläuterungen waren ausführlich: Manuel Hagel im Stadthaus. Der 37-Jährige will Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 8. März beerben.
Matthias Kessler- CDU-Politiker Manuel Hagel (37) tritt in Ulm auf – bodenständig, auskunftsfreudig.
- Ziel: Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 8. März beerben.
- Bildung im Fokus: Meisterschul-Gebühren abschaffen; „Meister und Master“.
- Verbindliches Vorschuljahr mit Sprachunterricht, vom Land bezahlt; Rückkehr zur Empfehlung.
- Will CDU zu Wurzeln führen; gegen AfD: „Die Mitte muss zusammenhalten.“
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ruhe und Gelassenheit lerne man, wenn man auf die Jagd gehe, sagt Manuel Hagel, als er nach seinem Hobby gefragt wird. „Man nimmt Gerüche und Geräusche wahr, die sonst in der Hektik untergehen.“ Schöne Eigenschaften, so ergänzt der 37-Jährige, die zu einer „konservativen und niemals schrillen Politik“ passten. Und schrill war der Auftritt Hagels im Stadthaus am Freitagabend (6.2.) bestimmt nicht: Vielmehr zeigte sich der CDU-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg bodenständig. Zu den Fragen von Judith Conrady, stellvertretende Chefredakteurin der SÜDWEST PRESSE, und Stuttgart-Korrespondent Axel Habermehl nahm er ausführlich Stellung.
Gebühren für Meisterschule abschaffen
Dass Bildung dabei einer der Bereiche ist, die ihm besonders am Herzen liegen, wurde an diesem Abend deutlich. Hagel schlug einen weiten Bogen: von der ersten Klasse und den Voraussetzungen zur Einschulung, weiter zu Real- und Hauptschule, die fälschlicherweise ein Imageproblem hätten, bis hin zur Meisterausbildung, die „ungerechte Gebühren kostet, die ich abschaffen will“. Diese verhinderten nämlich, dass Handwerksbetriebe übernommen werden. Ein Problem, das in den kommenden Jahren zunehmen werde. Man dürfe ein Studium nicht höher werten als eine handwerkliche Ausbildung – „Meister und Master, lautet die Devise“.
Zur „Renaissance des Bildungssystems“, die der Vater von drei Söhnen forderte, gehört auch, dass jedes Kind ein verbindliches Vorschuljahr mit Sprachunterricht absolviert, das Hagel vom Land bezahlen lassen will: „Ich stehe dazu: erst die deutsche Sprache, dann die erste Klasse“, betonte er. Scheinbar altmodische Fächer wie Musik, Kunst und Sport sollten wieder mehr in den Fokus rücken. Und die Eltern will Hagel mehr in die Pflicht nehmen: „Sie sind für die Erziehung und Bildung ihrer Kinder mitverantwortlich.“ Auch eine verbindliche Grundschulempfehlung will der gelernte Bankkaufmann wieder einführen.
Deutlich wurde an dem Abend, dass Hagel auch die CDU zurück zu ihren Wurzeln führen möchte. So beschwor er die Überzeugungen von Konrad Adenauer in Bezug auf freiheitliche, vor allem aber auch christliche Werte und der Aussöhnung, und er lobte die Idee einer sozialen Marktwirtschaft. „Der Feind der AfD ist nicht Angela Merkel, sondern Konrad Adenauer“, sagte er. Einer, der Minderheiten nicht ausgegrenzt habe, so wie es die AfD tue. Sie sei das „Fieberthermometer der Gesellschaft“, das erschreckt angestarrt werde – nach den Ursachen suche man nicht. „Die Mitte muss zusammenhalten und die Probleme lösen“, beschwor Hagel. Dann werde man „die Truppe“ schlagen.
Netzausbau verstärken
Polarisierende Kulturkämpfe will Hagel nicht ausfechten. Dies werde viel zu oft getan und bringe nichts. „Jeder soll essen, fahren, was er will.“ Es sei Zeit, deutlicher gelassener mit der Meinung anderer umzugehen. Den Weg zurück finden zu einer starken Wirtschaft, will Hagel, „womit wir einst Vorbild in der Welt waren“. Dazu gehöre weniger Bürokratie, weniger Steuern und bezahlbare Energie. Letzteres erreiche man durch eigene Netze, die mithilfe von Fonds finanziert werden. Es seien oft die Details, auf die es ankomme. Das Auto als Geschäftsmodell im Ländle sei nicht tot, aber „wir müssen Wissenschaft und Forschung nutzen“, um es weiter zu entwickeln, bezog sich der Ehinger auf Wasserstoff betriebene Motoren.
Er wolle es als Ministerpräsident besser machen, sagte der 37-Jährige und meinte damit nicht Winfried Kretschmann, den er verehre: „Er ist ein guter Landesvater.“
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