Kuriose Straßennamen
: Der Dodel im Himmelreich

Über die Herkunft einiger markanter Blaubeurer Straßennamen hat Manfred Daur ein Buch geschrieben. Was es für Geheimnisse entlockt.
Von
Thomas Spanhel
Blaubeuren
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Im Dodelweg liegen die Blaubeurer Sportstätten und der evangelische Kindergarten.

Im Dodelweg liegen die Blaubeurer Sportstätten und der evangelische Kindergarten.

Thomas Spanhel
  • Der Dodelweg ist nach Richter Wilhelm Dodel benannt, bekannt als "Schwäbischer Salomo".
  • Himmelreich ist ein alter Flurname für eine gute Viehweide, dort liegt ein evangelisches Freizeitheim.
  • Eythstraße und Alberweg erinnern an Maximilian Eyth und Reformator Matthäus Alber.
  • Buch von Manfred Daurs erläutert die Herkunft markanter Blaubeurer Straßennamen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In den Dodelweg und ins Himmelreich in Blaubeuren kommen viele Besucher. Allerdings nicht, weil dort viele besonders Heilige oder Trottel wohnen, auch wenn im österreichischen Sprachgebrauch Dodel für einen Trottel steht. Wie in Manfred Daurs Buch über Blaubeurer Straßen-Geschichten oder im Blaubeurer Heimatbuch zu erfahren ist, wurde der Dodelweg nach dem Juristen Wilhelm Dodel benannt, der von 1892 bis 1913 Oberamtsrichter in Blaubeuren war und vor allem nach seinem Tod 1934 wegen der ihm zugeschriebenen volkstümlichen Richtersprüche als „Schwäbischer Salomo“ berühmt wurde.

Bekannt ist etwa ein von Dodel überliefertes Urteil gegen einen Jagdeigentümer. Dieser wollte einen Lehrer wegen Wildfrevels verurteilt sehen. Der Lehrer hatte nämlich einen Hasen getötet, als das Tier sich unter den Rock seiner Frau flüchtete. Dodel sprach den Lehrer allerdings frei, denn unter den Röcken seiner Frau stehe „das alleinige Jagdrecht dem Herrn Lehrer zu“.

Viehweide als Himmelreich

Weniger irdisch klingt die Adresse „Oberes Himmelreich 1“ – dort liegt das evangelische Freizeitheim des Kirchenbezirks. Es schwebt allerdings nicht in überirdischen Gefilden, sondern dieser alte Flurname des Gebiets nahe dem Teilort Seißen hatte seinen Grund in der besonders guten und reichhaltigen Viehweide, die es dort gab.

Auch andere seltene Straßennamen wie die Eythstraße oder der Alberweg entstanden nicht, weil es dort etwa zum Schwur kam oder albern zuging. Matthäus Alber, der 1570 in Blaubeuren starb, wurde bekannt als württembergischer Reformator und galt als „Luther Schwabens“, der zum ersten Abt des reformierten Klosters Blaubeuren wurde und die neu gegründete Klosterschule leitete. Maximilian Eyth, der bis 1906 lebte, war Schriftsteller und Ingenieur, der in seinem Roman „Der Schneider von Ulm“ die Landschaft um Blaubeuren und das Leben im Evangelischen Seminar schilderte.