Kunst in Ulm und Neu-Ulm: Diese sieben Museen und Galerien sind einen Besuch wert

Sich in die Vergangenheit beamen? Mit dem Flugsimulator „Birdly“ wird das für fünf Miinuten zur Realität.
Volkmar Könneke- Ulm und Neu-Ulm bieten Kunst an vielen Orten.
- Stadthaus Ulm zeigt Kunst auf drei Etagen, geöffnet täglich, Eintritt frei.
- Galerie Tobias Schrade im Fischerviertel zeigt zeitgenössische Kunst, Eintritt frei.
- M25 bietet virtuelle Erlebnisse und Ausstellungen, Eintritt frei, VR-Flug 5 Euro.
- Kunsthalle Weishaupt präsentiert moderne Kunst, Eintritt 8 Euro, frei jeden ersten Freitag.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Substantitv, feminin. Schöpferisches Gestalten. Singular: „einzelnes Werk, Gesamtheit der Werke eines Künstlers, einer Epoche“, steht im Duden. Die Frage danach, was sie eigentlich ist – und was nicht– beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten. Kunst hat viele Gesichter: Ausdrucksstarke Porträts, aufwendige Installationen, eine virtuelle Reise in die Vergangenheit, Oldtimer aus verschiedenen Jahrzehten. In Ulm und Neu-Ulm gibt es Kunst an nahezu jeder Ecke. Ob in imposanten, denkmalgeschützten Gebäuden, modernen Glasbauten oder verwinkelten Galerien: Frühlingstage, an denen der Himmel wolkenverhangen ist oder der Regen in Strömen auf Asphalt prasselt, empfehlen sich besonders für einen Museumsbesuch.
Stadthaus Ulm
Das erste Kapitel der Geschichte des Ulmer Stadthauses ist eng verwoben mit einem Stück Kommunalpolitik und direkter Demokratie: Mitte der 1980er Jahre wollte die Stadt den zentralen Platz, auf dem das Wahrzeichen der Stadt steht, neu gestalten. Die Pläne dafür sollte der amerikanische Architekt Richard Mayer entwerfen. Viele Bürger lehnten die moderne Architektur jedoch ab. So kam es im Jahr 1987 zu einem Bürgerentscheid: Die Gegner waren zwar in der Überzahl, aber verfehlten dennoch das Quorum.
Es blieb bei dem Beschluss des Gemeinderats und das Stadthaus wurde gebaut. Nach einer zweijährigen Bauzeit wurde die Kulturstätte im Herzen der Stadt eröffnet. Seit der Eröffnung im Jahr 1993 gibt es dort Kunst auf drei Etagen: Im Untergeschoss können Besucherinnen und Besucher der Dauerausstellung in die Geschichte des Hauses und des Münsterplatzes eintauchen.
Aktuelle Ausstellungen im Stadthaus
- Angelika Platen: „Beglückende Begegnungen“ zeigt verschiedene Porträts von Künstlerinnen und Künstlern. Vor mehr als 35 Jahren hat sich Angelika Platen auf Porträt-Fotografie spezialisiert. Mittlerweile umfasst das Werk der Fotografin hunderte Porträts von Künstlerinnen und Künstlern: Darunter Fotografien von Georg Baselitz, Joseph Beuys, Christo und Jeanne-Claude, Gerhard Richter, Günther Uecker und Andy Warhol. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 4. Mai, zu sehen.
- Herlinde Koelbl: Der Blick ist klar und selbstbewusst, das Haar kurz geschnitten, das ungeschminkte Gesicht frontal zu sehen. Die schwarz-weiß Fotografie zeigt Alt-Kanzerin Angela Merkel im Jahr 1991. Lange bevor die Welt ihren Namen kannte, lange bevor dieses Gesicht für die Politik einer ganzen Nation stand. Fotografin Herlinde Koelbl porträtierte Merkel 23 Mal. Die Fotografien sind noch bis zum 25. Mai im Stadthaus Ulm zu sehen.
- Kräßliches: Der Bildhauer der Münsterbauhütte, Emil Kräß, ging im November 2024 in Rente. 38 Jahre lang hatte er als Steinmetz in der Ulmer Münsterbauhütte gearbeitet. Kräß schafft kreative Kunstwerke – hauptsächlich aus Stein, aber auch aus Metall oder Holz. Einen Teil dieser Werke sind noch bis zum 9. Juni im Stadthaus ausgestellt. Außerdem sind Fotos von Ralf Just zu sehen.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Das Ulmer Stadthaus ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, beziehungsweise donnerstags von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.
- Der Eintritt ist frei.
Galerie Tobias Schrade im Fischerviertel
Strömungen der zeitgenössischen Kunst zu beobachten und zu fördern: Dieses Anliegen liegt der kleinen Galerie im Ulmer Fischerviertel zugrunde. Seit 2003 präsentiert die Galerie Tobias Schrade Kunst in verschiedenen Facetten und ist zugleich eine Plattform für zeitgenössische Kunst sowie für deren Liebhaber und Sammler.
In bis zu zehn Einzel- und Gruppenausstellungen und zwei Beteiligungen an Kunstmessen pro Jahr zeigt das Team ein großes Spektrum an zeitgenössischer Malerei, Skulptur und Objekten. Gelegentlich verwandelt sich die Galerie in einen Konzertraum und eine Bühne für Lesungen und Performances.
Aktuelle Ausstellung in der Galerie
- Malerei und Skulpturen: Tamara Suhrs Kinderfiguren aus Bronze sind reduziert und archaisch. Sie vereinen Verletzlichkeit, Mut und innere Stärke. Isabelle Roths Protagonistin lebt in einer traumhaften Welt. Den Gemälden wohnt eine Leichtigkeit inne. Sie entstehen in langen Arbeitsprozessen. „Beide Künstlerinnen vermitteln die Freude am einfachen Glück“ heißt es in der Ausstellungsankündigung. Isabelle Roths und Tamara Suhrs Werke sind noch bis zum 10. Mai in der Galerie Tobias Schrade in Ulm ausgestellt.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Die Galerie ist von Mittwoch bis Freitag von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, samstags von 11.00 bis 15.00 Uhr.
- Der Eintritt ist frei.

Die Entwickler von „Birdly“ programmierten einen Rundflug durch die Ulmer Innenstadt aus dem 19. Jahrhundert.
<p class="text">Demodern GmbH</p>M25 – der virtuelle Erlebnisraum
Die in Stein erstarrte Architektur des Münsters erwacht zum Leben: Das M25 am Münsterplatz ist eine Art drei-in-eins-Kulturstätte. Unter einem Dach ist dort im Jahr 2021 ein Museum für das Münster und die Bauhütte, ein Stadtforum für aktuelle Themen und Raum für Stadtgeschichte entstanden.
Wer den virtuellen Erlebnisraum betritt, kommt gleich mit dem Wahrzeichen der Stadt in Kontakt: Eine große orangefarbene Aufzugs-Kabine simuliert eine Fahrt an der Fassade hoch bis zur 161,50 Meter hohen Turmspitze. Und: Mit dem Flugsimulator Birdly ist eine Reise in die Vergangenheit möglich. Mit einer VR-Brille können Besucher wie ein Vogel über die Stadt des Jahres 1890 fliegen, sie steuern sich dabei selbst mit den Armen über die Dächer, die auf der 3D-Brille erscheinen. Der weitere Bereich des M25 bietet wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen, die die Stadt bewegen.
Aktuelle Ausstellung im M25
- „Wir sind deine Stimme“: In der städtischen Ausstellung stellt sich der Gemeinderat in verschiedenen Formaten vor. Dazu zählen interaktive Medienmonitore, Filme und Print-Medien sowie eine Mitmachwand. Bürgerbeteiligung, einzelne Tätigkeitsfelder, vergangene Entscheidungen und deren Auswirkungen, aber auch Zukunftsthemen des Gemeinderats stehen im Fokus der aktuellen Ausstellung. Bis zum 25. Mai ist die Neuauflage der Ausstellung, die ihre Premiere vergangenes Jahr feierte, im M25 zu sehen.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Von Mittwoch bis Sonntag hat die Erlebniswelt jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Samstags von 10.00 bis 18.00 Uhr.
- Der Eintritt ist frei. Ein Flug mit dem Simulator kostet allerdings 5 Euro. Tickets können Besucher auf der städtischen Homepage, unter stadt-ulm.reservix.de, reservieren.
Kunsthalle Weishaupt
Das imposante Gebäude aus Naturstein, eine Referenz zum nahegelegenen Münster und die großzügigen Glasflächen, ist Teil des Zentrums von Ulms neuer Mitte. Die Kunsthalle Weishaupt am Hans-und-Sophie-Scholl-Platz wurde nach den Plänen des Münchener Architekten Wolfram Wöhr erbaut und im Jahr 2007 eröffnet. Hinter der gläsernen Front ist eine hochkarätige Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst ausgestellt.
Aktuelle Ausstellungen in der Kunsthalle
- „Entropie und Ordnung“: Herbert Oehm ist gelernter Plakatmaler, Schüler der Hochschule für Gestaltung Ulm und Vertreter der konkreten Malerei. Glänzende Goldblättchen, rasterartige Arrangements aus Toilettenpapier, Tropfenstrukturen aus Polyesterharz, reliefartige Galaxien aus Sand: Oehms Oeuvre bietet eine Bilderwelt voll unterschiedlichster Materialien und Techniken. Besucher können sich bis zum 12. Oktober ein eigenes Bild von den experimentellen Arbeiten des Künstlers machen.
- „Museum neu buchstabiert. Teil 2“: Das Gastspiel des Museums Ulm geht mit der Ausstellung „Museum neu buchstabiert. Teil 2: M-Z“ bis zum 5. Oktober in die zweite Runde. Besucher erwarten weitere Einblicke in die Museumsarbeit. Über Grenzen von Sammlungsbereichen hinaus sind Gemälde, Textilien, Alltagsgegenstände, Skulpturen und Fragmente, Werkzeuge, Geschichten und Begebenheiten aus dem Museumsalltag mit allen Sinnen zu entdecken. Von Memes bis X-Ray gewährt die Ausstellung andere Zugänge zu den ausgestellten Exponaten und bietet Blicke hinter die Kulissen musealer Praxis.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Die Kunsthalle Weishaupt ist dienstags bis sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
- Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro für Schüler über 18 Jahren, Studierende, Rentner, Menschen mit Beeinträchtigung und für Gruppen ab 8 Personen.
- Jeden ersten Freitag im Monat ist der Eintritt frei.
Brot und Kunst
Es ist die Geschichte eines Kulturguts, eines Sinnbild für Leben in der jüdisch-christlichen Vorstellungswelt, aber auch die Geschichte von Mangel und Vielschichtigkeit, von Handwerk und Technik: In dem Ulmer Wissensmuseum dreht sich alles um Brot und Getreide. Von der Herstellung über technik- und sozialgeschichtliche Aspekte bis hin zu moralischen Fragen: „Brot und Kunst“ wurde im Jahr 1955 durch die Ulmer Unternehmer Willy Eiselen und seinen Sohn Hermann Eiselen als erstes Museum zum Thema Brot weltweit eröffnet.
Die Sammlung umfasst Objekte aus kultur,- sozial- und technikgeschichtlichen Zusammenhängen und aus mehreren Jahrhunderten. Ein besonderes Augenmerk gilt der Kunst. Das Museum verstanden die Gründer von Anfang an auch als einen Ort, an dem über eine gerechtere Welternährung nachgedacht und diskutiert werden kann.
Das Renaissancegebäude ist als besonderes Kulturdenkmal der Stadt Ulm eingetragen. Das steile Satteldach ist schon von weitem zu sehen. Durch das prunkvolle Eingangsportal (von Steinmetz Claus Bauhofer) aus den Jahren 1592/93 gelangen Besucher in das Innere des Museums. Dort stechen die eindrucksvollen Ständerhallen mit Holzkonstruktionen ins Auge. Das heutige Museumsgebäude war einst reichsstädtisches Lagerhaus für Getreide und Salz, bis heute wird es daher Salzstadel genannt. Einmal im Jahr sind auch die oberen Dachgeschosse für Besucher zugänglich und bieten einen einmaligen Blick auf das Ulmer Münster.
Aktuelle Ausstellungen
- Dauerausstellung: Die Ausstellung im Museum Brot und Kunst besteht aus zwei Teilen: Auf der einen Seite steht die Kunst, auf der anderen die Themen rund um Brot, Alltag, Ernährung und Konsum. Die kulturelle Dimension ist das verbdinde Element: Dabei geht es darum, die Welt um uns zu herum verstehen und zu deuten, und um die Zwischenräume zwischen den ”Schubladen“ kollektiver Wahrnehmung. Beide Teile antworten einander.
- „Daniel Bräg: Cool Blossom“: Am 1. Mai eröffnet die Sonderausstellung mit Werken des Münchner Künstlers: In deren Mittelpunkt steht der Obstbaum. Er kennt zwei Höhepunkte: die Blüte und die Frucht. Um eben diese Höhepunkte geht es in „Cool blossom“. Inspirit von nicht weniiger als einem Stück Weltliteratur, Fausts Ausruf „Augenblick, verweile doch, du bist so schön“, hat Daniel Bräg versucht, die blühenden Äste haltbar zu machen. Die Ausstellung zeigt seine Versuche, die Endlichkeit des Vergänglichen zu durchbrechen.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Montag 10.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr und mittwochs von 10.00 bis 19.00 Uhr.
- Der Eintritt kostet 6 Euro pro Person, ermäßigt 5 Euro. Familien mit bis zu drei Kindern bezahlen 8 Euro für ein Ticket.
Friseurmuseum in Neu-Ulm
Der Besuch in Herr Zopfs Friseurmuseum ist ein unterhaltsamer und informativer Streifzug durch die Geschichte des Friseurhandwerks: Mit über 30.000 Exponaten auf rund 600 Quadratmetern. Von einem komplett erhaltenen, denkmalgeschützten Friseursalon über eine kunstvoll verzierte Barttasse bis hin zu den ersten Dauerwellapparaten ist das Lebenswerk des Namensgebers das größte Friseurmuseum der Welt. Die ausgestellten Sammlerstücke erzählen fesselnde, lustige und zum Nachdenken anregende Geschichten aus der Tradition der Bader und Barbiere.
Jeder Raum hält Unerwartetes, Skurriles und Faszinierendes bereit. Museumsdirektor Harald Gloning gibt seine Leidenschaft für den Beruf und die Exponate persönlich bei seinen Führungen weiter.
Dauerausstellung mit denkmalgeschützte Salon
- Salon Harand aus Dresden: In der Friseurstube wurden einst Berühmtheiten wie die Königin von Griechenland, Heinz Rühmann, Theo Lingen, Trude Herr und andere deutsche Filmgrößen gestylt. Heute ist er tatsächlich der einzige Friseursalon, der unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der Salon ist Teil der Dauerausstellung im Friseurmuseum.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Aktuell hat das Friseurmuseum keine regulären Öffnungszeiten. Die Mitarbeiter bieten Führungen auf Anfrage (Gruppen ab 5 Personen) an. Um eine Terminvergabe (telefonisch oder per Mail) wird gebeten.
- Der Eintritt kostet 7,50 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für unter U-18-Jährige.
Oldtimerfabrik Classic
Der futuristisch amutende Neubau und das alte Artilleriedepot der Bundesfestung Ulm sind durch eine Brücke miteinander verbunden. Ein durchgängiges Glasdach überzieht die dazwischen liegende Piazza. Das Gelände der Oldtimerfabrik Classic in Neu-Ulm ist Museum, Eventlocation und Restaurant in einem.
Hinter dem Museum stehen über 20 Oldtimer-Begeisterte aus dem Raum Ulm und Neu-Ulm. Im Jahr 2009 haben sie sich dazu entschlossen, ihre Idee umzusetzen: ein Kompetenzcentrum für Old- und Youngtimer und eine Heimat für Oldtimerclubs. Besucher erwarten Schmuckstücke verschiedener Marken auf über 5000 Quadratmetern.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Von Montag bis Freitag hat das Museum von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags können Besucher von 10.00 bis 17.00 Uhr die Old- und Youngtimer bestaunen.
- Der Eintritt ist kostenlos.



