Kundgebung in Ulm
: Aus Liebe zur Demokratie: Demo auf dem Münsterplatz

Mut machen, den Menschen ein positives Gefühl geben und die Freiheiten feiern, die das Grundgesetz garantiert: Das will eine Gruppe junger Menschen, die dafür am Sonntag, 15. Februar, demonstriert.
Von
Beate Rose
Ulm
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Carina Kugelmann

Carina Kugelmann liebt die Demokratie und organisiert deswegen mit anderen jungen Menschen eine Demo.

Matthias Kessler
  • Kundgebung „Aus Liebe zur Demokratie“ am So., 15. Februar, 15 Uhr, Münsterplatz Ulm
  • Organisiert von jungen Menschen um Carina Kugelmann; Motto: „wir lieben bunt, laut, vielfältig“
  • Ziel: positive Stimmung, Zuversicht, Feiern der Grundrechte; Reden, Lied und Tanz geplant
  • Oberbürgermeister Martin Ansbacher spricht; keine Wahlkampfveranstaltung, Wahlaufruf erwünscht
  • Bezug auf Artikel 1 und 20 GG; Demo für 500 Menschen angemeldet; Kontext: Demos 2024 und Anfang Februar 2025

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Demokratieverliebt. Dieses Wort nutzt Carina Kugelmann (27) häufig im Pressegespräch. Demokratieverliebt ist sie und ebenso eine Gruppe junger Menschen, die deswegen eine Kundgebung organisieren. Am Sonntag, 15. Februar, (15 Uhr), wollen sie deswegen ein Zeichen auf dem Münsterplatz mitten in Ulm setzen.

In den vergangenen Jahren hatte Ulm zwei große Veranstaltungen mit Bekennntnissen für die Demokratie erlebt, einmal die Demo gegen rechte Hetze Anfang Februar 2025 und die Anti-AfD-Demo im Januar 2024. Der Unterschied zur jetzt geplanten Kundgebung: Den anderen beiden Demonstrationen gingen konkrete Anlässe voraus. Bei der Demo von 2024 waren es Berichte über das „Geheimtreffen von Potsdam“, bei dem Rechtsextreme unter anderem über Vertreibungspläne für ausländische Menschen sprachen. Bei der Demo von 2025 war der Auslöser Friedrich Merz, damals noch CDU-Kanzlerkandidat, der für einen Antrag in der Migrationsdebatte auch Stimmen der AfD nutzte. Heutzutage fehlt zwar hierzulande ein derart gesamtgesellschaftlicher Aufreger, der tausende Menschen auf die Straße treibt. Gleichwohl nimmt Kugelmann Stimmungen in der Gesellschaft wahr. Nämlich, dass viele in einer Lethargie gefangen sind und Angst haben. Angst vor einer Spaltung der Gesellschaft, vor dem Rechtsruck, vor einem Werteverlust. Viele junge Menschen gucken „mit großer Sorge auf die Politik“, nehmen sie als rückwärtsgewandt wahr.

Prominenter Redner wird Oberbürgermeister Ansbacher

Dagegen wollen die Organisatoren der Kundgebung ein Zeichen setzen. Mit dem bewusst weit gefassten Motto „wir lieben bunt, laut, vielfältig“ sollen möglichst viele Menschen angesprochen werden. „Wir wollen eine positive Stimmung ins Land bringen“, sagt Kugelmann. Und zwar mit Reden, einem gemeinsamen Lied und Tanz. Prominentester Redner wird der Ulmer Oberbürgermeister Martin Ansbacher sein. Gleichwohl soll die Kundgebung, auch wenn sie vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg und der Kommunalwahl in Bayern stattfinden wird, keine Wahlkampfveranstaltung werden. Bestenfalls soll dazu animiert werden, wählen zu gehen. Das Orgateam hat die Demo für 500 Menschen angemeldet.

Weitere Redner werden sich laut Kugelmann „an den schönsten Artikeln des Grundgesetzes entlanghangeln“. Natürlich gehört Artikel 1 dazu mit „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Doch Kugelmann spricht etwa zu Artikel 20, dessen erster Absatz lautet: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Für Kugelmann auch ein Artikel, „der gefeiert gehört“. Sie hat übrigens keine Angst vor der großen Bühne. Die Vöhringerin arbeitet als Produktionsplanerin für eine Molkerei, tritt bei Poetry Slams auf und stand bereits vor einem Jahr auf der Bühne am Münsterplatz. Damals lobte sie die Deutsche Nationalhymne und die Worte „Einigkeit“, „Recht“ und „Freiheit“ als universelle Werte. Dafür erhielt sie viel Applaus. Wobei es ihr darum gar nicht geht, sondern für sie zählt, „den Leuten ein Gefühl von Zuversicht mitzugeben“.