Kiffen in Biergärten
: Auf Social Media wird diskutiert: "Ein absolutes No-Go!"

Joints in Ulmer Biergärten, ja oder nein? Auf den Sozialen Medien herrschen dazu unterschiedliche Meinungen.
Von
Yasmin Nalbantoglu
Ulm
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Joints in Ulmer Biergärten? So reagiert das Netz

Joints in Ulmer Biergärten? So reagiert das Netz

Hannes Albert/dpa/Screenshots Instagram/Befunky Collage

Der leicht süßliche Geruch von Gras ist seit der Cannabis-Teillegalisierung in der Ulmer Innenstadt keine Seltenheit mehr. Die einen haben sich vielleicht schon daran gewöhnt, andere stören sich daran. Wie sieht es in der Außengastronomie aus? Die Wirte und Wirtinnen dürfen in Ulm selbst entscheiden, ob sie den Joint zum Abendessen erlauben oder nicht. Viele haben sich dagegen entschieden. Der Grund sei häufig der störende Geruch, berichtet Karin Krings, Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga.

„Man wird zum Passiv-Kiffer“

Auf den Sozialen Medien herrschen unterschiedliche Meinungen dazu. Die einen finden: Der Geruch von Alkohol und Zigaretten störe auch schon, da mache der Cannabis-Geruch keinen großen Unterschied. Andere fühlen sich davon belästigt und sehen sogar Gefahren darin. „Was heißt denn, sich am Geruch stören? Man wird zum Passiv-Kiffer - genauso wie beim Rauchen“, schreibt eine Person auf dem Instagram-Profil der SÜDWEST PRESSE. Eine andere Userin findet: „Versteh den Aufriss nicht, darf doch auch öffentlich gesoffen werden, also das Argument mit dem Geruch ist Quatsch.“ Eine weitere Person kritisiert hier den unterschiedlichen Umgang mit Cannabis und Alkohol beziehungsweise Zigaretten: „Zigarettenrauch dann bitte auch streichen. Alkoholfahne natürlich auch. Einfach bitte alles streichen.“

Auch wird auf Social Media auf Kinder verwiesen, die in Biergärten möglicherweise anwesend sein könnten. „Cannabis rauchen im Biergarten ist ein absolutes No-Go! Alleine schon, wenn da Kinder und Jugendliche im Biergarten sitzen! Kann man ja vorher oder nachher machen. Oder ist das ein Problem?“, fragt ein User. Auch hier kritisiert eine Person, dass zwischen Cannabis und Alkohol ein Unterschied gemacht wird. „Hier geht’s von Anfang an darum, dass man die ‚böse‘ Droge nicht haben will und den ‚guten‘ Alkohol überall toleriert und gut redet“, schreibt ein Mann.

In der Nachbarstadt Neu-Ulm stellt sich die Frage nach Joints im Biergarten übrigens nicht. Denn in Bayern herrscht Cannabis-Verbot in Biergärten. Auch dazu haben die Leute im Netz eine Meinung. „Die seltsamen Leute von der CSU und ihre Verbote. Sollen die Wirte doch selber entscheiden können“, bemängelt ein Nutzer. Ein anderer schreibt: „Die Bayern mal wieder bzw. Söder.“