Integration in Neu-Ulm: Musik verbindet Kinder aus elf Nationen

Die Drittklässler der Neu-Ulmer Grundschule Stadtmitte sind mit großem Eifer bei der Sache.
Support e.V.- Der Verein Support ermöglicht Drittklässlern der Neu-Ulmer Grundschule Stadtmitte das Erlernen eines Instruments.
- 20 Kinder aus elf Nationen nehmen am Projekt teil, gefördert durch 15.000 Euro für Instrumente.
- „Übepaten“ unterstützen die Kinder regelmäßig beim Üben in der Schule.
- Das Projekt fördert Integration und interkulturelles Lernen an einer Schule mit hohem Migrationsanteil.
- Der Verein plant, das erfolgreiche Projekt über den vorgesehenen Zeitraum von zwei Jahren hinaus fortzusetzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Verein Support hat ein gemeinsames Projekt der Musikschule Neu-Ulm und der Grundschule Stadtmitte im Rahmen des Ganztagesunterrichts bei der Stadt Neu-Ulm angestoßen, um Grundschulkindern zu ermöglichen, frühzeitig ein Instrument zu erlernen. Dazu hat der Verein Support unter Leitung von Heinz Maier rund 15.000 Euro zum Erwerb von Instrumenten zur Verfügung gestellt.
„Die Grundschule Stadtmitte ist für das Projekt hervorragend geeignet, weil sie von Kindern aus 36 Nationen besucht wird und der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund 96 Prozent beträgt“, teilt der Verein mit. „Viele Eltern mit Migrationshintergrund kennen deutsche Vereinskultur oft nur wenig, weswegen sich die Kinder teilweise schwertun, in Vereinen einzutreten. Außerdem lässt die Wohnungssituation in den seltensten Fällen ein Instrumentenspiel daheim zu.“
Zu Beginn gingen Lehrkräfte der Musikschule in die Grundschule und zeigten den Kindern die Instrumente. Bei der Gelegenheit lernten sich Lehrkräfte und Kinder kennen und legten gemeinsam fest, wer welches Instrument lernen wird. Die Gruppe umfasst 20 Kinder der dritten Klassen aus elf Nationen.
Übepaten unterstützen die Kinder
Anschließend stellte sich die Stadtkapelle vor, damit die Kinder sehen, wo die Reise hingehen kann, wenn man dran bleibt. Zu einem späteren Zeitpunkt werde eine weitergehende Kooperation mit der Stadtkapelle Neu-Ulm angestrebt. Außerdem stellten sich Musikerinnen und Musiker als „Übepaten“ vor. Die „Übepaten“ kommen regelmäßig in die Schule und beschäftigen sich gemeinsam mit den Kindern mit dem jeweiligen Instrument. Das Ziel ist: Die Schülerinnen und Schüler sollen das Instrument wenigstens dreimal und sogar mit Begleitung in der Woche in der Hand haben, „das ist mehr als manches reguläre Musikschulkind“. Nach den Herbstferien startete dann der Unterricht. Alle Kinder erhalten eine gemeinsame Ensemble-Stunde und zusätzlich eine Unterrichtseinheit auf dem Instrument in der Kleingruppe mit maximal fünf Kindern.
Kurz vor Weihnachten überzeugten sich Ralph Seiffert, der Sozialdezernent der Stadt Neu-Ulm, Julia Erche, die Leiterin der Musikschule Neu-Ulm, Beate Altmann, die Rektorin der Grundschule Stadtmitte, und der Support-Vorsitzende Heinz Maier vom gelungenen Start des Projektes und besuchten eine Unterrichtseinheit unter Leitung des Musikschullehrers Rainer Häußler. Beate Altmann begrüßte, dass durch das Projekt die Kinder miteinander lernen, voneinander lernen und übereinander lernen. Das Projekt ergänze das Schulkonzept des interkulturellen und konfessionsneutralen Miteinander. Julia Erche berichtete, dass die anfängliche Skepsis und Unsicherheit bei den Musiklehrern einer großen Begeisterung gewichen sei. Es gebe ein gutes Miteinander zwischen Lehrern und Schülern, aber auch unter den beteiligten Lehrkräften. Das liege auch an den guten Rahmenbedingungen des Projekts. Rainer Häußler bedankte sich, dass die Kinder so gut mit Instrumenten und Notenständern ausgestattet wurden und ließ erkennen, mit wie viel Herzblut und Engagement er die Kinder betreut und unterrichtet.
Die Kinder strahlten soviel Begeisterung und gleichzeitig ernsthaftes Bemühen aus, dass Maier ankündigte, sich dafür einsetzen zu wollen, dass das Projekt über den bislang vorgesehenen Zeitraum von zwei Jahren fortgesetzt und unterstützt wird. Dadurch werde das Motto des Vereins „Lokal und global“ gelebt. Es bleibe zu hoffen, dass dieses Integrations- und Bildungsprojekt nicht das einzige Modellprojekt in ganz Schwaben bleibt.
Verein Support unterstützt in vielerlei Hinsicht
Heinz Maier und weitere Ulmer Bürger gründeten 2005 den Verein Support, um medizinische Projekte in der Dritten Welt, in Krisen- und Kriegsgebieten zu unterstützen. So wurden durch Spenden beispielsweise Medizinprodukte und -Geräte finanziert. Mitglieder des Vereins haben sich auch schon mehrfach vor Ort über die Not informiert.

