Im Oldtimer durch Skandinavien
: Drei Freunde aus dem Alb-Donau-Kreis fahren bei Rallye mit

Sie kennen sich „schon immer“, jetzt wollen sie innerhalb einer Woche quer durch Skandinavien fahren – in einem über 30 Jahre alten Mercedes-Benz mit mehr als 250.000 Kilometern auf dem Tacho.
Von
Verena Eisele
Langenau
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Diese drei Freunde sind in Langenau zusammen aufgewachsen, bis heute verbunden - und begeben sich jetzt auf Abenteuerfahrt nach Skandinavien.

Björn Riefenstein (hinter dem Lenkrad), Moritz Frank (Mitte) und Julian Schmid sind in Langenau zusammen aufgewachsen, bis heute verbunden - und nehmen jetzt an der Viking-Sun-Adventure-Rallye teil.

Verena Eisele
  • Drei Freunde aus dem Alb-Donau-Kreis fahren die Viking-Sun-Adventure-Rallye in Skandinavien.
  • Start ist in Hamburg, Ziel Kristiansand – rund 3000 Kilometer über Dänemark, Schweden und Norwegen.
  • Sie nutzen einen Mercedes von 1994 mit 250.000 Kilometern, Navi und Autobahnen sind tabu.
  • Die Rallye ist eine Schnitzeljagd mit Roadbook und Aufgaben, Punkte entscheiden über den Sieg.
  • Gesammelt werden Spenden für Aktion 100.000, Sticker auf dem Auto zeigen Unterstützerinnen und Unterstützer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Abend vor Abfahrt stehen die drei Freunde Björn Riefenstein, Julian Schmid und Moritz Frank in Bernstadt zusammen vor ihrem Mercedes-Oldtimer. Der schwarze Wagen ist eine gemeinsame Anschaffung. Ein Passant kommt vorbei. „Was wird das?“, fragt er mit neugierigem Blick auf den schwarzen Wagen, der mit Stickern bepflastert ist. „Wir fahren bei einer Rallye mit“, antwortet Riefenstein.

Tatsächlich haben sich die drei ein Abenteuer vorgenommen: Mit dem alten Auto geht es zunächst nach Hamburg, wo am Tag darauf dann die „Viking-Sun-Adventure-Rallye“ beginnt. Die 3000 Kilometer lange Route führt über Dänemark und Schweden bis nach Norwegen, Endpunkt ist Kristiansand.

„Wir überlegen nicht mehr, wir buchen“

Die drei kennen sich seit Langenauer Kindheitstagen und sind seitdem eng befreundet. „Wir kennen uns schon seit immer“, erzählt Schmid. Heute wohnen sie an unterschiedlichen Orten im Alb-Donau-Kreis, aber nicht allzu weit voneinander entfernt: Frank (40) lebt in Lonsee, Schmid (38) in Langenau, Riefenstein (38) in Bernstadt. Maßgeblich vorangetrieben hat das Projekt Riefenstein. Der selbstständige Malermeister war schon lange fasziniert von solchen Rallys. Einen Abend saßen die Männer dann zusammen, sprachen über das Thema. Währenddessen war Riefenstein am Handy, sah, dass es noch Plätze gab. „Dann habe ich gesagt: Wir überlegen nicht mehr, wir buchen.“ Gesagt, getan. Das Trio gab sich den Namen „Bambus Björn und die Pannenpandas“.

Bedingung für die Teilnahme ist, dass die Fahrzeuge mindestens zehn Jahre alt sind. Der Mercedes-Benz ist Baujahr 1994 und hat 250.000 Kilometer auf dem Buckel. „Es ist keine Rennsemmel“, räumt Frank scherzhaft ein. Je älter das Fahrzeug, umso mehr Punkte gibt es am Ende. Das Prinzip der Rallye basiert dabei nicht auf Schnelligkeit, sondern auf einem Punktesystem, und läuft quasi wie eine groß organisierte Schnitzeljagd ab. Am ersten Tag erhält jedes Team sein „Roadbook“. Das enthält verschiedene Aufgaben, die auf der Route erledigt werden müssen. Zum Zeitpunkt des Interviews wissen sie also noch nicht, was auf sie zukommt. Für die Aufgaben gibt es Punkte. Das Team, das am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

Kein Navi, keine Autobahnen

Außerdem gilt: kein Navi, keine Autobahnen. Nur Karten und Kompass sind erlaubt – die Einhaltung der Regeln unterliegt allerdings dem eigenen Ehrenkodex. Was macht den Reiz aus? „Es geht ums Abenteuer“, antwortet Riefenstein und hebt hervor, dass sie dabei auch etwas Gutes tun wollen: Sie sammeln Spenden. Die Einnahmen kommen der Aktion 100 000 der SÜDWEST PRESSE zugute. Das Auto dient dabei als Werbefläche. Jeder, der spendet und das möchte, erhält einen Sticker auf dem Auto. Die Position der Autos kann im Internet verfolgt werden, auf Instagram teilen die Pannenpandas Eindrücke der Reise. Und das kann unterhaltsam sein, bei einer vergangenen Rallye mussten die Teilnehmer beispielsweise einmal auf einem Gletscher einen Kobold suchen oder vor einer Jury jodeln.

Nervös seien sie nicht. „Wir wissen ja nicht, was kommt“, sagt Schmid. „Und wir haben ADAC.“ Er grinst. Wobei Björn die beiden anderen schon Wochen vorher mit Nachrichten bombardiert habe, erzählt Frank dann, lacht und packt seinen Freund scherzhaft an der Schulter. Geschlafen wird in Zelten, irgendwo unterwegs in der Natur. Aber auch mal in Hotels, das sei nicht verboten.

Schon vorher haben sie Reisen miteinander unternommen. Man kennt sich, kennt die eigenen Angewohnheiten. So hat Riefenstein sich ein eigenes Zelt gekauft, wofür ihn seine beiden Freunde ein klein wenig aufziehen. „Die Prinzessin auf der Erbse“, scherzen sie. Worauf freuen sie sich denn am meisten? „Surströmming“, antwortet Frank. Die beiden anderen verziehen die Münder. Surströmming ist ein fermentierter Fisch aus Schweden, der intensiv faulig riecht. Der sei sogar in Zügen verboten, weil er so stinkt, erzählt Frank und lacht. „Dann kann man das Auto danach nicht mehr verkaufen“, merkt Schmid an. Frank war im Februar schon für drei Wochen in Skandinavien. Deshalb freue er sich auch sehr auf die Landschaft in Norwegen. Schmid freut sich hingegen darauf, „einfach zusammen Zeit verbringen, vielleicht angeln“. Und Riefenstein freut sich einfach darauf, „einfach mal ganz weg zu sein“.

Die Aktion 100.000

Jedes Team, das an der Rallye teilnimmt, soll mindestens 250 Euro für ein nachhaltiges Wohltätigkeitsprojekt sammeln. Die Pannenpandas haben die Aktion 100.000 gewählt. Bisher kamen 1400 Euro zusammen. Gestartet sind die Pannenpandas am vergangenen Freitag, 12. Juni. Bis zum 20. Juni sind sie unterwegs. Gespendet werden kann bis zum Ende über betterplace.org/spenden/ulmerhelft. Zudem kann man dem Abenteuer der drei Männer auf Instagram folgen: bambusbjoern_pannenpandas

Die Aktion 100 000 und Ulmer helft ist die regionale Spendeninitiative der SÜDWEST PRESSE und der Stadt Ulm. Sie unterstützt seit 1971 Menschen in Not sowie soziale Einrichtungen in Ulm, Neu-Ulm und der Umgebung. Ziel der Aktion ist es, unbürokratisch und direkt dort zu helfen, wo Menschen aufgrund von Armut, Krankheit oder anderen schwierigen Lebenssituationen Unterstützung benötigen.