Hochwasser in Ulm
: Donau tritt über Ufer – Radweg gesperrt

Der Dauerregen der vergangenen Tage hat den Pegel mehrerer Flüsse im Südwesten anschwellen lassen. Am Ulmer und Neu-Ulmer Donauufer wurden Radwege gesperrt.
Von
swp, lsw
Ulm
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  • Hochwasser am Neu-Ulmer Donauufer - deshalb wurde hier wie auch am Ulmer Valckenburg-Ufer der Radweg gesperrt.

    Hochwasser am Neu-Ulmer Donauufer - deshalb wurde hier wie auch am Ulmer Valckenburg-Ufer der Radweg gesperrt.

    Ralf Zwiebler
  • Viele Radwege sind nicht befahrbar: Die Donau hat Hochwasser.

    Viele Radwege sind nicht befahrbar: Die Donau hat Hochwasser.

    Simone Dürmuth
  • Die Donau in Ulm ist auch auf Höhe des Maritim-Hotels übergetreten: Der Blick von der Gänstorbrücke.

    Die Donau in Ulm ist auch auf Höhe des Maritim-Hotels übergetreten: Der Blick von der Gänstorbrücke.

    Simone Dürmuth
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Wegen der Niederschläge der vergangenen Tage ist es in Baden-Württemberg zu Hochwasser gekommen. In Ulm ist die Donau teilweise übergetreten, der Donauradweg ist an vielen Stellen nicht befahrbar – am Maritim Ulm steht das Wasser auf dem Weg. Bereits am Dienstagnachmittag (14. November) wurde der Bereich zwischen Metzgerturm und Valckenburgufer vorsorglich wegen drohenden Überschwemmungen gesperrt. Die Baustelle unterhalb der Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm wurde geräumt, die Arbeiten eingestellt. Dort werden derzeit Hilfsstützen betoniert. „Die Strömung ist aktuell so stark, dass die Arbeiter die Hilfsstützen nicht mehr mit dem Boot erreichen können. Arbeiten ist hier einfach zu gefährlich“, sagt Ingenieur Timo Roth von der federführenden Stadt Ulm.

Aufgrund der starken Regenfälle im Allgäu führt die Iller derzeit sehr viel Wasser. Der Scheitelpunkt der Welle wird voraussichtlich am Mittwoch in Ulm erwartet. Dabei könnte zumindest der Radweg im Abschnitt unter der Herdbrücke überschwemmt werden. Wegen steigender Pegel von Iller und Donau haben Mitarbeiter der SWU-Wasserkraftwerke alle Wehranlagen und Notstromaggregate überprüft. Man bereite sich auf Zusatzschichten vor, heißt es in einer Mitteilung. Auch auf Neu-Ulmer Seite ist der Radweg entlang der Donau streckenweise gesperrt.

Scheitelpunkt wird im Laufe des Mittwochs erwartet

Es sei mit starkem Aufkommen von Schwemmgut zu rechnen, da bei Hochwasser viele Bäume und Äste im Fluss treiben und schließlich an den Rechenanlagen der Wasserkraftwerke landen. Bei zu hohem Aufkommen müssten sie manuell entsorgt werden, so die SWU. Zudem sei bei Hochwasser mit einer geringeren Stromproduktion zu rechnen. Durch den höheren Zulauf steige der Unterwasserspiegel, was zu Erzeugungsverlusten führe.

An mehreren Orten in Baden-Württemberg kam es bereits am Dienstag zu Hochwasser. Die Pegelstände etlicher Flüsse stiegen deutlich an. Betroffen waren nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ) vor allem Gewässer mit Einzugsgebiet im Süden des Landes: etwa im südlichen Schwarzwald, am oberen Neckar und im Allgäu. Hochwassermeldewerte wurden überschritten, meist lagen die Pegelstände im Bereich eines zweijährigen Hochwassers. Dramatisch sei die Lage aber nicht, sagte Ute Badde, HVZ-Leiterin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg der Deutschen Presseagentur dpa.

Wetter-Aussichten für Ulm und BW

Auch am Mittwoch könnte es in Baden-Württemberg weiter regnen. In weiten Teilen kommen Herbstböen hinzu. Erst am Donnerstag werde es dann in vielen Teilen des Bundeslands wieder trocken, hieß es vom DWD. Für Ulm prognostizieren die Wetterportale einen weniger regnerischen Mittwoch. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei etwa 30 Prozent. Allerdings soll es windig bleiben. Am Wochenende steht laut DWD dann allerdings im Südwesten wieder Regen an.

Tipps vom ADAC: Um auf nassen Straßen sicher mit dem Auto unterwegs zu sein, empfiehlt der ADAC Württemberg das Tempo auf deutlich unter 80 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Auch solle man Spurrillen meiden, die demnach häufig auf der rechten Spur von stark befahrenen Bundesstraßen und Autobahnen entstehen. Wo Regenwasser nicht richtig ablaufen könne, trete Aquaplaning auf, hieß es. „Heftige Lenkbewegungen sind bei starkem Regen grundsätzlich tabu“, teilte der Automobilclub darüber hinaus mit.

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