Hilfe im Raum Ulm
: Karitative Einrichtungen wollen arme Alte und Obdachlose unterstützen

Der Großteil der Spenden für die Aktion 100 000 und Ulmer helft wird an Sozialprojekte weitergegeben. Was Caritas, Generationen-Treff und Diakonisches Werk planen.
Von
Birgit Eberle
Ulm
Jetzt in der App anhören
ARCHIV - Münzen holt eine Frau am 08.03.2015 in Berlin aus ihrem Portemonnaie. Foto: Stephanie Pilick(zu dpa "Sozialverband: Trotz steigender Renten Altersarmut nicht gebannt" am 28.10.2015) +++ dpa-Bildfunk +++

Der Generationen-Treff will mit einer Kampagne auf Geldnöte und Einsamkeit im Alter aufmerksam machen.

Stephanie Pilick/dpa
  • Die Aktion 100 000 und Ulmer helft unterstützt Sozialprojekte in Ulm und Neu-Ulm mit Spenden.
  • Das Diakonische Werk Neu-Ulm plant neue Geräte für seine Tagesstätte, z. B. Webrahmen und Küchenausstattung.
  • Die Caritas Ulm-Alb-Donau bietet Wohnungslosen Beratung, Mahlzeiten und Hilfe wie Kleidung und Unterkünfte.
  • Der Generationen-Treff Ulm/Neu-Ulm plant eine Kampagne gegen Altersarmut mit dem Netzwerk Altersarmut Ulm.
  • Spenden können gezielt an Sozialprojekte geleitet werden, z. B. durch das Stichwort „Sozialprojekt“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Tagesstätte für seelische Gesundheit des Diakonischen Werks Neu-Ulm ist eine Einrichtung für psychisch erkrankte Erwachsene. Die Tagesstätte gibt ihnen die Möglichkeit sich zu treffen, sinnvollen Beschäftigungen nachzugehen und Unterstützung zu erhalten. Besucherinnen und Besucher können sich in einem vielfältigen Gruppenangebot verwirklichen und Neues ausprobieren. Dazu gehören zum Beispiel Näh- und Upcyclingarbeiten, der Einsatz im Bistrodienst sowie in der Holzwerkstatt und neuerdings Weben, das auf sehr großes Interesse stößt. Damit das Angebot gehalten und ausgebaut werden kann, ist eine entsprechende Ausstattung nötig. So benötigt beispielsweise die Küche, in der täglich für 25 bis 30 Personen gekocht wird, demnächst eine neue Industriespülmaschine, in der Holzwerkstatt fehlen eine Tischfräsmaschine und eine Hobelmaschine und zum Weben ist eine Grundausstattung mit verschiedenen Webrahmen auf dem Anschaffungsplan. Die Leiterin der Tagesstätte baut nun auf Geld von der Aktion 100 000 und Ulmer helft.

Caritas Ulm-Alb-Donau

In der Fachberatung der Wohnungslosenhilfe der Caritas Ulm-Alb-Donau werden jährlich mehr als 500 Menschen ohne festen Wohnsitz beraten. Neben der Sozialberatung, den Aufnahmehaus-Wohngemeinschaften und einem Ambulant Betreuten Wohnen bietet die Caritas das niederschwellige Angebot einer Tagesstätte, in der es ein kostenloses Frühstück sowie günstiges Mittagessen gibt. Betroffene können sich dort aufhalten, aufwärmen, Gemeinschaft erleben und Medienangebote nutzen. Außerdem können sie sich duschen, Kleidung waschen und neue Kleidung über die Kleiderkammer holen. „Um diese Hilfsangebote aufrechtzuerhalten, benötigen wir Ihre Unterstützung“, heißt es im Spendenantrag an die Aktion 100 000 und Ulmer helft. Das Geld werde investiert in die individuelle Soforthilfe (z.B. für Lebensmittel, Zuzahlung von Rezeptkosten), Sachspenden (wie z.B. Thermo-Unterwäsche, warme Handschuhe, Schlafsäcke)  und das Unterkunft-Kälteschutz-Projekt. In letzterem können die gefährdetsten zwei bis drei Klienten in einer für ein Jahr angemieteten Unterkunft leben.

Generationen-Treff Ulm/Neu-Ulm

Vor rund 50 Jahren wurde der Generationen-Treff Ulm/Neu-Ulm als Altentreff gegründet. Er hat von Anfang an die Aktion 100 000 an seiner Seite. Der Generationen-Treff wird von den Städten Ulm und Neu-Ulm inhaltlich und wirtschaftlich unterstützt und finanziert sich als Verein auch über Mitgliederbeiträge und Spenden. In der Satzung des Vereins ist unter anderem festgelegt, „der Vereinsamung älterer Menschen entgegenzuwirken“. Der Antrag auf Förderung in der Spendensaison 2025/2026 bezieht sich auf das Netzwerk Altersarmut Ulm, dem viele Ulmer Institutionen – von altersarmut Ulm nein, Caritas Ulm-Alb-Donau, Evangelischer Diakonieverband Ulm bis zur Arbeiterwohlfahrt Ulm angehören. Das Netzwerk tritt ein für Ulmerinnen und Ulmer, die als armutsgefährdet im Alter gelten, wenn sie 65 Jahre und älter sind und inklusive staatlicher Leistungen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung haben, das sind monatlich etwa 1400 Euro brutto. Die Stadt Ulm gehe davon aus, dass das in Ulm bis zu 5000 Menschen sind. Dank einer Finanzspritze der Aktion 100 000 und Ulmer helft wolle der Generationen-Treff Ulm mit dem Netzwerk Altersarmut Ulm eine öffentliche Kampagne zum Thema „Altersarmut wissen, kennen und helfen“ umsetzen. Das Netzwerk Altersarmut halte es für wichtig, die Bevölkerung auf Altersarmut aufmerksam zu machen, Betroffenen Mut zu machen – auch dazu, vorhandene Leistungen und Angebote zu nutzen. „Unser Ziel ist es, dass sich auch ältere Menschen mit wenig Geld gleichwertig und wertgeschätzt in die Gemeinschaft eingebunden fühlen und daran teilhaben können“, heißt es in einem Info-Blatt des Netzwerks. Die Wissenschaft gehe davon aus, dass seit vielen Jahren die verdeckte Armut, also Menschen, die aus Scham staatliche Leistungen wie Grundsicherung nicht beantragen, zusätzliche 30 bis 50 Prozent an Anspruchsberechtigten betrage. Das Netzwerk sieht es unter anderem als Aufgabe, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Gezielt Sozialprojekte fördern

Wer soziale Institutionen wie zum Beispiel die im Artikel genannten unterstützen möchte, vermerkt auf seiner Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Sozialprojekt“.

Spendenkonten:

Sparkasse Ulm: IBAN: DE4763 0500 0000 0010 0003; BIC: SOLADES1ULM
Volksbank Ulm-Biberach: IBAN: DE7963 0901 0000 0236 4018; BIC: ULMVDE66XXX

Kontoinhaber: SÜDWEST PRESSE-Aktion 100 000 und Ulmer helft e.V.