Geschlechtskrankheiten: Zahl der HIV-Infektionen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis steigt

Die HIV-Fälle im Alb-Donau-Kreis steigen. Andere Geschlechtskrankheiten gingen von 96 Fällen (2019) auf 88 (2023) zurück.
AOK Baden-Württemberg- HIV-Fälle im Alb-Donau-Kreis stiegen von 31 (2019) auf 47 (2023), auch im Stadtkreis Ulm ein Anstieg.
- Andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) im Alb-Donau-Kreis sanken von 96 (2019) auf 88 (2023).
- Im Stadtkreis Ulm stiegen STI-Behandlungen leicht von 96 (2019) auf 100 (2023).
- Gründe: Weniger Kondomnutzung, mehr Sexualkontakte, PrEP und verbesserte Diagnostik.
- BZgA bietet Infos zu sexueller Gesundheit auf liebesleben.de – Kondome schützen am besten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Alb-Donau-Kreis ist die Zahl der AOK-Versicherten, die wegen einer HIV-Infektion ärztlich behandelt wurden, von 31 im Jahr 2019 auf 47 im Jahr 2023 gestiegen. Weitere 88 Versicherte befanden sich 2023 wegen einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) in ärztlicher Behandlung. Dazu zählen unter anderem Chlamydien, Syphilis, Gonorrhoe (Tripper), Hepatitis B und HPV-Infektionen. 2019 waren davon noch 96 Versicherte betroffen. Die Zahl der Betroffenen ist seit 2019 jährlich im Schnitt um 1,32 Prozent gesunken, teilt die AOK Ulm-Biberach in einer Pressemitteilung mit.
Auch in Ulm mehr Infektionen
Auch im Stadtkreis Ulm stiegen die HIV-Infektionen: 2019 wurden 43 Versicherte behandelt, 2023 waren es 47. Die Zahl der Behandlungen aufgrund einer sexuell übertragbaren Infektion ist im selben Zeitraum von 96 auf 100 gestiegen – eine durchschnittliche jährliche Zunahme von 1,1 Prozent. „Ein verändertes Risikoverhalten, ein Rückgang der Kondomnutzung, eine Zunahme der Sexualkontakte, mehr Vielfalt an Partnerschaftsmodellen und Sexualpraktiken sowie eine verbesserte Diagnostik und Testhäufigkeit tragen zum Anstieg bei“, sagt AOK-Ärztin Susanne Schleicher.
Besonders bei jüngeren Menschen zeigt sich ein erhöhtes Infektionsrisiko, da sie tendenziell häufiger wechselnde Sexualpartner haben und seltener Kondome verwenden. „Auch innerhalb bestimmter Gruppen, wie der homosexuellen Szene, ist ein deutlicher Rückgang der Kondomnutzung zu beobachten. Dies steht im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit wirksamer HIV-Präventionsmaßnahmen wie PrEP (Präexpositionsprophylaxe), wodurch das Schutzverhalten gegen andere STI nachgelassen hat“, sagt Schleicher. Dabei biete die konsequente Verwendung von Kondomen den sichersten Schutz vor Geschlechtskrankheiten, auch vor einer HIV-Infektion.
Bei Verdacht auf eine Infektion sollte in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. Gute Informationen rund um sexuelle Gesundheit und sexuell übertragbare Infektionen bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Seite liebesleben.de.
