Fridays For Future in Ulm
: Nächste Klimademo: FFF demonstriert auf dem Münsterplatz

Erst am Morgen hatten zwei Klimaaktivisten auf der Adenauerbrücke für Chaos gesorgt. Am Abend treffen sich Anhänger von Fridays For Future auf dem Münsterplatz zu einer Demo.
Von
Amelie Schröer,
Alexander Kern
Ulm
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  • Etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Kundgebung von Fridays For Future am Dienstagabend auf den Münsterplatz in Ulm.

    Etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Kundgebung von Fridays For Future am Dienstagabend auf den Münsterplatz in Ulm.

    Alexander Kern
  • Einige Anhänger der FFF-Gruppe brachten ihre Bobbycars mit.

    Einige Anhänger der FFF-Gruppe brachten ihre Bobbycars mit.

    Matthias Stelzer
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Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren angekündigt, letztendlich kamen nur rund 60. Die lokale Gruppe Fridays For Future hat sich am Dienstagabend (18.07.2023) zu einer Demo auf dem Münsterplatz in Ulm getroffen. Mit der Kundgebung, die den Titel „#verkehr(t)sminister trägt, möchten die Klimaaktivisten ihre Unzufriedenheit mit der Klimapolitik der Bundesregierung ausdrücken.

Klimademo auf dem Münsterplatz: Kreide–Aktion vor dem Stadthaus

Gegen 17 Uhr schlugen die Aktivisten ihr Lager am Ulmer Wahrzeichen auf. Eine kleine Gruppe an Anhängern versammelte sich mit Fahnen und Schildern. Wenig später war vor dem Stadthaus die Forderung „Wissing absägen, Bäume stehen lassen“ in Kreide zu lesen.

Weitere Aktionen sollen im Laufe des Abends folgen: Unter anderem eine Mahnwache, eine Tanzaufführung mit dem Titel „dancing for climate“ sowie eine Kreisfahrt mit Fahrrädern und Bobbycars auf dem Münsterplatz.

„Wissing absägen, Bäume stehen lassen“ steht in Kreide geschrieben auf dem Boden vor dem Stadthaus in Ulm.

Alexander Kern

Bei Eintreffen von Volker Wissing planen die Aktivisten außerdem „Klimakrise tötet“ zu rufen und sich auf dem Platz totzustellen. Der Bundesverkehrsminister ist am Dienstagabend zu Gast im SWP–Forum. „Gerade bei Wissing sind solche Aktionen wichtig, als Verkehrsminister trägt er eine besondere Verantwortung in Sachen Klimaschutz“, sagt Sprecherin Clara Birner.

Unzufrieden mit der Klimapolitik: Was die Aktivisten fordern

Die Aktivisten erhoffen sich effektiven Klimaschutz. „Wir fordern von der Bundesregierung, sich an ihre selbst gesetzten Ziele zu halten. Ziele bei Nichteinhaltung einfach aufzuweichen, wird auf Kosten von Menschenleben gehen. Wir fordern eine treibhausgasneutrale Verkehrspolitik für Alle!“, heißt es auf dem Instagram–Kanal der Ulmer–FFF–Gruppe. Die Bundesregierung habe für ihre einzelnen Ministerien CO2–Bilanzen berechnen lassen und ein Budget gesetzt, wie viel CO2 in jedem einzelnen Bereich in jedem Jahr ausgestoßen werden darf.

Auf einen Vorschlag von Verkehrsminister Wissing hin seien die Sektorziele in einem „Modernisierungspaket“ durch sektorübergreifende Ziele ersetzt werden. Dadurch würde der Druck durch die verbindlichen CO2–Budgets auf die Sektoren verloren gehen.

Wissing ließ sich derweil von den jüngsten Aktionen in Ulm nicht beeindrucken und kam gut gelaunt mit SWP–Chefredakteur Ulrich Becker zum Stadthaus. Letztendlich verlief die Demonstration sehr unauffällig. Lediglich im Stadthaus gab es später einige „Buh“-Rufe, als Wissing scharfe Sanktion für die „Letzte Generation“ forderte.

Ein letzter Austausch: Bundesverkehrsminister Volker Wissing und SWP-Chefredakteur Ulrich Becker vor Beginn des SWP-Forums.

Matthias Stelzer

FFF hat nichts mit der Aktion auf der Adenauerbrücke zu tun

Noch am Dienstagmorgen sorgten zwei Klimaaktivisten auf der Adenauerbrücke in Ulm für Furore. Gegen 6.30 Uhr kletterten eine 16–Jährige und ein 20–Jähriger auf Schilderbrücken und überklebten die Richtungspfeile mit politischen Forderungen.

Zur dieser Aktion, deren Aktivisten nicht zu Fridays For Future gehören, möchten sich die FFF–Anhänger derweil nicht äußern.

Mehr Informationen zum SWP–Forum und dem Besuch von Volker Wissing folgen in einem eigenen Beitrag nach Ende der Veranstaltung.