Fine Dine
: So erobert eine Ulmer Gastro-Idee Deutschlands Städte

2021 ging in Ulm die erste Fine-Dine-Box an den Start. Mittlerweile läuft das kulinarische Angebot in zwölf Städten und Regionen Deutschlands und der Schweiz - auf dem Weg zum Erfolgsrezept.
Von
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
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In Ulm geht die vierte Fine-Dine-Box an den Start.

In Ulm geht die vierte Fine-Dine-Box an den Start.

Fine Dine

Eine gute Zeit haben, lecker essen und dabei noch etwas sparen. Die Grundidee der Fine-Dine-Box ist so einfach und überzeugend, dass der Ulmer Gastro-Clou nach und nach andere Großstädte und kulinarische Regionen erobert. In Ulm ist nun die vierte Fine-Dine-Box zu haben, insgesamt sind jetzt dann zwölf Editionen auf dem Markt.

Fine Dine: Das ist eine hübsche Geschenkbox mit einem Podest, auf dem zwölf Kärtchen stecken. Auf jedem werden jeweils ein Lokal aus Stadt und Region vorgestellt samt ihren Spezialitäten – und in jeder Karte steckt eine „Einladung“ inklusive einer Ermäßigung. Die Macher wollen das aber nicht als „Gutscheine“ oder „Coupons“ bezeichnet wissen: Es geht ihnen um Wertigkeit.

Beim ersten Anlauf, 2021, wurden in Ulm rund 1400 Fine-Dine-Boxen verkauft, berichtet Lars Frindt, der mit Lukas Kühnbach und Hannes Zanker die Geschäfte führt. Im vergangenen Jahr, also der dritten Auflage, waren es bereits 1800 Stück. Frindt kann jetzt selbstbewusst sagen: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Fine Dine habe viele Stammkunden gefunden und in Ulm vom ersten Jahr an schwarze Zahlen geschrieben.

Eine Mischung aus Konstanz und Neuheiten sorgt dafür, dass die Box jedes Jahr wieder ihre Abnehmer findet. Diesmal sind fünf der zwölf Lokale neu: die Stephans Stuben by Marco Langer und das Buonissimo in Neu-Ulm, der Löwen in Söflingen, die Post in Schwaighofen sowie das Coco in Ulm. Dazu kommen bewährte Partner von den Ulmer Florian Stuben bis zum Gasthof zum Bad in Langenau.

Abwechslungsreich soll es sein, grundsätzlich eher gehoben, aber es soll für alle Anlässe ein Angebot beinhalten, betont Frindt: vom normalen Essengehen unter der Woche über den Hochzeitstag bis zur Sterneküche.

Die drei Fine-Dine-Geschäftsführer: (v.l.) Hannes Zanker, Lars Frindt und Lukas Kühnbach

Die drei Fine-Dine-Geschäftsführer: (v.l.) Hannes Zanker, Lars Frindt und Lukas Kühnbach

Fine Dine

Da das Fine-Dine-Konzept bereits in seinem ersten Jahr in Ulm so „fulminant“ durchgestartet war, expandierten die Macher danach gleich nach Stuttgart und München. Das sei dann freilich ein „Lehrjahr“ gewesen, räumt Frindt ein. „Unternehmerisch war das zunächst kein Erfolg. Wir haben klassische Anfängerfehler gemacht, bei Werbung, Produktion, Abläufen.“

Immerhin habe es man es „so gut hingekriegt, dass wir weitermachen konnten“. In Stuttgart und München wurden zum Start jeweils rund 1600 Boxen verkauft: „Größere Städte, eigentlich größerer Markt, aber die muss man sich auch erarbeiten“, sagt Frindt. Man habe „die PS zunächst dort nicht richtig auf die Straße gebracht“.

Während sich das Trio in der Ulm Kulinarik-Szene gut auskannte, betrieb es in anderen Städten zunächst Kalt-Akquise: „Rumlaufen und Leute von unserem Konzept überzeugen.“ Daher nahm man lokale Partner dazu, ließ sich von Food-Influencern Tipps geben.

"Wir geben jetzt Vollgas"

Im dritten Jahr kam Augsburg dazu. Und mit einem Verlag als Vertriebspartner vor Ort gleich drei Boxen in der Schweiz: in Zürich, Luzern und der Region Graubünden. "Ein Mega-Markt", sagt Frindt und schwärmt: "Kulinarisch ein Traum."

Vergangenes Jahr habe man überall die selbstgesteckten Ziele erreicht: 3000 Stück in München verkauft, in Stuttgart waren die 2500 schon vor Weihnachten weg, in Augsburg waren es 1800, dazu Ulm und die Schweiz, insgesamt 11.000 bis 12.000 Boxen.

Weitere Mitarbeiter sind an Bord gekommen, mittlerweile sind sie bei Fine Dine zu acht. „Wir geben jetzt Vollgas“, sagt Frindt. Man gehe den Schritt vom Start-Up zum kleinen Unternehmen. Fine Dine setzt dazu auf einen professionellen Marketing-Mix mit Verlags-Kooperationen (in Ulm mit der SÜDWEST PRESSE) und Social Media.

In diesem Jahr kommen Frankfurt, Düsseldorf, Köln und die Rhein-Neckar-Region dazu, zudem eine Neckar-Alb-Edition. Freiburg ist das nächste Ziel, aber bald sollen auch Hamburg, Berlin, Dresden, Leipzig und Nürnberg folgen. Für die Zukunft denkt man an eine Sterne-Box und Themen-Boxen rund um das Thema Reisen und Hotels.

Die Preise sind je nach Stadt und Angeboten unterschiedlich: von 139 Euro in Ulm (mit mehr als 500 Euro Gutscheinwert) bis 179 Euro in München; in der Schweiz sind es 229 Franken. Im September und Oktober ist jedes Jahr Vorverkaufs-Start mit Aktions-Preisen, danach läuft bis Weihnachten das größte Geschäft. „Das vierte Quartal macht 70 Prozent aus“, sagt Frindt. „Aber dann kommen ja auch schon der Valentinstag und Ostern.“ Und die Ideen für den fünften Fine-Dine-Jahrgang.

So kommt man an die Box

Online findet man alles rund um die Box auf fine-dine.de. Die Box gibt es auch im SWP-Webshop und in ausgewählten Geschäften in der Stadt

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