"Echte Schwaben ziehen um"
: Kampagne wirbt für Umzug nach Berlin

Eine Werbeagentur möchte im Auftrag Berlins das Image der Hauptstadt aufbessern. Dafür hängen ab dem 12. September auch Plakate in Stuttgart, die Baden-Württemberger zum Umzug nach Berlin animieren sollen.
Von
Michl-Felix Bierl
Ulm
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Das Plakat, mit dem die Berliner Werbeagentur DOJO für den Umzug in die Hauptstadt wirbt,

Das Plakat, mit dem die Berliner Werbeagentur DOJO in Stuttgart für den Umzug in die Hauptstadt wirbt.

Agentur DOJO für Partner für Berlin GmbH / Senatskanzlei Berlin

Mit einer neuen Image-Kampagne möchte Berlin seinen Ruf aufpolieren und innerhalb der Stadt für mehr Zusammenhalt werben. Wie der regierende Bürgermeister Kai Wegener (CDU) ankündigte, startet die 1,5 Millionen Euro teure Kampagne am kommenden Donnerstag.

Auch in anderen deutschen Städten wirbt Berlin für sich

In Berlin selbst sind etwa 1.500 Plakatflächen für die Image-Kampagne geplant. Doch mit der vom Berliner Senat in Auftrag gegebenen Werbeaktion soll auch in anderen deutschen Städten der Ruf der Hauptstadt aufpoliert werden. So finden sich ab dem 12. September zum Beispiel in München Plakate mit der Aufschrift: "Hier ziehen die Bayern die Lederhosen aus". In Köln wirbt die verantwortliche Kreuzberger Werbeagentur DOJO mit einer Anspielung auf das Symbol des hiesigen Fußballvereins FC Köln: "Wir haben alles, nur keinen Bock". Und in Stuttgart sollen Baden-Württemberger, mit dem Satz "Echte Schwaben ziehen um", zum Umzug nach Berlin animiert werden. In weiteren Städten sollen Plakate folgen.

Das Problem mit dem Zuzug

Landläufigen Schätzungen zufolge wohnen bereits über 300.000 Tausend Schwaben in Berlin, wobei die schiere Zahl bereits nach einem Mythos klingt. Das würde die Hauptstadt nach Stuttgart nämlich zur zweitgrößten schwäbischen Stadt Deutschlands machen. In Berlin selbst gelten Zugezogene aus dem Ländle allerdings häufig als arrogante Mietpreistreiber und spießige Gentrifizierer. Wer vergangenes Jahr in Berlin unterwegs war, konnte zum Beispiel auf Werbeplakaten der Berliner Verkehrsbetriebe zum 49-Euro-Ticket folgenden Satz lesen: "Liebe Schwaben, ihr könnt günschtig nach Hause fahren". Jetzt scheint Berlin die Schwaben doch zu wollen. Aber ob sich der Schwabe von der neuen Image-Kampagne überzeugen lässt, kann bezweifelt werden. Denn mit mittlerweile 18,69 Euro Mietpreis pro Quadratmeter, ist Berlin nach München die zweitteuerste Stadt Deutschlands. Da bleibt der sparsame Schwabe - um im Klischee zu bleiben - wohl doch lieber in Stuttgart, das ist mit 16,77 Euro pro Quadratmeter nämlich fast zwei Euro günstiger.