Cyberangriff in Ulm: Radio wie früher – Computer bei Donau 3 FM lahmgelegt
Es muss improvisiert werden, am Donnerstagmorgen beim Ulmer Radiosender Donau 3 FM. Damit auf der Frequenz 105,9 keine Stille herrscht, arbeitet das Team mit einer externen DJ-Anlage und spielt Musik von der Schallplatte. Denn seit Mittwochnachmittag, 17. Januar, gegen 15.30 Uhr sind die Rechner lahmgelegt. Donau 3 FM ist Opfer eines Cyberangriffs auf ihr IT-System geworden. Jegliche digitale Infrastruktur funktioniert nicht. Immerhin: Auf ihre Website hat der Sender Zugriff. Die IT-Experten arbeiten auf Hochtouren.
Wer die Angreifer sind, ist noch unbekannt. Allerdings steht eine Lösegeldforderung im Raum. Wie der Sender auf seiner Website und auf Instagram mitteilt, sei die Kriminalpolizei Ulm an dem Fall dran. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage lediglich einen Cyberangriff bei einer Ulmer Firma.
Donau 3 FM mit improvisiertem Programm
Das Programm läuft derweil weiter. Doch wie bringt Donau 3 FM den Sender zum Laufen? Ganz einfach: Sie machen „Radio wie früher“.
Jingles und Audiodateien können nicht abgespielt werden, teilt eine Redakteurin auf Nachfrage mit. Musik erklingt trotzdem. Denn zwei Laptops mit Internetzugang stehen Donau 3 FM derzeit zur Verfügung. Private CD-Player sind an ein Mischpult angeschlossen, berichtet Moderator Andi Scheiter im Radio. Auch ein Schallplattenspieler hat das Team organisiert.
„Es macht auch irgendwie Spaß“, sagt die Redakteurin. Denn auf die Hörerinnen und Hörer kann sich Donau 3 FM verlassen. Per WhatsApp steht der Sender mit seiner Hörerschaft in Kontakt. So können Musikwünsche mitgeteilt werden. „Der Laden läuft auf alle Fälle weiter“, resümiert Donau 3 FM.




