Coole Drinks
: Drücken statt drehen

Er kommt aus Kuba und schmeckt auch Schwaben. Max Kienzle räumt in der Ehinger Villa Max mit einigen Mojito-Mythen auf.
Von
Christina Kirsch
Ehingen
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Die Minze gibt dem Mojito den Geschmack. Aber nur, wenn man sie nicht vorher mit den Fingern zerreibt.

Christina Kirsch

Die Minze ist nicht des Gärtners größter Freund. Einmal in die Erde gesetzt, neigt die Pflanze dazu, sich hemmungslos auszubreiten. Gegen diesen Wildwuchs hilft nur eine Barriere in Form eines Blumentopfs. Auch bei Max Kienzle wächst Minze im Gärtle hinter der Villa Max in Ehingen. Die Blätter werden unter anderem für den Sommer-Drink Mojito gebraucht, der aus Kuba stammen soll. Max Kienzle serviert den Mojito in einem 0,4-Liter-Tumbler. Als Erstes kommt eine halbe, in vier Viertel geschnittene Limette in das Glas. Eine Scheibe für die Deko wird zurückgelegt. Die Limette sollte weich sein, weil sie dann auch saftig ist. Kubaner geben einen Esslöffel dunklen Rohrzucker über die Limette. „In Deutschland wird meist Zuckersirup verwendet“, sagt Kienzle. Das geht schneller und schmeckt genauso.

Mit einem Stößel muss die Limette angedrückt werden, damit sie Saft abgibt. „Die meisten Leute drücken und drehen, aber das verletzt die Schale, und in der Schale sitzen Bitterstoffe“, erklärt der Kinobesitzer. Nach dem Quetschen hat die Minze ihren Auftritt. Es gebe Leute, die die Minzblätter zwischen den Fingern zerreiben oder knicken, um ihnen mehr Aroma zu entlocken, weiß Kienzle. Der Effekt dabei sind wohlriechende Finger, aber kein Aroma im Drink. Also sollte auch die Minze nur zart gedrückt werden. Und zwar im Glas.

Eiswürfel sind tabu

Darüber kommen dann 5cl Havanna Rum und frisches Crushed Eis. Eiswürfel sind tabu, weil man dann erst einmal puren Rum zu sich nehmen würde. Als Finish hebt Kienzle das Eis mit Rum, Limette und Minze mit einem langen Löffel an und gibt, falls noch Platz im Glas ist, einen Spritzer Soda dazu. Dekoriert wird mit der Limettenscheibe und einem Minzblatt. Privat kann man jederzeit weniger Rum verwenden, was den Mojito etwas leichter macht. Hemingway hätte den dann allerdings stehen lassen.

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