Brand in Lonsee-Radelstetten: Gemeinschaftsunterkunft nach Feuer unbewohnbar
Rund 60 Feuerwehrleute aus Lonsee und Amstetten haben am Donnerstagmittag, 29. Februar, einen Gebäudebrand im Lonseer Ortsteil Radelstetten bekämpft. „Zuerst waren wir zu einer Rauchentwicklung in der Gemeinschaftsunterkunft alarmiert“, berichtet der stellvertretende Lonseer Feuerwehrkommandant Manfred Wolfahrt später im Gespräch mit unserer Zeitung. Noch während der Anfahrt der Einsatzkräfte sei der Einsatz um 12.22 Uhr aber zum Gebäudebrand hochgestuft worden.
Angesichts der Lage wenig verwunderlich: Als Wolfahrt und seine Mannschaft ankamen, seien die Kellerfenster aufgrund der großen Hitze dort bereits zersprungen gewesen, dichter Rauch zu beiden Seiten des ehemaligen CVJM-Heims aufgestiegen. Und: Die Flammen aus dem Keller griffen im Osten des Hauses bereits auf die Fassade über.
Fachberater unterstützen
Glück im Unglück: Alle rund 30 Bewohner der Unterkunft hätten sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits selbst in Sicherheit gebracht, sagt Wolfahrt; sie seien unverletzt geblieben. Sie verfolgten, zum Teil in Rettungsdecken gehüllt und mit Kleinkindern auf dem Arm, die Löscharbeiten aus sicherer Entfernung. Der stellvertretende Kommandant schickte sofort vier Trupps unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung ins Gebäude.
Zur Unterstützung der örtlich zuständigen Feuerwehren eilte die Führungsgruppe Blautal mit einem Einsatzleitwagen nach Radelstetten, um die Dokumentation und Koordination im Hintergrund zu übernehmen. Außerdem kamen Fachberater des Technischen Hilfswerks und der Einsatzeinheit 4 des Alb-Donau-Kreises an die Einsatzstelle. Aus Dornstadt wurden zusätzliche Atemschutzgeräte geliefert, als absehbar war, dass sich die Nachlöscharbeiten ziehen werden.
Unterkunft ist nicht mehr bewohnbar
Gegen 13.30 Uhr war das offene Feuer gelöscht. Die Nachlöscharbeiten zogen sich allerdings noch deutlich länger: Die Einsatzkräfte mussten stellenweise die Fassade öffnen, um alle Glutnester zu erreichen. Auch das Dach bereitete Einsatzleiter Wolfahrt noch einige Zeit Sorgen, da zu befürchten war, dass sich das Feuer auch hierhin ausgebreitet haben könnte. Und: Da das Gebäude in Holzständerbauweise errichtet ist, wurde am Nachmittag ein Fachberater Baustatik des THW hinzugezogen, um seine Standfestigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten.
Fest stand sehr schnell, dass das Gebäude bis auf Weiteres nicht mehr bewohnbar ist. „Wir hatten eine massive Rauchentwicklung„, sagte Wolfahrt; viele Innenräume seien stark verrußt, einige der Holzböden durch Feuer und Löschwasser angeschlagen. Für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft stand in der Folge noch am selben Tag ein Umzug an.
Brandursache ist unklar
Auch Lonsees Bürgermeister Jochen Ogger war nach Radelstetten geeilt, als er von dem Brand erfuhr. Vor Ort zeigte er sich zunächst erleichtert, dass keine Menschen zu Schaden gekommen waren: „Das ist das Wichtigste.“ Erfreulich sei auch, wie gut die interkommunale Zusammenarbeit einmal mehr funktioniert habe: Die Wehren aus Amstetten und Lonsee hätten hervorragend zusammengearbeitet und sich gut ergänzt, sagte der Bürgermeister. Er ist dankbar für die schnelle Hilfe aus dem Umland.
Die Brandursache war bis zum Nachmittag völlig unklar. Ogger hofft, dass die Ermittlungen der Polizei Licht ins Dunkel bringen – und das Feuer aufgrund eines technischen Defekts oder Unfalls und nicht durch Brandstiftung entstanden ist. Anlass, Letzteres zu befürchten, habe er aber nicht, betonte er: „Die Unterkunft war im Ort akzeptiert, es lief gut.“
Geflüchtete kommen im Raum Ehingen unter
Die 30 Bewohnerinnen und Bewohner der Asylunterkunft kommen vorerst im Raum Ehingen unter. Wie Daniela Baumann, Pressesprecherin des Alb-Donau-Kreises, berichtet, haben Kreismitarbeiter kurzfristig Betten für die Flüchtlinge hergerichtet. Die Menschen werden von sozialpädagogischem Personal betreut und bekommen ein Starter-Paket, das unter anderem Hygiene-Artikel und Gutscheine enthält. Nicht alle Bewohner konnten ihre Habseligkeiten noch aus den Flammen retten, sagt Baumann.













