Der gesundheitliche Zustand ihrer Tochter sei zum Glück stabil, „die äußere Wunde heilt“, schreiben die Eltern des 13-jährigen Mädchens, das bei der Messerattacke am 5. Dezember in Illerkirchberg schwer verletzt wurde, in einem offenen Brief. Sie seien unendlich dankbar, dass ihre Tochter die „unfassbare Tat“ vom 5. Dezember überlebt habe. Das Mädchen habe an diesem Tag seine beste Freundin verloren, seine engste Vertraute, die sie schon seit dem Kindergarten kannte. „Das hat unsere Herzen zerrissen, aber nicht das Band der Liebe, der Freundschaft und der Erinnerungen, das uns alle verbindet. Ece war und wird immer auch ein Mitglied unserer Familie bleiben. Wir trauern mit ihren Eltern und Geschwistern und der gesamten Familie.“

Brauchen Ruhe und Zeit

Um den Verlust von Ece und die Folgen der Tat bewältigen und verarbeiten zu können, benötige nicht nur ihre Tochter, sondern auch die beiden Familien und die Gemeinde Illerkirchberg viel Ruhe und Zeit. „Denn es ist noch nicht absehbar, wie lange es dauern wird, um die seelischen Wunden zu heilen. Was wir nicht brauchen – und da schließen wir uns dem starken Aufruf von Eces Eltern an –, sind eine politische Instrumentalisierung der Tat, Demonstrationen, politische Hetze gegen geflüchtete Menschen und bestimmte Bevölkerungsgruppen und eine aufdringliche Berichterstattung.“

Dank für Hilfe und Unterstützung

Es sei ihnen aber ein Anliegen, Dank auszusprechen, schreiben die Eltern der 13-Jährigen weiter: an die Einsatzkräfte vor Ort, an die Ersthelfer, die Notärzte, die Polizei. „Vor allem auch den Ärztinnen, Ärzten und dem Pflegepersonal der Notaufnahme und der Intensivstation der Uniklinik gilt unser Dank. Sie haben uns in der schlimmsten Situation unseres Lebens durch ihre einfühlsame, ruhige und zugewandte Art Halt gegeben, in Momenten, in denen es keine Sicherheit mehr zu geben schien.“
Auch die Beamten der Kripo, die ihre Arbeit machen mussten, hätten das auf empathische und rücksichtsvolle Weise getan, „was uns in dieser extremen Ausnahmesituation sehr geholfen hat“. Die Eltern erwähnen in ihrem Brief auch den Illerkirchberger Bürgermeister Markus Häußler. Dieser habe ihnen mit seinem offenen Brief „aus der Seele gesprochen“, und er habe es gemeinsam mit den Illerkirchberger Pfarrern ermöglicht, dass Ece in Oberkirchberg beerdigt werden konnte, mit der ersten muslimischen Beerdigung auf dem dortigen Friedhof.