Benefizverein aus Ulm
: Männer radeln für das Frauenhaus

Steffen Preissler fährt mit zehn Freunden auf dem Rennrad sieben Tage durch Sardinien. Dabei sammeln sie Spenden. Jetzt hat er sogar einen Verein gegründet.
Von
Anna Batscheider
Ulm
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Steffen Preissler (Mitte) mit dem Radteam vom Verein Benefiz Ride

Im vergangenen Jahr radelten die Männer rund um Steffen Preissler (vorne) für die „Diabetes Kinder Ulm und Umgebung“ die Westküste Sardiniens entlang.

Steffen Preissler
  • Benefiz-Radtour in Sardinien: Elf Männer sammeln Spenden für das Ulmer Frauenhaus.
  • Steffen Preissler gründete den Verein Benefiz Ride und organisiert seit 2024 jährliche Touren.
  • Termin und Strecke: 19.–25. September, fast 800 Kilometer und über 10.000 Höhenmeter an der Ostküste.
  • Spendenmodell flexibel, alle Reisekosten zahlen die Fahrer selbst – Geld geht an „Frauen helfen Frauen“.
  • Fortschritt auf Instagram benefiz_ride_e.v, Bankverbindung auf benefiz-ride.com, Hilfetelefon für Frauen in Not 116 016.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jeder Kilometer, den Steffen Preissler auf seinem Rennrad zurücklegt, bringt dem Verein „Frauen helfen Frauen“ und damit dem Ulmer Frauenhaus Geld. Vom 19. September bis zum 25. September legt er mit zehn Freunden fast 800 Kilometer und mehr als 10.000 Höhenmeter durch die Ostküste Sardiniens zurück. Preissler ist der Gründer des Ulmer Vereins Benefiz Ride. Seit 2024 veranstaltet er jährlich eine Radtour, um Geld für einen guten Zweck zu sammeln.

„Ich hatte vor vier Jahren gesundheitliche Probleme und bin durch das Rennradfahren wieder fitter geworden“, sagt Preissler. Dank einer Operation wurde er wieder gesund, aber der selbstständige Physiotherapeut gestaltete auch sein Leben um. Sein bester Freund, der auf Sardinien lebt, brachte ihn zum Rennradfahren. Preissler sagt: „Das hat mir wieder Energie und Lebensmut gegeben.“

Druck durch Spenden

Als sein Schwager dann auch noch bei seinem neuen Hobby einstieg, schlug Preissler einen Rennrad-Urlaub für Männer vor. „Nicht jeder hat so viel Glück wie ich“, sagt er. Deshalb beschloss er, einen Euro pro gefahrenem Kilometer zu spenden. Seine Freunde fanden das Konzept gut und spendeten ebenfalls für jeden Kilometer, den Preissler schaffte. Ihm helfe der Druck: „Wenn ich losfahre, dann weiß ich, mein Kumpel hängt mir im Nacken.“

Im ersten Jahr sammelten vier Radfahrer rund 12.500 Euro aus ihrem Umfeld für die Bärenfamilie in der Weststadt, eine Kinder-Intensiv-Einrichtung. Rund die Hälfte der Summe bekamen sie im zweiten Jahr für den Verein „Diabetes Kinder Ulm und Umgebung“ zusammen. „Meine Tochter hat Diabetes. Da haben wir am eigenen Leib erlebt, wie das ist, mit so einer Krankheit in der Familie zu leben“, sagt Preissler.

Für das Frauenhaus hat er sich unter anderem ebenfalls wegen seiner Töchter entschieden. Sie seien beide noch knapp unter 18 und jede Frau könne in die Lage kommen, dass sie Hilfe benötige. „Es muss ja nicht immer das Frauenhaus sein. Der Verein berät ja auch“, sagt Preissler. Zunächst hatte er aber Zweifel, weil sein Verein eigentlich Geld für Kinder sammelt. „Kinder sind halt die Schwächsten in der Gesellschaft und werden meistens vernachlässigt.“

Von der Geschäftsführerin des Vereins „Frauen helfen Frauen“, Johanna Traub, erfuhr er, dass auch viele Kinder im Frauenhaus leben. „Für sie ist es natürlich doppelt so schlimm, weil sie es gar nicht verstehen“, sagt Preissler. Er hofft, der Verein kann von dem Geld zum Beispiel pädagogische Unterstützung oder einen Therapiehund anschaffen.

Reisekosten trägt jeder selbst

Preissler organisiert die gesamte Tour selbst. Seit Februar arbeitet er daran. Die Räder müssen nach Sardinien gebracht, die Strecke geplant und Hotels gebucht werden. In manchen Gegenden gibt es kaum genügend Hotelbetten für die Gruppe. Die Strecke plant er über eine App, die Wander- und Radrouten anzeigt – ohne sie in echt zu kennen. Im vergangenen Jahr landeten die Rennradfahrer deshalb an einer Stelle, an der sie einen Fluss durchqueren mussten. „Da haben alle geschimpft“, sagt Preissler und lacht.

Dieses Jahr kann er die Räder zum ersten Mal mit einem Kleintransporter nach Sizilien bringen. Eine Ulmer Firma, die nicht namentlich genannt werden will, spendete ihn dem Verein. In den Jahren zuvor musste jeder Fahrer sein Rennrad im Flugzeug transportieren, was zusätzliche Kosten bedeutete. Denn jeder, der mitkommt, trägt seine Reisekosten selbst, sodass wirklich alle Spenden an den gewählten Zweck gehen.

Der Zuspruch ist groß: Nicht alle, die wollten, konnten in diesem Jahr mitfahren. Das liege daran, dass die Organisation für mehr Personen für Preissler allein nicht machbar sei. Nur für elf Männer konnte er es ermöglichen. Sofern es umsetzbar sei, dürfe aber eigentlich jeder mit, der Mitglied im Verein ist – und mindestens so fit ist wie Preissler. In der Gruppe bilde er das Schlusslicht. Er sagt: „Aber bei mir geht es ja wirklich darum, anzukommen.“

Geld geht vollständig an „Frauen helfen Frauen“

Obwohl es so angefangen hat, muss nicht pro Kilometer gespendet werden. Jeder entscheidet selbst, wann und wie viel er spendet. Die Bankverbindung ist auf benefiz-ride.com zu finden. Den Fortschritt kann man auf dem Instagram-Account des Vereins benefiz_ride_e.v verfolgen.

Das Geld erreicht komplett den Verein „Frauen helfen Frauen“. Dieser berät und bietet anonymen Schutz bei häuslicher oder sexualisierter Gewalt. Das Hilfetelefon ist unter 116 016 zu erreichen.