Beleuchtung am Ulmer Münster: Diskussion auf Social Media: „Peinlich für ein Denkmal von Welt“

Einzig das Münsterscanning entlang des oberen Teils des Kirchenturms setzt derzeit Aktzente.
Volkmar Könneke/Montage:SWP- Ulms Münster, weltbekannt für seinen 161,53 m hohen Turm, hat nachts eine schlichte Beleuchtung.
- Im Vergleich: Köln investierte 2,3 Mio. Euro in moderne LED-Beleuchtung für den Dom.
- Finanzmangel verhindert neue Lichteffekte am Münster, da Sanierungen Priorität haben.
- Bürger kritisieren die Stadt für andere hohe Ausgaben wie Radwege oder eine Öko-Brücke.
- Einige sehen Beleuchtung als unwichtig, andere als peinlich für Ulm.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Münster ist mit seinem 161,53 Meter hohen Kirchturm – seit 135 Jahren der höchste der Welt – das Wahrzeichen und der ganze Stolz Ulms. Eindrucksvoll thront das gotische Bauwerk über der Stadt und zieht Jahr für Jahr Millionen Besucher an. Bislang sorgen Beleuchtungen an der Fassade sowie seit 2020 Bodenstrahler und Lichtmasten an Süd- und Ostseite dafür, dass die Kirche nachts nicht komplett im Dunkeln verschwindet. Die Münster-Beleuchtung steht aber in keinem Vergleich zum Kölner Dom. Der wird inzwischen in zwei zeitabhängigen Modi von modernen LED-Leuchten angestrahlt. Das hat die Stadt Köln immerhin rund 2,3 Millionen Euro gekostet.
Genau das ist in Ulm der Knackpunkt. Schlicht das nötige Geld für einen neuen, eindrucksvolleren Lichteffekt fehlt laut Münsterbaumeisterin Heidi Vormann, denn die laufenden Sanierungsmaßnahmen am Hauptturm und im Innenraum binden bereits alle finanziellen Mittel. Dass das Ulmer Münster im Vergleich zum Kölner Dom nachts eher untergeht, stößt bei so manchem Bewohner der Donaustadt sauer auf. Unter einem der Beiträge der SÜDWEST PRESSE in den sozialen Netzwerken wird deshalb reichlich diskutiert. Sollte die 120.000-Einwohner-Stadt mehr in die Beleuchtung seines Aushängeschilds investieren? Oder reichen die bisherigen Installationen?
„Hunderttausende Euro für sinnlos-Projekte“
Die hohen Kosten als Ausschlusskriterium vorzuschieben, dafür hat ein Instagram-Nutzer kein Verständnis, und kommentiert: „Ulm schmeißt hunderttausende Euro für sinnlos-Projekte wie eine kompostierbare Brücke aus dem Fenster, aber hat kein Geld für eine ordentliche Beleuchtung seines wichtigsten Wahrzeichens?“ Gemeint sein dürfte die Ulmer Smart Circular Bridge über die Kleine Blau, eine Brücke aus nachwachsenden Rohstoffen, die die Stadt Ulm etwa 680.000 Euro gekostet hat. Die Eröffnung im Februar sorgte bereits für erregte Gemüter im Netz. Auch unter dem Facebook-Post zur Münster-Beleuchtung ist die Flachs-Brücke Thema. Ein Mann weist darauf hin, dass die Gelder für eine solche Brücke und die Beleuchtung des Münsters aus „zwei verschiedenen Pötten“ kommen.
Ein anderer Facebook-Nutzer kritisiert die Stadt: „Geld fehlt? Ja, wenn man knapp eine Million in fast nie benutzte Fahrradwege investiert, fehlt das, klar...“ Streitpunkt ist hier etwa der Fahrradweg in der Münchner Straße, über den derzeit auch im Ulmer Gemeinderat diskutiert wird. Ein Mann ergänzt die Liste um die Investition von „rund 90 Millionen in eine Gartenschau, welche sich die Stadt eigentlich auch nicht leisten kann“.
Sparen an der falschen Stelle
„Ja, man ist schon sehr stolz auf das Münster, aber wenn es um die Kosten geht, ist es schon immer eher stiefmütterlich behandelt worden. Erinnert mich an luxuriöse Sachen, die man haben möchte, sich aber den Unterhalt nicht leisten möchte“, findet ein Instagram-User. Eine Frau formuliert es so: „Es ist wirklich eine Schande für Ulm. Wir haben so ein unglaublich wunderbares und einzigartiges Münster und blamieren uns nicht nur vor Touristen aus aller Welt, sondern auch vor den Bürgerinnen und Bürgern Ulms.“ Mit der fehlenden Beleuchtung würde man am falschen Fleck sparen, weshalb sie den Umstand unzureichender Lichtelemente als „Schwäbischen Lösung“ betitelt. „An dem Geld für unser Münster sollte es doch nicht fehlen“, bekräftigt eine Instagram-Nutzerin. „Peinlich für ein Denkmal von Welt“, findet es ein anderer.
Doch es gibt auch solche Meinungen, wonach dem Thema zu viel Bedeutung geschenkt würde. So formuliert ein Nutzer: „Erstmal sollte Ulm seine Infrastruktur in Griff bekommen.“ Andere schreiben „Unnötiger Stromverbrauch“ oder „Ich würde es einfach abschalten“.



Eine bessere Beleuchtung des Ulmer Münsters wäre toll, aber wer soll das bezahlen? Dafür bräuchte es vermutlich eine private Initiative.