Smart Circular Bridge: „Hier mal ‚flachs‘ ne Mille versenkt“ – So reagiert das Netz auf die Ulmer Brücke

Besteht vor allem aus Flachs: die "Smart Circular Bridge".
Magdi Aboul-Kheir- Die Flachs-Brücke über die Kleine Blau wird im Februar eröffnet, verursacht jedoch Kontroversen.
- Baukosten für das Projekt liegen bei 830.000 Euro, höher als die ursprünglich geplanten 330.000 Euro.
- Diskussionen auf Facebook kritisieren Kosten, Umweltfreundlichkeit und das Design der Brücke.
- EU-Förderung von 150.000 Euro reduziert die Kosten für die Stadt auf 730.000 Euro.
- Befürchtungen über Haltbarkeit und Brandsicherheit des nachhaltigen Baumaterials.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Better late than never“, besser später als nie: Mit diesen Worten kommentiert eine Facebook-Nutzerin die Nachricht, dass die Flachs-Brücke am Lautenberg über die Kleine Blau im Februar endlich eröffnet wird. Das Prestige-Projekt hat einige Zeit auf sich warten lassen. Denn der im Sommer 2023 gebaute Brückenkörper konnte zuerst nicht verwendet werden und musste ein zweites Mal produziert werden.
Doch die gute Nachricht, dass die Brücke im Februar fertig wird, verfängt nicht bei allen. Liest man sich durch die Facebook-Kommentarspalte, gewinnt man den Eindruck, manch einer oder einem wäre nie lieber gewesen als später.
Immer wieder Streit ums Geld
Besonders die Höhe der Baukosten versetzt die Social-Media-Gemüter in Aufregung: „Die ganze Brücke ist ein „Flachs“. Überall marode Schulen (Kikas (sic!), hier mal „flachs“ ne Mille versenkt", kommentiert ein Facebook-Nutzer. Auch eine andere Nutzerin schreibt, „woanders wäre das Geld besser aufgehoben.“
Es wurde nicht ganz „eine Mille versenkt“, dafür fehlen noch 270.000 Euro. Doch die Kosten, die die Stadt trägt, fallen deutlich höher aus als geplant. Ursprünglich war das Projekt auf 330.000 Euro kalkuliert worden, allerdings kam es schon wegen einer notwendigen Sanierung der Unterbaukonstruktion zu Mehrkosten von 180.000 Euro, was erst nach der Beschlussfassung beim Abbruch der alten Brücke ersichtlich geworden ist. Aufgrund dessen, aber auch wegen des Scheiterns des ersten Versuchs liegt das Vorhaben mittlerweile bei 830.000 Euro. Hinzu kommen noch aktivierte Eigenleistungen von 50.000 Euro. Immerhin profitiert die Stadt von einer EU-Förderung für das Projekt in Höhe von 150.000 Euro, zudem werden weitere Kosten von Projektpartner übernommen, sodass die Stadt letztlich 730.000 Euro zahlen wird.
Für viele der Leser eine Geldverschwendung: „So kann man Geld verschwenden. Es ist nicht nur nicht umweltfreundlicher als gewöhnliche Brücken, sondern aufgrund der langer und komplizierter Bauweise auch noch viel teurer.“ Eine andere Nutzerin schreibt: „Geldverschwendung!!! Mario Barth bitte aufdecken“ und verlinkt den Komiker, der sich in seiner RTL-Sendung „Mario Barth deckt auf“ Fällen von Steuerverschwendung widmet. Vor fünf Jahren war ein Ulmer Bauprojekt schon einmal in der Sendung, der Berblinger Turm. Wenngleich Mario Barth noch nicht über die Flachs-Brücke gelästert hat, ist das Bauwerk, wie auch der Berblinger Turm im Schwarzbuch des Bundes für Steuerzahler.
Zweifel, wie lange die Brücke stehen bleibt
In der Facebook-Kommentarspalte sind die Zweifel, wie lange die Brücke noch stehen wird, laut und das Vertrauen in die eigenen Mitbürger gering. So kommentiert eine Nutzerin „Schau mr mal, welche Lebenserwartung ihr gegönnt ist“. Ein anderer Nutzer befürchtet: „Wird halt irgendeiner anzünden demnächst.“ Auch eine weitere Person prognostiziert den „Feuertod“. Ein weiterer Kommentar beschreibt die Lebensdauer mit „nicht mal einem Jahr“.

Hier wurde die Smart Circular Bridge eingehoben.
Matthias KesslerDas nachhaltige Material, aus dem die Brücke besteht, provoziert Spott. In den Flachsfasern sieht ein Nutzer Dekomaterial, das bis zum nächsten Wochenende auf dem Markt als nachhaltiges Dekomaterial eingesetzt werden könne. Ein anderer Facebook-Nutzer fragt sich, wie brandsicher Flachs und Harz sein können. Die Skepsis an dem nachhaltigen Baumaterial kann damit zusammen hängen, dass der im Sommer 2023 gebaute Brückenkörper zunächst nicht verwendet werden konnte, wegen Problem beim Aushärtungsprozess. Die Brücke hatte zwar die geforderte Festigkeit, nicht aber die geplante Form. Daher muss der Brückenkörper ein zweites Mal produziert werden.
Über Geschmack lässt sich streiten
Auch das Design der Brücke ist Thema in der Kommentarspalte. Hier scheiden sich die Geister. Während der eine Nutzer schreibt, die Brücke passe absolut nicht ins Stadtbild, kommentiert ein anderer direkt darunter „Ich finde schon.“ Wieder eine andere vergleicht das Stadtbild wegen solcher Bauprojekte mit einem Flicken-Teppich. Neben der vielen kritischen Kommentare, lobt ein Nutzer das Projekt als „super mutig, innovative Leichtbautechnik.“
