Eine für die Gemeinde gute und eine nicht so erfreuliche Nachricht hat Regierungspräsident Klaus Tappeser am Freitag mit nach Beimerstetten gebracht. Die gute lautet: Die Westumfahrung Beimerstettens wird wie von der Gemeinde gewünscht unter der Bahntrasse hindurchgeführt. Und: Das Land werde die Mehrkosten gegenüber einer Brücke übernehmen. Die schlechte Nachricht: Mit dem Bau wird wohl erst in vier Jahren begonnen.
Tappeser, der in Begleitung des CDU-Landtagsabgeordneten Manuel Hagel nach Beimerstetten kam, wurde im Rathaus von Bürgermeister Andreas Haas und seinen Stellvertretern Max Wittlinger und Armin Idler begrüßt. Landrat Heiner Scheffold und Kreisrat Christian Wittlinger (CDU) vertraten der Alb-Donau-Kreis, der von Tappeser ebenfalls bedacht wurde: mit der Plan­genehmigung für die Albrecht-­Berblinger-Straße. Dieser Teil der Verkehrslösung für den Ulmer Norden kann also bald angegangen werden (siehe Infokasten).
Die seit mehr als zehn Jahren geplante Westumfahrung Beimerstettens lässt dagegen weiter auf sich warten. Der so genannte Roh-Entwurf der Planung werde gerade im Verkehrsministerium in Stuttgart geprüft, sagte Tappeser. Das Regierungspräsidium habe unter anderem bei der Kostenberechnung nacharbeiten müssen. Einschließlich der nördlich von Beimerstetten geplanten Unterführung der Bahntrasse betrage die jüngste Kostenschätzung 11,3 Millionen Euro. Im Jahr 2008 war das Regierungspräsidium noch von 7,4 Millionen Euro für die etwa 1,8 Kilometer lange Umfahrung ausgegangen.
„Das ist wie Weihnachten“, sagte Gemeinderat Armin Idler, als er hörte, dass Bahnunterführung und Kostenübernahme durch das Land in trockenen Tüchern seien. Bürgermeister Haas formulierte es nüchterner: „Wir gehen davon aus, dass auf uns nichts zukommmt.“

Weitere Wartezeit

Außer weiteren vier Jahren Wartezeit. Mit der öffentlichen Auslegung der Unterlagen werde das Verfahren zur Planfeststellung voraussichtlich Ende nächsten Jahres oder Anfang 2021 beginnen, sagte Tappeser. Nach voraussichtlich etwa zwei Jahren Verfahrensdauer sei mit der Genehmigung zu rechnen. Von 2023 an könnte also gebaut werden. „Ein realistischer Zeithorizont“, sagte Landrat Scheffold.
Bürgermeister Haas und die Gemeinderäte hatten auf einen Beginn des Genehmigungsverfahrens noch in diesem Jahr gehofft. Die Enttäuschung über die Verzögerung war ihnen durchaus anzumerken. „Ich leide darunter, dass in der Vergangenheit immer sehr enge Zeitpläne verkauft wurden“, sagte Tappeser. Er selbst bevorzuge realistische Zeitangaben. Um keine weitere Zeit zu verlieren, sei es wichtig, dass die Kommune sobald rechtlich möglich mit dem Grunderwerb beginne: für den Straßenbau und für den ökologischen Ausgleich. Die Gemeinde sei sich dessen bewusst, sagte Haas.
Am Ende des etwa eineinhalbstündigen Besuchs hatte der Bürgermeister die zwischenzeitliche Enttäuschung überwunden. Haas hob das Gute der weniger guten Nachricht hervor: „Für uns ist das Licht am Horizont wichtig.“

Die Arbeiten werden bald ausgeschrieben

Projekt Die Berblinger Straße wird den A-8-Doppelanschluss im Ulmer Norden mit der Landesstraße 1239 zwischen Dornstadt und Beimerstetten verbinden. Bauherr ist der Alb-Donau-Kreis. Die Kosten betragen voraussichtlich 4,8 Millionen Euro. Die Hälfte übernimmt das Land, die andere Hälfte teilen sich der Landkreis (1,2 Millionen) und die Gemeinden Dornstadt (840 000 Euro) und Beimerstetten (360 000 Euro). Nachdem die Plangenehmigung nun vorliegt, sollen die Arbeiten baldmöglichst ausgeschrieben werden. Die Ferigstellung ist für Ende 2020 geplant. Doppel­anschluss und sechsspuriger Ausbau der A 8 sollen ein Jahr später fertig sein.