Bauprojekt in Ulm
: So reagiert das Netz auf das Albert Einstein Discovery Center

Die einen feiern es, die anderen finden es zu groß oder fürchten die hohen Kosten: Das geplante Albert Einstein Discovery Center des Stararchitekten Daniel Libeskind. In den Kommentarspalten wird heftig diskutiert.
Von
Kerstin Auernhammer
Ulm
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Albert Einstein Discovery Center wird im Netz kontrovers diskutiert

Das geplante Albert Einstein Discovery Center in Ulm wird im Netz kontrovers diskutiert.

Press 'n' Relations, Montage: swp
  • Das geplante Albert Einstein Discovery Center in Ulm wird kontrovers diskutiert.
  • Stararchitekt Daniel Libeskind präsentierte einen teuren Entwurf.
  • Kosten und Design sind Hauptstreitpunkte; Finanzierung durch Spenden geplant.
  • Einige befürworten, andere kritisieren das Projekt scharf.
  • Baustart frühestens 2029, Eröffnung zu Einsteins 150. Geburtstag unrealistisch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ulm steht eine neue Großbaustelle bevor: Wo heute noch der Glaspalast der SWU in der Karlstraße steht, soll in den nächsten Jahren ein Museum zu Ehren des gebürtigen Ulmers Albert Einstein entstehen. Am Sonntag (24. November) präsentierte der Stararchitekt Daniel Libeskind seinen Entwurf für das Gebäude, medienwirksam mit einer großen Show auf der Donau.

Ein viele Millionen Euro teures Gebäude an prominenter Stelle, ein namhafter Architekt, einer der berühmtesten Wissenschaftler der Welt, mit dem sich Ulm gerne schmückt – das sind die perfekten Zutaten für eine große Debatte im Netz. Auch auf die diversen Artikel in der SÜDWEST PRESSE gab es ein großes Echo von Lesern.

Was das wieder kostet …

Einer der kontroversesten Streitpunkte sind die Kosten. Zwar ist noch nicht ganz klar, wie viel das Gebäude genau verschlingen wird, aber günstig wird der Entwurf von Libeskind nicht werden, so viel ist klar. Dementsprechend groß ist die Sorge der Internet-Nutzer. „Wie viel Steuergeld kostet das am Schluss? Am Ende … nicht die beschönigten Zahlen in der Planung“, will etwa ein Nutzer auf Facebook wissen. Auf Instagram fordert ein User: „Vielleicht wäre es besser für soviel Geld bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, als noch einen Prachtbau!“ Andere erwidern in der Online-Debatte, dass der Bau selbst nicht aus öffentlichen Geldern finanziert werden soll, sondern überwiegend aus Spenden, die ein eigens gegründeter Förderverein einsammeln will. Andere Leser geben zu bedenken, dass sicherlich auch Fördertöpfe angezapft werden und somit am Ende doch wieder der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. Ein User argumentiert dazu, dass das Geld ja nicht verschwendet sei, weil durch den Bau auch Arbeitsplätze geschaffen würden. Ein anderer findet, dass der Bau des Albert Einstein Discovery Centers als langfristige Investition gesehen werden müsse: „Durch den Bau investiert die Stadt in die Zukunft. Dadurch kommen auf Jahrzehnte feste Einnahmen in die Kasse. Touristen. Die übernachten in Ulm. Die kaufen in Ulm. Das bringt Gewerbesteuer.“

Über Geschmack lässt sich ja zum Glück streiten

Vom Geld abgesehen, ist auch das Design des Baus Thema. Libeskind will mit den geschwungenen Linien des Gebäudes Einsteins physikalische Theorien aufgreifen. Das bewundert ein User, der die Präsentation offenbar verfolgt hat: „Könnte man für einen Wissenschaftler, der sich mit der Raum-Zeit-Krümmung beschäftigt hat, ein rechteckiges Gebäude bauen? Sicher nicht. Schon alleine deshalb finde ich das ‚gekrümmte‘ Gebäude sehr gelungen.“ Eine Nutzerin hat offenbar ein Bild im Kopf: „Wenn man Einstein würdig ein Center errichten würde, wäre es mit Sicherheit nicht ein gläsernes Taschentuch, was da übern Fluss fliegt.“ Auf Instagram kommentiert eine Userin hingegen: „Wem gefällt dieses Monster?“, ein Facebook-User findet: „Der am meisten überschätzte Architekt der Welt. Das kommt bei raus.“ Ein weiterer Facebook-Kommentar hat Verbesserungsvorschläge: „Sehr beeindruckend, aber zu wuchtig. Der Blick aufs Münster ist versperrt. Baut es einfach halb so groß, dann klappt auch die Finanzierung.“ Ein User findet deutliche Worte: „Die Idee des Discovery Centers ist toll und richtig. Die Gestaltung von Daniel Libeskind ist halt einfallslos und nichtssagend.“ Andere wiederum sprechen begeistert von tollem „Großstadtflair“ oder einem „grandiosen Entwurf“. Die Ulmer Musikerin und Comedienne Ariane Müller fragt in einem Kommentar gar: „Wann kann ich einziehen?“

  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

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  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

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  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

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  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
  • Daniel Libeskind präsentiert auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm

    Daniel Libeskind hat auf der Donau seine Entwürfe für das Albert Einstein Discovery Center Ulm vorgestellt – hier einige Impressionen.

    Samuel Tschaffon
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Immerhin reiht sich das Discovery Center ein in eine lange Reihe von heftig diskutierten Ulmer Bauwerken. Auch die gläserne Pyramide beim Rathaus oder das moderne Stadthaus neben dem historischen Münster sowie die Umgestaltung der Neuen Mitte sorgten zu ihrer Zeit für heftige Diskussionen in Ulm. Daran erinnert sich auch diese Facebook-Kommentatorin: „Sieht für mich gar nicht so schlecht aus. Aber natürlich eine Geschmacksache. Mir ging es zu Beginn mit der gläsernen Pyramide am Rathaus so. Heute finde ich sie gar nicht so hässlich wie früher.“

Spatenstich frühestens 2029

Die ursprüngliche Idee, das Center 2029 zu Einsteins 150. Geburtstag zu eröffnen, erscheint utopisch. Denn jenseits der offenen Finanzierungsfrage muss ja auch das K1-Areal nach dem Abriss des Glaspalasts von Altlasten befreit werden – da man dazu Landeszuschüsse benötigt, wird das Grundstück kaum vor 2029 für eine Bebauung zur Verfügung stehen. Und selbst das sei optimistisch, sagte Nancy Hecker-Denschlag, die Vorsitzende des Fördervereins für das Projekt.

Wie eng sind Ulm und Einstein eigentlich?

Einstein wurde in Ulm geboren. Die Stadt ehrt ihren berühmten Sohn an mehreren Stellen in der Stadt, etwa mit einem Brunnen vor dem Zeughaus und einer Stele bei den Sedelhöfen. Hier, in der Bahnhofstraße 20, stand einst sein Geburtshaus. Doch wie eng ist die Bindung wirklich? Immerhin verbrachte der Physiker gerade einmal die ersten 15 Monate seines Lebens an der Donau. Auf Instagram bringt ein User seine Meinung dazu so auf den Punkt: „Ganz ehrlich: Dafür, dass Einstein nur ein gutes Jahr in Ulm verbracht hat und die meisten Leute die Relativitätstheorie und allgemein theoretische Physik nicht verstehen, ist das ein bisschen too much.“ Eine Facebook-Userin hofft – vermutlich leicht ironisch, dass das Albert Einstein Discovery Center ein Nachfolger des Ulmer Münsters werden könnte: „Neues Ulmer Wahrzeichen … na ja … aber vielleicht, wenn wir bald nicht mehr den höchsten Kirchturm haben“.

Und wie ist Ihre Meinung?

Albert Einstein Discovery Center

Star-Architekt Daniel Libeskind entwirft das Albert Einstein Discovery Center. Gebaut wird das riesige Gebäude auf dem K1-Areal in Ulm – der Glaspalast der SWU wird dafür weichen. Wie teuer das ganze Projekt wird, ist noch nicht klar, die Sponsorensuche läuft weiter. Bisher sind etwas mehr als 1,3 Millionen Euro zusammengekommen. Alle Infos zum Ulmer Großprojekt: