Wie läuft die Suche nach einem deutschen Endlager für Atommüll ab? Darüber informiert das Bundesamt für Entsorgungssicherheit (BfE) am Mittwoch in der Donauhalle in Ulm rund 70 Vertreter von Landkreisen und Kommunen.
Vor dem Veranstaltungsort protestierten am Morgen rund 24 Anhänger des Naturschutzverbandes Bund dagegen, dass bei der Information der Kommunalvertreter die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. „Das ist ein schlechter Aufschlag. Ein Skandal“, sagte Bund-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender. „Ich denke, wir bekommen nur einen ehrlichen Prozess, wenn wir die Menschen von Anfang an beteiligen.“

Demonstration gegen Atommüll-Endlager in Ulm

Der Bund positioniere sich nicht gegen ein Endlager, das wegen der Ton-Formationen in der Ulmer Region gebaut werden könnte. Es gehe nur ums Verfahren. Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), stellte sich vor der Halle den Demonstranten. Transparenz bedeute nicht, dass jeder an jeder Veranstaltung teilnehmen kann, sagte er.
Die Kommunalvertreter hätten darum gebeten, in einem „geschützten Rahmen“ diskutieren zu können. Es gebe ja auch noch nichts Konkretes, die geologischen Untersuchungen laufen noch. Auf der anderen Seite wolle das BfE die Informationsbedürfnisse der Kommunen kennen lernen – wie schon bei drei anderen Veranstaltungen in Hamburg, Frankfurt und Leipzig. Erst, wenn 2020 die „Teilgebiete“ für das Endlager feststehen, werde es eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit geben.
Proteste gegen eine Veranstaltung des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit BfE in Ulm.
Proteste gegen eine Veranstaltung des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit BfE in Ulm.
© Foto: Chris Wille
König sicherte Dahlbender aber zu, er oder ein Vertreter des Amtes würden einer Einladung nach Ulm folgen. König machte auch deutlich, dass ein Endlager gefunden werden muss: „Irgendwo muss das Zeugs hin.“ Die Zwischenlager seien dafür nicht geeignet. Um möglichst viele Menschen mitzunehmen, gehe es darum, den Findungsprozess offen und nachvollziehbar zu gestalten. Und wenn die Entscheidung für einen Standort gefallen ist, müsse diese Region als „Held für uns alle“ betrachtet werden. Ihm ist aber auch klar: „Es wird Widerstand geben.“

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